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Mehr Menschen in Notlagen

Foto: lpa/Claudia Corrent

In Südtirol gibt es 306 soziale Einrichtungen, in denen fast 6.800 Personen betreut werden. Die Zahl der Menschen in sozialen Notlagen steigt. Das zeigen neue Daten des ASTAT.

In Südtirol gibt es am 31. Dezember 2022 306 stationäre und nicht stationäre Einrichtungen mit einer Aufnahmekapazität von insgesamt 7.786 Plätzen (sowohl Betten in stationären Einrichtungen als auch nur „Plätze“ in nicht stationären Einrichtungen). Das sind 14,5 Plätze pro 1.000 Einwohner. Trotz des Anstiegs der Zahl der Einrichtungen (+4) im Vergleich zum Vorjahr, ist die Gesamtzahl der betreuten Menschen am Jahresende um 95 gesunken: 6.794 im Jahr 2022 und 6.889 im Jahr 2021. Dieser Rückgang wird dem Mangel an Pflegepersonal zugeschrieben.

Die Einrichtungen sind über ganz Südtirol verteilt, mit einer Häufung in der Landeshauptstadt. Bozen verzeichnet mit 16,5 Plätzen pro 1.000 Einwohner das höchste Verhältnis von Plätzen pro Einwohner. Das Wipptal ist die Bezirksgemeinschaft mit der höchsten Auslastung der sozialen Einrichtungen, nämlich 96,8% im Vergleich zum Durchschnitt von 88,2%.

Der Bereich der Senioren und Seniorinnen ist der größte und umfasst 4.386 betreute Personen, die teilweise oder vollständig unselbstständig sind. Die meisten davon sind Frauen (68,4%).

Die Analyse nach Staatsbürgerschaft ergibt, dass der Anteil von ausländischen Betreuten in den Einrichtungen für Menschen in sozialen Schwierigkeiten am höchsten ist (84,2%).

Durch die Eröffnung einer neuen sozialpädagogischen Wohngemeinschaft Ende 2022 erhöht sich die Aufnahmekapazität der Einrichtungen für Minderjährige um 4 Plätze: von 288 im Jahr 2021 auf 292 im Jahr 2022.

Die Betreuten unter 25 Jahren sind überwiegend Jugendliche: 65,1% sind zwischen 11 und 17 Jahre alt und der Anteil der Kinder unter 11 Jahren liegt bei 19,6%. Davon machen die Kleinsten, die Kinder unter fünf Jahren, 3,0% der gesamten Betreuten aus.

Erziehungsschwierigkeiten der Eltern sind der Hauptgrund für die Aufnahme von Minderjährigen in den verschiedenen Einrichtungen. Mehr als die Hälfte der betreuten Minderjährigen (53,2%) ist männlich.

Die Zahl der aufgenommenen Minderjährigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft beläuft sich auf 94. Das entspricht 40,0% aller in den Einrichtungen betreuten Minderjährigen.

Im Vergleich zum Jahr 2021 ist die Zahl der in Seniorenwohnheimen und Pflegeheimen betreuten Personen um 63 gestiegen. Die Auslastung dieser Einrichtungen liegt bei 88,8%.

In den stationären Einrichtungen sind 54,1% der Betreuten über 85 Jahre alt, 18,6% sind zwischen 80 und 84 Jahre alt und 22,0% der Betreuten gehören der Altersgruppe 65-79 Jahre an. Die restlichen 5,3% sind Erwachsene im Alter zwischen 25 und 64 Jahren.

Im Jahr 2022 ist ein deutlicher Rückgang der Anzahl der Betreuten in den Tagespflegeheimen für Senioren und Seniorinnen zu verzeichnen: 142 gegenüber 276 im Jahr 2021. In diesen Einrichtungen kann die Zahl der betreuten Personen höher sein als die Zahl der Plätze, da auch die Nutzer und Nutzerinnen von Teilzeitplätzen berücksichtigt werden.

Im Jahr 2022 sind insgesamt 1.296 Personen (476 Männer und 820 Frauen) in den Seniorenwohnheimen und Pflegeheimen gestorben, 123 mehr als im Jahr 2021. Die Sterblichkeitsrate (Anzahl der Todesfälle pro 100 durchschnittlich Betreute zu Jahresbeginn und -ende) liegt mit 32,5% über dem Wert für das Jahr 2021 (30,6%) und deutlich unter dem Wert für das Jahr 2020 (41,8%).

Für die Pflege und Betreuung von Menschen mit Behinderungen gibt es in Südtirol 99 Einrichtungen mit einer Aufnahmekapazität von 1.480 Plätzen. Von den verfügbaren Diensten weisen die sozialpädagogischen Tagesstätten die höchste Auslastung auf (93,9%).

Ein großer Teil der Menschen mit Behinderungen (50,6%) nimmt die Arbeitsbeschäftigungsdienste in Anspruch, die durch einen sehr niedrigen Rotationsindex (0,04) gekennzeichnet sind.

In diesem Bereich gibt es mit 56,4% mehr Männer als Frauen. 51,5% der betreuten Personen sind zwischen 45 und 64 Jahre alt, 31,9% gehören zur Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen, während der Anteil der 18- bis 24-Jährigen bei 9,7% liegt.

In den sozialen Einrichtungen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung sind mehr als die Hälfte der Betreuten (54,5%) zwischen 45 und 64 Jahre alt, 31,4% sind in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen und 10,0% sind junge Erwachsene unter 25 Jahren.

Die meisten Personen mit psychischen Erkrankungen (62,9%) nehmen Arbeitsrehabilitationsdienste in Anspruch.

Im Vergleich zu den im vorhergehenden Jahr erhobenen Daten gibt es keine wesentlichen Änderungen bei der Anzahl der betreuten Personen (299 im Jahr 2022, 293 im Jahr 2021), der Aufteilung nach Geschlecht (186 Männer und 113 Frauen im Jahr 2022 gegenüber 178 und 115 im Jahr 2021) und der Staatsbürgerschaft (9 ausländische Personen im Jahr 2022 und 13 im Jahr 2021).

Die 13 Einrichtungen in Südtirol, in denen Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen betreut werden, verfügen über eine Aufnahmekapazität von 207 Plätzen. Ende 2022 befinden sich 75 betreute Personen (13 mehr als 2021) in Wohngemeinschaften und 79 Personen (6 mehr als 2021) in Arbeitsrehabilitationsdiensten.

78,6% aller betreuten Personen sind männlich. Der Anteil der ausländischen Betreuten ist sehr niedrig (5,8%).

Mit der Eröffnung von zwei Einrichtungen für Erwachsene in sozialen Notlagen – d.h. Obdachlose, Mittellose, Nomaden und andere Menschen in sozioökonomischen Schwierigkeiten – ist im Jahr 2022 die Zahl der Plätze in absoluten Zahlen um 133 (515 im Jahr 2022 gegenüber 382 im Jahr 2021) gestiegen. Aus diesem Grund ist auch die Zahl der betreuten Personen gestiegen, nämlich von 280 auf 393. 86,2% der Personen in einer Notlage sind in Einrichtungen in der Stadt Bozen untergebracht.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • wichtigmacher

    Vielleicht sollte man mal im Bozner Bahnhofsviertel bei einem strammen Tiroler Investor nachfragen, vieleicht wird da in nächster Zukunft was frei?????

    • leser

      Wichtigmacher
      Diesem strammen Investor kann demnächst wahrscheinlich der Steuerzahler grosszügig eindprongen
      Damit die Luftschlösser der realitätsfremden stadtentwickler die Geldbeutel der Elite nicht belastet wird
      Aber diesen strammen Tiroler und Visionär werden die mehr oder weniger mittellosen Heuchler und möchtegerns nicht mehr kennen

  • dn

    Benko ist immer wieder in den Schlagzeilen, v.a. den österreichischen.

    In Südtirol gibt es kein soziales Problem und kein Sicherheitsproblem. Wir sind ein reiches Land (BIP!). Wer was anderes sagt oder denkt liegt falsch. So, die Märchenstunde ist zu Ende.

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