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„Kaum zu rechtfertigen“

Foto: Heimatpflegeverband

Mehrere Umweltverbände aus Südtirol, Belluno und Tentino kritisieren den geplanten Bau einer neuen Bobbahn für die Olympischen Spiele in Cortina und fordern ein Umdenken.

Bei einem Treffen Mitte Oktober in Cortina d‘Ampezzo haben sich die mehrere Umweltverbände aus dem Belluno, Trentino-Südtirol und Tirol über die Baumaßnahmen für Olympia 2026 ausgetauscht und insbesondere die exponentiell steigenden Kosten für die vorgesehenen Sportstätten diskutiert.

Die Olympischen Spiele 2026 sollten laut Bewerbungs-Dossier „grüne“ Spiele ohne negative Umweltauswirkungen werden: „Wie bekannt entsprechen die zu errichtenden Sportanlagen sowie die geplanten Straßen- und Mobilitätsprojekte nicht oder nur teilweise den im Bewerbungsdossier enthaltenen Richtlinien. Doch nicht nur dieses Ziel wird verfehlt, auch die viel proklamierten Grundsätze der Nachhaltigkeit werden nicht erfüllt. So wurde die gesetzlich vorgeschriebene Strategische Umweltprüfung (SUP) nicht durchgeführt und es gab es keinen partizipativen Prozess für eine gemeinsame Entscheidungsfindung. Sämtliche geplanten Maßnahmen wurden in Auftrag gegeben, ohne dass die Betroffenen, Verbände, Bürgerinnen und Bürger in Kenntnis gesetzt wurden oder sich einbringen konnten“, schreiben die Umweltverbände.

In einer gemeinsamen Erklärung schreiben die Umweltverbände:

„Besonders umstritten – und zwar weit über die Dolomitenregion hinaus – ist die neue Bobbahn in Cortina. Dieses besonders kostspielige Projekt (ca. 100 Mio. €) ist kaum zu rechtfertigen, da sie nur für wenige Wettbewerbe genutzt würde. Gegen dieses teure und invasive Projekt gingen über die Plattform „Change“ bereits 4.586 Unterschriften ein. Vor Ort, in Cortina, unterzeichneten im Laufe des vergangenen Sommers 2022 1.185 Personen die Petition, die an den IOC-Präsidenten weitergeleitet wurde“.

Die in Cortina versammelten Umweltverbände haben entschieden, durch verschiedene Initiativen den Bürgerinnen und Bürgern die Vorhaben bekannt zu machen, ihnen die Tragweite vor Augen zu führen und sich für eine für die Landschaft, den Klimaschutz und nicht zuletzt für die Taschen der Steuerzahler nachhaltigere Lösung einzusetzen.

In diesem Sinne appellieren die Umweltverbände an die politischen Entscheidungsträger, die seit Jahrzehnten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenraum feiern, sich für die Nutzung der Bobbahn Innsbruck-Igls einzusetzen und vom aktuellen Projekt in Cortina Abstand zu nehmen. „Einem Projekt, das den Abriss der historischen Monti-Bahn vorsieht und an seine Stelle ein neues Bauwerk in bewohntes Gebiet setzt – mit einschneidenden Folgen für die Umwelt“, so Heimatpflegeverband und Co. Auch appellieren die Verbände an die politischen Entscheidungsträger, sich im Geiste einer effektiven grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gegen die unangemessene Verwendung des „Fondo Brancher“ zu stellen. Der Fond, der jährlich 80 Millionen Euro bereitstellt und Grenzgemeinden im Veneto und in der Lombardei in ihrer Entwicklung unterstützt, soll nicht für den Bau und die Erhaltung der Bobbahn verwendet werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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