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Aggressive Mücke

Tigermücke

Die Tigermücke breitet sich in Südtirol immer mehr aus. Um die weitere Vermehrung der Stechmücken einzuschränken, braucht es eine gezielte Vorsorge. 

Mit der warmen Jahreszeit breitet sich auch die Tigermücke wieder aus. „Um dieser invasiven und aggressiven Stechmücke Einhalt zu gebieten, reicht der Einsatz von Land, Gemeinden und Gesundheitsbehörden nicht aus. Alle müssen mithelfen“, erklärt Umweltlandesrat Giuliano Vettorato. „Ob auf Balkonen, in Innenhöfen, Gärten oder Parkanlagen: Von Mai bis Oktober ist jede kleinste Wasseransammlung im Freien unbedingt zu vermeiden.“ Ohne die aktive Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger auf privatem Grund würden die vorbeugenden Maßnahmen in den öffentlichen Grünanlagen ins Leere gehen.

„In den vergangenen Tagen hat sich die mittlere Anzahl an Eiern in den aufgestellten Eiablagefallen erhöht und die Larven werden sich in zwei bis drei Wochen zu ausgewachsenen Tigermücken entwickeln. Kommt die Hitze, dann dauert dieser Vorgang nur mehr halb so lang“, erklärt Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz.

Zwischen April und Oktober beobachtet das Labor die Verbreitung der Tigermücke in Südtirol. Dazu werden in öffentlichen Grünanlagen Eiablagefallen aufgestellt, die ein ideales Umfeld für die Eier der Tigermücke bilden. „Die Anzahl der abgelegten Tigermückeneier liefert wertvolle Hinweise zum Vorkommen und zur Intensität des Auftretens an den verschiedenen Monitoring-Stellen und erlaubt somit auch Rückschlüsse auf die Gesamtverbreitung des Insekts“, berichtet Stenico. „In den vergangenen zehn Jahren, seit Beginn des Monitorings im Jahr 2013, hat sich die mittlere Anzahl an Eiern in den Eiablagefallen beinahe verzehnfacht. Am stärksten betroffen sind die Haupttallagen von Meran bis Salurn, das Unterland und das Eisacktal bis Vahrn.“

Die Tigermücke kann Krankheitserreger übertragen und stellt daher eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Es handelt sich um Krankheiten wie das Dengue Fieber, das Chikungunya-Fieber oder das Zika-Virus, die von Reiserückkehrern aus Tropenländern wie Südostasien, Afrika, Mittelamerika, Südamerika und Karibik eingeschleppt werden können.

Alle sind daher aufgerufen, vorbeugende Maßnahmen zu setzen und von Mai bis Oktober jede kleinste Wasseransammlung im Freien und damit mögliche Brutstellen zu vermeiden. Die Tigermücke legt ihre Eier nämlich in unmittelbarer Nähe von Wasseransammlungen ab. Sobald die Larven aus den Eiern schlüpfen, suchen sie das Wasser auf, wo sie sich ernähren und in verschiedenen Stadien zu ausgewachsenen Tigermücken entwickeln. Aus einer Tigermücke im Frühling können im Lauf der Sommermonate Milliarden von Tigermücken entstehen.

Überall dort, wo sich Wasseransammlungen nicht vermeiden lassen (zum Beispiel in Straßenabläufen, Gullys, Schächten, Regenwassereinläufen), ist es nötig, regelmäßig Larvizide, Larven abtötende Produkte, zu verwenden. „Diese wirken von einer bis zu vier Wochen und müssen mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden. Es empfiehlt sich, beim Einsatz der Larvizide die Gebrauchsanweisung genau zu berücksichtigen“, unterstreicht Alberta Stenico. Larvizide sind in den Gartenmärkten, aber auch in Gärtnereien und Apotheken erhältlich. Damit die Behandlung wirksam ist, müssen sie im gesamten städtischen Raum gezielt eingesetzt werden. Die Gemeindeverwaltung ist für die Behandlung auf öffentlichen Flächen zuständig, während sich auf privatem Grund die Eigentümer beziehungsweise Verwalter von Mehrfamilienhäusern darum kümmern müssen.

Weitere Informationen und Tipps zur Tigermücke sind auf dem Webportal des Landes im Bereich Umwelt zu finden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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