Du befindest dich hier: Home » Politik » „Blanker Hohn“

„Blanker Hohn“

Die STF wettert gegen der Regierungskommissär: In Sachen Sprachgebrauch sei er nicht neutral, die Autonomie sei ihm egal.

Myriam Atz Tammerle schickt polemisch voraus:

„Wer Gesetze nicht einhält, wird bestraft. Außer man verletzt die Grundsäulen der Autonomie!!“

Die Antwort auf eine Anfrage der Süd-Tiroler Freiheit zeige, wie die Südtiroler systematisch diskriminiert werden!

„71 Fälle von nicht eingehaltener Zweisprachigkeit landeten in den letzten drei Jahren auf dem Tisch des Regierungskommissars. Dabei zeigt die Erfahrung, dass die wenigsten Fälle gemeldet werden. Fast immer wird die deutsche Sprache missachtet“, gibt die Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle zu bedenken.

Die Süd-Tiroler Freiheit wollte wissen, wie hoch die Strafen für diese Gesetzesbrüche waren.

Die Antwort: Bei keinem der 71 Fälle gab es Strafen!

Das Regierungskommissariat wolle „sensibilisieren“ statt sanktionieren.

Für die Süd-Tiroler Freiheit blanker Hohn: „In den letzten Jahren wurden uns hunderte Fälle gemeldet. Ob im Krankenhaus, bei der Post oder den Carabinieri: was hat die angebliche ‚Sensibilisierung‘ gebracht?!“

Die Diskriminierung der deutschen Sprachgruppe habe System!

„Seit 50 Jahren ist das Zweite Autonomiestatut in Kraft und seit 34 Jahren das Dekret zur Zweisprachigkeit. Noch nie wurde auch nur eine Strafe ausgestellt, weil die deutsche Sprache missachtet wurde. Nie! Und umgekehrt? Immer wieder hagelt es Strafen für Betriebe, da Produkte ,falsch‘, sprich nicht italienisch, etikettiert werden. Kein Italienisch: Strafe! Kein Deutsch: kein Problem!“, so die STF.

Die Abgeordnete Atz Tammerle betont: „Dem Regierungskommissar sind die deutsche Sprache und die Autonomie egal! Er ist nicht neutral! Wir fordern deshalb erneut, dass das Land Südtirol für die Einhaltung der Autonomie und die Strafen zuständig sein muss. Sonst wird die Diskriminierung nicht aufhören!“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen

  • gscheidhaferl

    Hab mal was in den Gemeinde Bozen benötigt. Alle Versuche mit deutscher Sprache weiterzukommen sind vom Portier bis zum zuständigen Büro durch die Bank gescheitert.
    Entweder konnten sie die Zweitsprache nicht (wie die wohl die Prüfung geschafft haben?) oder die Angestellten wollen bewusst ihrer Pflicht nicht nachkommen.

  • artimar

    Rechte müssen tagtäglich gebraucht bzw. auch eingefordert werden. Ansonsten werden sie immer mehr zu Totes Recht. Die gilt auch für die vorgesehenene volle Gleichberechtigung (complete equality of rights) des Gruber-De-Gasperi-Abkommens im Rahmen des Pariser Friedensvertrags.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2024 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Privacy Policy | Netiquette & Nutzerbedingungen | AGB | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen