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Brauche ich einen neuen TV?

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Ab dem 20. Oktober verbreitet die Rundfunkanstalt Südtirol alle Fernsehprogramme alle ihre Programme in HD-Qualität. Wer sich nun einen neuen Fernseher kaufen muss.

von Markus Rufin

Die Umstellung des Fernsehstandards auf DVB-T2 betrifft zahlreiche Haushalte in Südtirol. Weil in den letzten Tagen die Nachricht die Runde machte, dass die Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) die Umstellung vorzieht, sorgte das für Aufsehen. Für viele war nicht klar, ob der Kauf eines neuen Gerätes notwendig ist oder nicht.

Die TAGESZEITUNG hat nun die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Warum ist die Umstellung des Fernsehstandards auf DVB-T2 notwendig?

Das hängt mit der Einführung von 5G zusammen. Der Mobilfunk braucht immer mehr Frequenzressourcen. Bereits vor einigen Jahren wurde ein Teil des Fernsehbandes an den Mobilfunk abgegeben. Nun wurde erneut Fernsehband an Mobilfunkanbieter versteigert. Programme, die auf mehreren Kanälen übertragen werden, müssen mit weniger Frequenzen übertragen werden, weshalb es einen besseren Fernsehstandard braucht.

Ab wann erfolgt die Umstellung auf DVB-T2?

„Die Umstellung erfolgt schrittweise“, erklärt Georg Plattner, Generaldirektor der Rundfunkanstalt Südtirol. Der erste Schritt erfolgt am 20. Oktober. Dann wird die Qualität der Programme auf HD mit der Kodierung MPEG4 umgestellt.

Welche Sender sind von der Umstellung betroffen?

Betroffen sind nur die Kanäle auf dem terrestrischen Kanal. Das Sattelitenfernsehen (Privatsender wie ProSieben, Kabel 1, Sat 1 und so weiter) ist von der Umstellung nicht betroffen. Das heißt, künftig werden die RAS-Programme (beispielsweise ORF, SRF, ARD oder ZDF) in HD übertragen. Auch der nationale Sender Rai wird einige Spartensender wie Rai 4, Rai 5, Rai Yoyo umstellen. Ebenso der private Sender Mediaset, der ab dem 20. Oktober Sender wie Boing Plus, Radio 105 oder TGCOM24 nur noch auf HD überträgt.

Wann ist ein Sendesuchlauf notwendig?

Zum einen ist der Sendersuchlauf am 20. Oktober notwendig, da dann die Umstellung auf HD erfolgt. Allerdings werden auch die Kanäle umgestellt, sagt Plattner: „Zum einen wird der Inhalt, zum anderen aber auch der Sendekanal umgestellt. Das wird zonenweise vom 19. Oktober bis zum 4. November geschehen.“Das heißt, je nach Zone ist ein zweiter Suchlauf notwendig. „In der Zone Großraum Bozen muss man beispielsweise am 4. November einen Sendersuchlauf starten, um alle Programme empfangen zu können“, sagt Plattner (siehe Karte).

Was ist, wenn mein Fernseher keine HD-Programme empfangen kann?

Laut Schätzungen der RAS dürften 95 Prozent der Südtiroler bereits über ein Gerät verfügen, das HD-Programme empfangen kann. Daher ist der Kauf eines neuen Gerätes für die meisten noch nicht zwingend notwendig. Fernseher die keine HD-Programme empfangen, müssen ersetzt werden.

Wann erfolgen die weiteren Schritte der Umstellung?

Das einige was sich ab dem 20. Oktober ändert ist also die Qualität der Sender, zudem werden einige neue Sender wie ORF Sport+ verfügbar. Bis 2023 werden die Kanäle auf HD schrittweise umgestellt. Voraussichtlich im Frühjahr werden auch die restlichen Kanäle auf HD umgestellt, das heißt, im Frühjahr ist ein weiterer Sendersuchlauf notwendig, um die Hauptprogramme der Rai und unter anderem den Rai Südtirol weiterhin zu empfangen. „Problematischer wird die Umstellung auf DVB-T2 mit der Kodierung HEVC Main 10, die erst ab dem 1. Jänner 2023 geplant ist“, meint Plattner. Bis dahin werden einige Südtiroler ihre Geräte austauschen müssen.

Welche Geräte müssen bis 2023 ersetzt werden?

Die RAS geht davon aus, dass alle Geräte, die nach Dezember 2018 gekauft wurden, kompatibel sind. Diese Geräte müssen dementsprechend nicht ersetzt werden. Die meisten Geräte, die vorher gekauft wurden, sind wohl nicht kompatibel. „Nur einige höherwertige Fernseher wie jene von Loewe hatten diese Technik bereits 2015 eingebaut“, weiß Plattner.

Wie weiß ich, ob mein Fernseher für die Umstellung auf DVB-T2 am 1. Jänner 2023 kompatibel ist?

Die Umstellung auf HD sollte für die meisten Südtiroler kein Problem darstellen. Um zu überprüfen, ob der Fernseher aber auch für die Umstellung auf DVB-T2 im Jahr 2023 kompatibel ist, reicht es, auf den terrestrischen Kanälen mit der Fernbedienung den Kanal 100 beziehungsweise 200 zu suchen. Dabei handelt es sich um Testprogramme der Rai beziehungsweise von Mediaset. Ist der Fernseher kompatibel, erscheint ein blauer Testbildschirm, ist auf dem Kanal nichts zu sehen, kann man ab der Umstellung 2023 keine terrestrischen Kanäle mehr empfangen.

Muss man sich zwingend einen neuen Fernseher kaufen?

Nein, es ist auch möglich, einen Decoder (Empfangsbox) zu kaufen. Für Familien mit einem ISEE-Einkommen unter 20.000 Euro gibt es eine zusätzliche Prämie in Höhe von 30 Euro. Diese sind bereits ab 30 Euro erhältlich, sagt Georg Plattner: „Ein vernünftiger Decoder, mit dem man nicht mehr umschalten muss, kostet rund 100 Euro. Daneben gibt es dann einige zusätzliche Funktionen.“Auch der Kauf eines Fernsehers sei für die meisten machbar. „Für 300 Euro bekommt man ein vernünftiges Gerät, ab 500 Euro sind es bereits gute Fernseher mit einem 55-Zoll-Bildschirm.

Wie kann man die Verschrottungsprämie beanspruchen?

Dazu muss die RAI-Gebühr bezahlt worden sein. Gibt man dann seinen alten Fernseher ab, erhält man 20 Prozent des Einkaufswertes des neuen Gerätes bis maximal 100 Euro. Ein Gerät, das 500 Euro kostet, kann also dank der Verschrottungsprämie nur mehr 400 Euro kosten. Der Fernseher muss älter als 2018 sein.

Könnte es zu Engpässen beim Kauf eines Fernsehers kommen?

Diese Befürchtung gab es zu Anfang. Plattner entwarnt nun aber: „Momentan gibt es genügend Geräte. Wenn es im Herbst eine italienweit Umstellung gegeben hätte, hätte es Engpässe gegeben, da wir die Umstellung nun aber vorgezogen haben, sind genügend Geräte verfügbar.“

Wann muss ich also einen neuen Fernseher kaufen?

Der Kauf eines neuen Fernsehers, der mit DVB-T2 kompatibel ist, ist nicht sofort notwendig, sofern er HD-Programme empfangen kann. Da die meisten Geräte, die vor Dezember 2018 gekauft wurden, aber spätestens 2023 nicht mehr kompatibel sein werden, rät Plattner dazu, frühzeitig aktiv zu werden.

Wo kann ich mich über die Umstellung bei Fragen informieren?

Einige Informationen stehen bereits auf der Webseite der Rundfunkanstalt Südtirol (www.ras.bz.it). Diese wird außerdem eine Werbekampagne starten, um die Bevölkerung umfassend aufzuklären. In der Umstellungsphase wird außerdem eine Hotline eingerichtet, sodass man jederzeit Auskünfte gegeben werden können. Zudem informiert das Land, wann welche Zone einen Sendersuchlauf starten muss.

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