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Die Zellen-Allergie

Max Leitner im Polizeiwagen (Foto: TZ/Lisi Lang)

Der vor einer Woche festgenommene Ausbrecherkönig Max Leitner hofft darauf, noch diese Woche aus der Haft entlassen zu werden. Seine Anwälte basteln an einem gerichtlichen Vergleich und haben ein Gutachten erstellen lassen.

von Thomas Vikoler

Gegen Gefängniszellen hat Max Leitner in seiner langen kriminellen Karriere eine starke Allergie entwickelt. Eine, die auch nach 26 Jahren Aufenthalt hinter Gittern und fünf geglückten Ausbrüchen nicht abgeklungen zu sein scheint.

Auch aus diesem Grund bemühen sich Leitners Verteidiger Angelo Polo und Martin Fill seit Tagen um Abhilfe.

Umgehend nach der Verhängung von U-Haft gegen Leitner durch Untersuchungsrichter Peter Michaeler am Montag haben die Anwälte einen Enthaftungsantrag an das Freiheitsgericht gestellt, die Verhandlung wurde für kommenden Montag angesetzt.

Eine Entscheidung gibt es erfahrungsgemäß nicht früher als zwei Tage nach der Verhandlung.

Inzwischen basteln die Strafanwälte an einem gerichtlichen Vergleich, um den 65-Jährigenbereits vor diesem Termin aus der U-Haft zu befreien. Ein Deal mit der Justiz, der nach ihren Vorstellungen mit der umgehenden Enthaftung einhergehen sollte.

Wie berichtet, war Leitner in der Nacht auf vergangenen Freitag nach einem Handgemenge mit der Polizei in der Nähe des Bozner Nachtlokals Showgirl wegen Widerstandes gegen Amtspersonen, Körperverletzung und Besitzes einer Kriegswaffe festgenommen worden.

Dies, nachdem eine Prostituierte zwei Einschüsse in ihrem Kleinwagen gemeldet hatte.

Der verhaftete Max Leitner (Foto: TZ/Lisi Lang)

Die Schüsse waren laut den Erkenntnissen der Ermittler zwei Stunden vor der Festnahme von Max Leitner abgefeuert worden.

Ein Einschüchterungsversuch im Kampf um Standplätze für Prostituierte.

Für die Verteidiger Leitners sind die Haftgründe nicht gegeben, Richter Michaeler hatte dem Ausbrecherkönig erschwerte Tatwiederholungsgefahr mit Waffengebrauch unterstellt.

Polo und Fill bestreiten, dass es sich bei der sichergestellten P38-Pistole um eine Kriegswaffe, wie im Festnahmeprotokoll angeführt, handle.

Unterstützung bekommen sie hier vom früheren Richter und Waffenrechtsexperten Edoardo Mori, der für sie ein Gutachten erstellt hat.

LESEN SIE AM FREITAG IN DER PRINT-AUSGABE:

* Was im Mori-Gutachten steht.

* Und: Wie die Strategie der Leitner-Verteidiger im Detail aussieht.

Die in Max Leitners Wagen sichergestellten Waffen (Foto: TZ/Lisi Lang)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • wollpertinger

    Man muss dem Max Leitner natürlich die Möglichkeit geben, seiner geregelten Arbeit als Zuhälter nachzugehen. Sonst muss er ja auf Kosten der Allgemeinheit verköstigt werden. Das Herumballern mit allen möglichen Waffen ist nun einmal sein Hobby. Pistolen mit dem Kaliber 9 mm gelten zwar als Kriegswaffen, aber ich würde wetten, dass der Leitner sich vor jedem Krieg drücken wird. In diesem Sinne ist er geradezu Pazifist und seine Pistole eher nur ein Gerät zur Lärmerzeugung.

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