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Licht & Wasser

Foto: Sorvillo

Die Festung Franzensfeste ist neben Brixen und Neustift auch heuer wieder Austragungsort des Water Light Festivals. Hier wurden die Werke vorgestellt, die sich im Sinne des Festivals mit den Themen Licht und Wasser befassen. In Kooperation mit Museion.

Licht und Wasser. Sechs Kunstwerke, die auf unterschiedliche Weise auf diese Themen eingehen, zeigt das Museion in der Festung Franzensfeste im Rahmen des Water Light Festival.

Die 1986 in Brixen geborene und in Bozen lebende Künstlerin Elisa Grezzani zum Beispiel reduziert in ihrer Installation „Once upon a time“ das Licht auf seine elementarste Erscheinungsform: Zwei mit Ölfarbe und Kunstharz bearbeitete und beliebig miteinander kombinierbare Holzelemente lassen je nach Anordnung und Komposition immer wieder neue Skulpturen entstehen. Das Licht wird auf zwei Strahlen reduziert, die in weißer Farbe leuchten. Der Titel des Werks deutet auf den Anfang einer jeden Geschichte hin und steht für den Ursprung des Universums, der Menschheit, aber auch eines jeden einzelnen Lebens.

Der verstorbene Vinschger Künstler Sven Sachsalber (1987 – 2020) hingegen rudert in der Videoarbeit „Wilhalm (Curon)“ in einem Holzsarg 24 Stunden lang im Reschensee umher: In dieser körperlich anstrengenden Aktion lotet Sachsalber seine eigene Belastbarkeit aus. Das Video ist ein Beispiel für seine performativen und ungewöhnlichen Aktionen, die zwischen Ernst und Scherz wanken. Ausgangspunkt sind einfache, alltägliche Handlungen, die er bis zur Besessenheit wiederholt, um seine eigenen Grenzen herauszufordern.

In Dialog mit der Architektur der Festung tritt die Lichtprojektion „Carré de Lumière projetée“ des Franzosen Michael Verjux (geboren 1956): Dem Künstler geht es um die reine Präsenz von Licht, hier reduziert auf die geometrische Form des Quadrats und auf eine weiße Fläche projiziert. Er arbeitet seit den 1980er Jahren mit starken Beleuchtungsscheinwerfern, die das Tageslicht überstrahlen, in Form eines Kreises oder Rechtecks eine Fläche des Ausstellungsraums beleuchten und dadurch monochrome Werke bilden.

Die Videoarbeit „Planschen“ des Bozner Künstlers Christian Niccoli (geboren 1976) thematisiert das Fehlen von Ankerpunkten in der Gesellschaft und das Gefangensein in der eigenen Welt: Im Video sieht man Frauen und Männer nebeneinander im Wasser mit Schwimmreifen treiben, zunächst in Nahaufnahme, dann aus immer größerer Entfernung. Sie beobachten sich, vermeiden aber jeden Dialog miteinander. Sie scheinen in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein, ohne Ankerpunkte zu finden. Das Video ist Niccolis erste große und wichtige Arbeit, sie entstand bereits vor 15 Jahren, ist aber immer noch aktuell.

In der Installation des bereits verstorbenen italienischen Bildhauers Alik Cavaliere (1926 – 1998) sind auf einer runden Messingscheibe zwei Wasserhähne angebracht, aus einem scheint ein Bronzeblatt wie Wasser zu fließen. Die Messingscheibe weist die eingravierte Signatur des Künstlers und die Widmung an den Künstler Ugo Carrega und an dessen Mailänder Ausstellungsraum “Mercato del Sale” auf. Als Künstler beschäftigte ihn zeit seines Lebens die Beziehung des Menschen zur Natur und zum gesellschaftlichen Leben.

Der britische Konzeptkünstler, Bildhauer und Filmemacher Cerith Wyn Evans (1958) interpretiert schließlich mit „Goodnigth Eileen“ das pulsierende Lichtspiel der bewegten Stadt Tokio bei Nacht: Im Zentrum steht ein Kronleuchter. Dieser erhält von einem Computer den literarischen Text „Goodnight Eileen“ aus „Here to Go“ von Terry Wilson und Brion Gysin (1982) in Morsezeichen umgewandelt.

Außerdem: Der italienische Klangkünstler und Musiker Luca Formentini komponierte auf Einladung der Festung die zwei Soundinstallationen Resonance und Circles. Er nimmt dabei direkt Bezug auf zwei ausgestellte Installationen, nämlich auf Alik Cavalieres Werk und auf die permanente Installation von Peter Fellin „Die göttliche Belastung“. Damit wird die Ausstellung um eine akustische Dimension erweitert.

Die Ausstellungsräume liegen direkt am Stausee und sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Sie bringen die Besuchenden somit auf einer weiteren Ebene in Verbindung zum Element Wasser, das hier der Stromerzeugung dient.

„Die ausgestellten Werke sind – bis auf die Soundinstallation von Luca Formentini, die speziell für diese Ausstellung konzipiert worden ist – allesamt Leihgaben des Museion, das mit Elena Bini zudem auch auf kuratorischer Ebene mitgewirkt hat. Es ist der Festung Franzensfeste ein Anliegen, sich verstärkt mit dem Territorium zu vernetzen und die gute Zusammenarbeit mit Museion bei dieser Ausstellung, für die ich mich im Namen der Franzensfeste herzlich bedanke, ist ein für uns wichtiger Schritt in diese Richtung,“ so der Direktor der Festung Franzensfeste Emanuel Valentin. Mit dabei bei der heutigen Eröffnung waren auch Werner Zanotti, Direktor Tourismus Genossenschaft Brixen und Elena Bini, Verantwortliche des Bereichs Organisation, Sammlung und Archiv im Museion. Im Anschluss an die Eröffnung führten die Kuratorinnen Elena Bini (Museion) und Esther Erlacher (Festung Franzensfeste) mit Elisa Grezzani, Christian Niccoli und Luca Formentini durch die Ausstellung.

Zu sehen ist diese bis 21. Mai täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr.

Infos: www.franzensfeste.info, www.waterlight.it.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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