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Der letzte „Zuhälter“

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Ein Prozess am Landesgericht gibt tiefe Einblicke in die Bozner Zuhälter-Szene.

von Thomas Vikoler

Im Jahre 2016 erließ der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi eine Verordnung, welche Freiern das Anhalten ihres Fahrzeugs vor am Straßenrand stehende Prostituierten unter Strafe stellte. Das hatte offenbar auch Auswirkungen für die Zuhälter, wie aus den Ermittlungsakten der Polizei zu einer Offensive gegen die Straßenprostitution im Sommer 2017 in der Landeshauptstadt hervorgeht. Die Zuhälter lieferten ihre Prostituierten von da an vornehmlich am Parkplatz der Talstation der Kohlerer Seilbahn ab, um sie dort wieder abzuholen.

Sieben Rumänen wurden der organisierten Zuhälterei beschuldigt, sechs von ihnen schlossen bald darauf einen gerichtlichen Vergleich ab. Der siebte, der heute 41-jährige F.C.D., entschied sich gegen diesen Weg. Gegen ihn startete am Montag am Landesgericht der Prozess zum Vorwurf der Zuhälterei. Ein ermittelnder Polizist beschrieb dabei detailliert, das enge Verhältnis von F.C.D. mit drei Prostituierten, von denen eine als „Cicciona“ bezeichnet wird, seine regelmäßigen Fahrten zur Kohlerer Seilbahn usw.

Die drei Prostituierten sind von der Anklage als Zeuginnen aufgerufen, das Kalkül der Verteidigung von F.C.D. ist wohl, dass die drei Zeuginnen den Vorladungen nicht folgen werden.

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