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„Ich will raus“

Karl Peter Schnittler als Zeuge im Rainer-Prozess (Foto: Aus dem Buch „Der Mordfall Waldner“)

Die Anwälte von Karl Peter Schnittler stellen einen Enthaftungsantrag an das Freiheitsgericht. Und streben einen raschen Abschluss des Strafverfahrens an.

von Thomas Vikoler

War der Großeinsatz am Sonntag vor einer Woche in der Villa Elsa in Obermais nichts anderes als das Ergebnis eines banalen Streits zwischen mehreren psychisch labilen Personen, den Bewohnern des heruntergekommenen Ex-Hotels?

Einiges deutet allerdings darauf hin, dass der Einsatz von rund 50 Beamten von Polizei und Carabinieri nicht spontan erfolgt ist. Der Konflikt zwischen Eigentümer Karl Peter Schnittler, 62, und seinen beiden Untermietern Max Leitner und Hans Schörghofer schwelte bereits seit einiger Zeit (die TAGESZEITUNG berichtete).

Auf jedem Fall endete das Ganze mit der Festnahme Schnittlers wegen Waffenbesitzes und dem Verdacht des internationalen Terrorismus.

Max Leitner räumt inzwischen ein, dass er es war, der am Sonntagmorgen die Polizei verständigt hat – er und Schörghofer seien von vier Personen tätlich angegriffen worden.

Gastgeber Karl Peter Schnittler bemüht sich inzwischen um eine Aufhebung der gegen ihn verhängten U-Haft im Bozner Gefängnis.

Seine Anwälte Martin Ganner und Erwin Dilitz werden in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag an das Bozner Freiheitsgericht stellen.

Das Freiheitsgericht wird sich voraussichtlich kommende Woche damit befassen. Gleichzeitig streben sie für ihren Mandanten einen gerichtlichen Vergleich zwecks schnellen Abschlusses des Strafverfahrens an. Sie gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft ihm allein Waffendelikte vorhält. Der Terrorismusverdacht sei vom Tisch, auch wenn die Auswertung von Schnittlers beschlagnahmten Computer nicht abgeschlossen sein dürfte.

Vom Plan, Ex-Richter Edoardo Mori mit einem Parteiengutachten zu den rund 80 beschlagnahmten Objekten zu beauftragen, haben Ganner und Dilitz inzwischen Abstand genommen. „Es handelt sich um Waffen, die zum Teil unbrauchbar sind“, sagt Anwalt Dilitz.

Schnittler hatte beim Garantieverhör erklärt, er habe die Büchsen von seinem verstorbenen Vater bzw. Bruder übernommen. Für nicht gemeldete Waffen wolle er die strafrechtliche Verantwortung übernehmen.

Sollte das Freiheitsgericht den Enthaftungsantrag annehmen, gibt es ein Problem für Schnittler.

In der Villa Elsa hausen weiterhin die unliebsamen Untermieter. „Wir erwägen zivilrechtliche Schritte, um sie hinauszubekommen. Es gibt keinen rechtlichen Titel für ihren Verbleib“, sagt Dilitz.

Schnittler hatte seinem Nachcousin Schörghofer und Max Leitner ab dem Mai 2020 Unterkunft in der Villa Elsa gewährt. Ohne Mietvertrag.

Max Leitner (Archivfoto: TZ/Lisi Lang)

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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