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„Schlechteste Regierung aller Zeiten“

Diego Nicolini

Der 5-Sterne-Politiker Diego Nicolini kritisiert die „Kriegsrhetorikerin“ Julia Unterberger und den „Wendehals“ Luigi Di Maio – und fordert den Austritt aus der Regierung Draghi.

Tageszeitung: Herr Nicolini, was sagen Sie zum Austritt Ihres langjährigen Weggefährten Di Maio?

Diego Nicolini: Die meisten von uns sind glücklich darüber, dass Di Maio geht. Er wird schon lange als Fremdkörper gesehen.

Als Grund nannte der Außenminister die Haltung der 5 Sterne im Ukraine-Konflikt …

Das ist nur eine Ausrede. Es stimmt nicht, dass es innerhalb der 5 Sterne eine gespaltene Vision zur Ukraine gibt. Wir verurteilen aufs Schärfste die Politik Russlands und fordern, dass alles in unserer Macht Stehende unternommen wird, um der ukrainischen Bevölkerung zu helfen. Wir haben geschlossen für die Resolution der Regierung gestimmt – zum Ärger von Di Maio, der gehofft hat, dass wir dagegen stimmen würden. So hätte er eine Entschuldigung für seinen Austritt gehabt.

Die Grillini sind sehr kritisch, was Waffenlieferungen betrifft?

Mit der Resolution wird die bisherige Politik Italiens bestätigt. Conte musste insofern nachgeben, als sie kein Nein zu Waffenlieferungen beinhaltet. Im Gegensatz zu Deutschland, das seine Waffenlieferungen im Internet veröffentlicht, hält Italien seine Lieferungen geheim. Wir halten den Weg der Waffenlieferungen für falsch. Jeden Tag sterben im Ukraine-Krieg Tausend Menschen. In Teilen der besetzten Gebiete leben mehrheitlich russischsprachige Menschen; diese Gebiete können nicht mehr zurückerobert werden. Die Sanktionen der EU treffen stärker unsere als die russische Bevölkerung. Es braucht jetzt dringend eine diplomatische Lösung. Daher hat mich die Rede von SVP-Senatorin Julia Unterberger enttäuscht, die noch immer auf eine Kriegsrhetorik setzt.

Warum hat Di Maio die Bewegung verlassen?

Seit der Wahl des Staatspräsidenten hat Di Maio Signale eines bevorstehenden Austritts ausgesendet. Er wollte Mario Draghi zum Staatspräsidenten wählen, was Conte zum Glück verhindern konnte. Alle unsere Aktivisten und Sympathisanten sind von seinem beschämenden Verhalten enttäuscht. Man muss sich in Erinnerung rufen, was Di Maio noch vor ein paar Jahren gesagt hat: Parlamentarier, die nicht mehr die Ideen und Werte der Bewegung teilen, sollten ihr Mandat zurücklegen. Er führte sogar eine Strafe von 100.000 Euro für die Abtrünnigen ein. Nur um seinen eigenen Stuhl zu retten, hat er nun diese Kehrtwende vollzogen. Ihm und seinen Gefolgsleuten, die nicht zwölf Monate auf ihr Gehalt verzichten wollen, blüht nun dasselbe Schicksal wie Angelino Alfano und Matteo Renzi, die ihre Parteien gespalten haben: nämlich als Zwei-Prozent-Partei zu enden.

Welche Auswirkungen hat die Spaltung der 5-Sterne-Bewegung auf die Regierung Draghi?

Ich hoffe, dass wir aus der Mehrheit, in der wir irrelevant geworden sind, austreten. Wäre das vor der Spaltung passiert, hätte es sofortige Neuwahlen gegeben. Das wollten Di Maios Unterstützer unbedingt vermeiden. Die Regierung Draghi ist die Schlechteste, die Italien je gehabt hat. Sie kümmert sich nicht um die Probleme der Bürger. Bei einer Inflation von zehn Prozent laufen wir Gefahr, dass ein Großteil des Mittelstands in die Armut abrutscht. Dennoch will diese Regierung die Unterstützungsmaßnahmen, etwa den 110-Prozent-Bonus, abschaffen. Diesem Treiben können wir nicht länger zusehen.

Interview: Matthias Kofler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (26)

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  • steve

    Selten einen größeren Schwachsinn gelesen: dies zeigt wie fernab der Realiät diese Bewegung steht.

    Der Herr möge doch erklären, wie man mit einem Größenwahnsinnigen, der nach einem Erfolg gleich das nächste Land aufs Korn nimmt, eine diplomatische Lösung erreicht.

    Sich wegducken hat auch bei Hitler nichts gebracht!

    • watschi

      steve, mag alles sein, aber wie will man intelligenten menschen erklären, dass eine wie die unterberger, die nicht einmal weiss wie man “krieg”ausspricht, entscheidungen darüber fällt.

    • enfo

      Ich möchte wissen woher ihre Feststellung kommt, dass Russland gleich das nächste Land angreift. Was soll diese ganze Kriegstreiberei?
      Lesen sie mal ein Buch anstatt bei Maischberger den Deutschen Fanatikern zuzuhören

      • ronvale

        Warum unterstellen sie Steve keine Bücher zu lesen?

        Ihnen würde ich die Lektüre von Karl Popper
        Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
        empfehlen

        • enfo

          Hab ich wahrscheinlich öfter gelesen als sie. Wobei sich die Kritik vir allem auf Marx, Platon und Hegel bezieht. Was die Ukraine mit einer offenen Gesellschaft zu tun hat erkenne ich auch nicht.
          Ich wollte mich auf Scholl-Latour usw beziehen, die diesen Konflikt schon vor über 10 Jahren kommen gesehen haben.

          • steve

            Wahrscheinlich erkennen sie den russischen Angriff auf die offene Gesellschaft auch nicht.
            Wird in Russland nicht über die Wiederherstellung der Udssr diskutiert und will Putin nicht eine Brücke bis nach Transnistrien schlagen.
            Schön wenn Scholl Latour den Konflikt kommen sehn hat, wer hätte denn den Ukrainern deswegen verbieten können in Richtung offene Gesellschaft zu gehn. Keiner der Oststaaten wurden in die NATO gezwungen, sie wollten freiwillig dahin.
            Warum wohl?!

      • steve

        Ich lese ständig Bücher und Maischbergers deutsche Fanatiker interessieren mich nicht.
        Leute wie sie hätten bei Hitler wohl auch gesagt: gebt dem die Sudetendeutschen Gebiete dann ist Schluss!
        Außerdem hat Putin schon länger der freien offenen Gesellschaft den Krieg erklärt, denn diese bedroht ihn am meisten!

        • watschi

          steve, wollen wir jetzt wirklich putin mit hitler vergleichen? einen hitler gibt es nicht zweimal. nicht heute, nicht morgen, wohl nie mehr wieder. es wäre, als würde man im fussball einen stürmer vom fc südtirol mit diego armando maradona vergleichen

          • steve

            Wart nur bis er dir eine seiner kleinen Atombomben vor die Füße schmeist: wenn ers nicht macht dann wohl nur, weil ihn Biden im Zaum hält.
            Aber soweit reicht deine Phantasie wohl nicht!

  • asterix

    So ganz unrecht hat Nicolini nicht. Abgesehen vom Ukraine Krieg ist dieser Austritt nur ein Manöver den eigenen Ars… zu retten. Bei den nächsten Wahlen ist M5S weg vom Fenster. Also muss jetzt schnell ein Fahnenwechsel her. Als Leader einer kleinen Partei könnte es gerade wieder reichen. Da muss eine Sperrkkausel her, dann hören die Spielchen auf.

  • heracleummantegazziani

    „Im Gegensatz zu Deutschland, das seine Waffenlieferungen im Internet veröffentlicht, hält Italien seine Lieferungen geheim.“
    Da ist der gute Nicolini wohl wieder einem Fake des Parteiorgans Il Fatto Quotidiano aufgesessen. Die M5S-Bewegung ist Teil der Regierung und daher weiß sie sehr wohl über die Waffenlieferungen Bescheid, zumal auch der betreffende Minister das Copasir regelmäßig darüber informiert.

  • pingoballino1955

    Di Maio und Co-die Ratten verlassen das sinkende SCHIFF 5 stelle. Bringt nichts!

  • vinsch

    Diese ganzen Austritte und Neugründungen von Parteien haben das alleinige Ziel weiterhin von der Politik zu leben. Der M5S ist die größte Enttäuschung, Di Maio kann sich verstecken, denn seine Wähler gibt es nicht mehr und sollte der reddito di cittadinanza abgeschafft werden, dann gibt es diese Partei nicht mehr, weder die noch die neu gegründeten.

  • enfo

    Geheim vor der Bevölkerung und Ausland

  • roger

    Herr Nicolini, da sie wie die meisten Grillini nur Käse reden, sollten sie Di Maio zurückholen und selbst ihren Posten räumen!!!

  • wollpertinger

    Der Nicolini ist sicher der schlechteste Politiker aller Zeiten in Südtirol. Das wusste man bereits, daher hätte es dieses Interview, mit dem er seine politische Orientierungslosigkeit unter Beweis gestellt hat, gar nicht mehr gebraucht.

  • robby

    Wer ist noch mal Nicolini?
    Sollte man jede Null kennen?

  • pe

    Bald nicht mehr im Landtag, der Herr.

  • dn

    Draghi wie Monti, ganz demokratisch gewählt.

  • george

    Nicolini spricht hier als echter Parteifanatiker. Augen zu, Ohren zu, eigenes Denken aus und das Mundwerk weit offen, so wie einige von euch hier.

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