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„Es war an der Zeit“

Heinrich Oberleiter

Mit großer Freude begrüßt der Südtiroler Heimatbund (SHB) die Begnadigung des Südtiroler Freiheitskämpfers Heinrich Oberleiter durch den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella.

Um die Begnadigung hatten die Kinder des Erkrankten angesucht.

„Es wäre auch an der Zeit, dass Italien in Bezug auf die übrigen Südtiroler Freiheitskämpfer einen versöhnlichen Schlussstrich unter ein tragisches Geschehen zieht, in welchem sich die römische Politik nicht mit Ruhm bedeckt hat“, schreibt SHB-Obmann Roland Lang.

Und weiter:

„Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die nie gesühnten Folterungen wehrloser Häftlinge in den Carabinieri-Kasernen und an den Einsatz verdeckt agierender Geheimdienstagenten, die auch vor Provokation und Mord nicht zurückschreckten.  Dem italienischen Staatspräsidenten ist zu danken, er ist aber auch gebeten, eine abschließende umfassende Versöhnungshandlung zu setzen.“

SHB-Obmann Roland Lang

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • lavendel

    Ah, ja. Warum nicht? Hat er wirklich nix Böses getan? Alles verjährt? Reue?

    • klum

      Und wie sieht es auf der anderen Seite aus? Hat die wirklich nix Böses getan? Alles verjährt? Reue? Man spricht da immerhin von Mord, Folter und Misshandlungen mit Todesfolge. Da wurde niemand verurteilt und somit auch keine Begnadigung.
      Es ist ein Versöhnungszeichen!

  • artimar

    Eines ist dieser Akt bestimmt nicht, „ein wichtiges Zeichen von großer Sensibilität“ (LH Kompatscher) oder gar der Großherzigkeit. Sondern wohl vielmehr die Ausfertigung eines besonderes beschämenden Aktes des politischen Italiens durch Mattarella. Denn von einem Rechtstaat dürfte man sich zumindest eine seriöse Aufarbeitung erwarten — über die Gründe, die zur damaligen Gewalteskalation beigetragen haben, über die Folterungen und Misshandlungen sowie über die Rolle von Geheimdienst, Militär und Polizeikräften. All dies ist bislang von offizieller Seite kaum bis gar nicht erfolgt.
    Nach fast 60 Jahren und 30 Jahren nach einer internationalen Vereinbarung über die vorgesehene Begnadigung der Südtirol-Aktivisten im Zuges der Streitbeilegungserklärung zwischen Österreich-Italien vor der UNO-Vollversammlung, hat es bei einem “Obleteir“ (statt Obleiter, „Sebas“ statt Sebastian) schon mal geklappt. So viel zur Aussage über die ach so „große Sensibilität“.
    Die Aussendung des obersten it. Richters und Staatspräsidenten:
    „A Heinrich Sebas Oberleteir, classe 1941, è stata concessa la grazia relativa alla pena dell’ergastolo, irrogata per la partecipazione ad atti terroristici compiuti in Alto Adige tra il 1966 e il 1967. Nell’adottare il provvedimento il presidente della Repubblica ha tenuto conto del fatto che i suoi atti criminosi non hanno provocato decessi, del ravvedimento del condannato che, in una dichiarazione allegata alla domanda di grazia presentata dai figli, ha espresso ripudio della violenza e forte rammarico per le vittime di tutti gli attentati di quel periodo e per il dolore arrecato alle loro famiglie, della sua età, del parere favorevole del Procuratore Generale competente e del perdono concesso dalle due persone offese che è stato possibile interpellare nel corso dell’istruttoria, nonché della condizione di generale concordia da tanto tempo raggiunta a distanza da quella stagione.”
    Es ist nur zu hoffen, dass auch der bisherige Heinrich Sebastian Oberleiter formalrechtlich nun tatsächlich “begnadigt” ist und nicht noch bei der Einreise bis zur Namensrichtigstellung des Aktes in Italien in Haft kommt.

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