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Messe im Knast

Fotos: Diözes/Ohnewein

Bischof Ivo Muser hat in der Gefängniskapelle gemeinsam mit den Gefangenen, der Gefängnispolizei und den Mitarbeitern die Wortgottesfeier vor dem Osterfest gefeiert.

111 Männer sind derzeit sind in der Haftanstalt in der Bozner Dantestraße inhaftiert.

Am Mittwoch hat Bischof Ivo Muser in der Gefängniskapelle gemeinsam mit den Gefangenen, der Gefängnispolizei und den (freiwilligen) Mitarbeitern die traditionelle Wortgottesfeier vor dem Osterfest gefeiert. Dabei sagte der Bischof: „Bei der heutigen Feier sagt niemand, dass alles in Ordnung ist. Wir alle müssen die Verantwortung für die eigenen Fehlentscheidungen übernehmen. Aber dennoch: Keiner von euch darf seine Würde, seinen Wert verlieren.“ 

Der Mittwoch in der Karwoche wird auch der „Mittwoch des Verrats“ genannt, weil es der Tag ist, an dem im Evangelium der Verrat Jesu durch Judas betont wird. Bei der Wortgottesfeier in der Gefängniskapelle griff Bischof Ivo Muser dieses Thema auf und sagte:

„Das Evangelium des Mittwochs der Karwoche berührt mich jedes Jahr, ja es bewegt mich tief: Judas verrät Jesus für dreißig Silbermünzen, den Preis eines Sklaven. Und mit dieser Geste wird Judas, der von Jesus bevorzugte Apostel, zu seinem Verräter. Judas verwandelt die empfangene Gnade in einen Verrat, in einen Akt des Misstrauens, der die Freundschaft verweigert. Eine schreckliche Tat, die mit dem Selbstmord des Verräters endet. Und was tut Jesus in dieser Situation? Er antwortet mit Liebe, mit einer bedingungslosen und leidenschaftlichen Liebe, die selbst Judas Hoffnung gibt.“ 

Übertragen auf die Situation der Gefangenen sagte der Bischof weiter:

„Liebe Gefangene, wenn wir aus den Fehlern, aus dem Verrat, den wir in der Vergangenheit begangen und erlitten haben, lernen, kann ein neues Kapitel des Lebens aufgeschlagen werden. Niemand von uns verharmlost, was ihr getan habt. Auch bei diesem Gottesdienst sagt niemand, dass alles in Ordnung ist. Wir alle müssen die Verantwortung für die eigenen Fehlentscheidungen übernehmen. Aber dennoch: Keiner von euch darf seine Würde, seinen Wert verlieren. Jesus ist auch für Judas gestorben!“

Der Bischof appellierte an die Gefangenen, an Reue und Umkehr zu glauben: „Glaubt an einen Gott, der euch nicht ausschließt, der euch nicht vergisst, der auf eurer Seite ist – trotz allem. Und bittet all jene um Vergebung, die ihr verraten, getäuscht und betrogen.“

Seine Predigt schloss der Bischof mit der Hoffnung, dass Ostern, „das für uns Christen das Fest über allen Festen ist, uns wieder Mut macht; dass wir uns entscheiden für den Meister, für alle Opfer, für die Vergebung und für eine Liebe, die größer ist als der Verrat, der Hass, die Ausgrenzung, die Gewalt, das Verbrechen, der Tod und das Grab“.

Der Bischof bedankte sich bei Pater Giorgio Gallina und den Freiwilligen, die mit den Gefangenen arbeiten. Einen Dank richtete Muser auch an Bruno Bertoldi, der seit nunmehr 53 Jahren mit dem Verein „Assistenti volontari

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Kommentare (2)

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  • pingoballino1955

    Aus dem Verrat,den wir in der Vergangenheit begangen haben,meinten sie die systematische VERTUSCHUNG der
    .Missbrauchsfälle in Südtirol? Warum antworten sie eigentlich nie den BÜRGERN.INNEN auf solche Fragen? HEUCHLER!!!

  • gerhard

    Ja dann übernehmen Sie doch endlich Verantwortung bezüglich Ihrer Fehlentscheidungen.
    Beauftragen Sie uneingenommene, ehrliche und neutrale Fachleute um die widerwärtigen Kinderschändungen in Ihrer Diözese untersuchen zu lassen.
    Hören Sie auf zu lügen, zu mauern, zu bagatelisieren und zu vertuschen .
    Nur weil Ihr Ex-Capo, der Schande-Papst Benedikt16 das gemacht hat, ist das noch lange nicht richtig!

    Was Sie da machen ist, so Ihre Worte,
    „größer als der Verrat, der Hass, die Ausgrenzung, die Gewalt, das Verbrechen, der Tod und das Grab“.
    und
    Und bitten Sie ENDLICH all jene um Vergebung, die Sie verraten, getäuscht und betrogen haben durch Ihre böse Hinhaltetaktik!.

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