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Schon wieder Starkregen

(Foto: Landeswetterdienst)

In der Nacht auf Sonntag werden entlang des Alpenhauptkammes große Niederschlagsmengen erwartet. Das Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz ruft deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.

Die Meteorologen des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung der Landesagentur für Bevölkerungsschutz sagen für heute (7. August) Abend und in der Nacht auf morgen (8. August) Gewitter und Starkregen voraus, vor allem im Norden des Landes, entlang des Alpenhauptkamms mit Schwerpunkt zwischen Passeiertal und Ahrntal, in der Brennergegend, im nördlichen Wipptal und Pustertal werden ergiebige Niederschläge erwartet.

Zivilschutzstatus im Hinblick auf hydrogeologische Ereignisse auf „Aufmerksamkeit“ erhöht

„Mit einem Anstieg der Pegel ist zu rechnen, besonders in den Nebengewässern. Es kann zu kleinräumigen Überflutungen, Rutschungen, Murgängen und Steinschlägen kommen. Zu achten ist auch auf Oberflächenabfluss. Deshalb rufen wir zu verstärkter Aufmerksamkeit auf“, erklärt der Direktor des Landeswarnzentrums in der Agentur für Bevölkerungsschutz Willigis Gallmetzer.

Nach der vorsichtigen Entwarnung vom Freitag wurde deshalb bei der Sitzung der Bewertungsgruppe im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz deshalb am Samstagmittag beschlossen, die zuständigen Behörden und Einsatzkräfte im Hinblick auf Hochwasser und Gewitter und hydrogeologische Phänomene zu warnen und auch die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit aufzurufen.

Am Sonntag  werden die Niederschlagsmengen geringer ausfallen.

Bewertungskonferenz

Neben der Vertretung des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung nahmen heute an der Bewertungskonferenz des Landeswarnzentrums unter dem Vorsitz von Landeswarnzentrum-Direktor Gallmetzer auch der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger sowie Vertretungen der Landesämter teil, die das Ereignis aus verschiedenen Gesichtspunkten analysieren: Landesamt für Hydrologie und Stauanlagen, Funktionsbereich Wildbachverbauung, Berufsfeuerwehr, Landesforstabteilung, Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung, Landesstraßendienst, Landesverkehrsmeldezentrale und Landesnotrufzentrale.

Aufmerksamkeitsstufe ist zweite von vier Stufen

Der Zivilschutzstatus „Aufmerksamkeit“ gilt bereits wegen des epidemiologischen Notstands Covid-19. Zur Beschreibung des Zivilschutz-Status wird eine standardisierte vierstufige Skala angewandt und mit den Buchstaben des phonetischen Nato-Alphabets gekennzeichnet: Normalzustand Zero, Aufmerksamkeitsstufe Alfa, Voralarm Bravo und Alarmstufe Charlie.

Die Aufmerksamkeitsstufe wird nach eingehender Bewertung dann ausgerufen, wenn ein aus Sicht des Zivilschutzes relevantes Ereignis bevorsteht, in diesem Fall sind es ergiebige Niederschläge. Alle Beteiligten werden vorgewarnt, damit sie die notwendigen Vorkehrungen treffen können, und auch die Bevölkerung wird hiermit auf das bevorstehende Ereignis aufmerksam gemacht.

Was bei Starkregen im Freien zu beachten ist

Wird man von einem Starkregen überrascht, während man sich im Freien befindet, sollte man zuallererst Schutz vor dem Regen suchen. Wird man von Starkregen während einer Wanderung überrascht, sollten Bäche, Schluchten und Gräben unbedingt vermieden werden, da sie sich innerhalb kurzer Zeit in reißende Bäche verwandeln können.

In Städten und Dörfern kann es vorkommen, dass die enormen Wassermengen oberflächlich abfließen oder von der Kanalisation nicht mehr geschluckt werden können, was zu Überflutung von Straßen führen kann. Zudem kann die Gewalt des Wassers Kanaldeckel anheben und verschieben. Deshalb gilt in so einem Fall: Aufpassen, wohin man die Füße setzt oder das Auto lenkt.

Grundsätzlich gilt im Fall von Starkregen, dass nicht zwingend nötige Fahrten oder Fußwege zu unterlassen sind. Überflutete Straßen sollten gemieden werden. Falls Bäche und Flüsse anschwellen, sollte man sich ihnen auf keinen Fall nähern.

Verhalten bei Gewittern und Blitzen

Befindet man sich bei Ausbruch eines Gewitters im Haus, sollen alle Türen, Fenster und Dachluken umgehend geschlossen werden. So dringt kein Wasser in die Wohnung, und es entsteht auch kein Luftzug, der Türen oder Fenster zuknallen – und damit eventuell zu Bruch gehen – lassen könnte. Starkregen kann zudem tiefer gelegene Räume, also vorwiegend Keller und Garagen, überfluten, elektrische Geräte in diesen Räumen sollten deshalb ausgesteckt und durch Wasser gefährdete Gegenstände erhöht gelagert werden.

Blitze schlagen immer in die am höchsten aufragenden Objekte ein: Bei einem Aufenthalt während eines Gewitters im Freien gilt deshalb, Bäume zu meiden und sich auch von Strommasten, Antennen oder Gipfelkreuzen zu entfernen; auch von Gipfeln, Hügeln oder Graten sollte man schnellstmöglich absteigen und Deckung in einer Senke suchen.

In Notfällen soll Hilfe über die Einheitliche Notrufnummer 112 gerufen werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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