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Lage entspannt sich

Eisack bei Kampill (Fotos: Agentur für Bevölkerungsschutz)

Hochwasser in Südtirol: Nach der Bewertungskonferenz im Landeswarnzentrum wurde zu Mittag beschlossen, die Aufmerksamkeitsstufe aufrecht zu erhalten. Die Situation entspannt sich langsam.

UPDATE 13.32 UHR:

Die Hochwasserwelle läuft derzeit durch Eisack und Etsch nach Süden. Bei der Bewertungskonferenz im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde am Donnerstag zu Mittag beschlossen, die Aufmerksamkeitsstufe aufrecht zu erhalten.

„Da die Böden gesättigt sind und mit weiteren Einsätzen der Geologen zu rechnen ist, wird die Aufmerksamkeitsstufe wegen möglicher Rutschungen und Steinschläge bis morgen (6. August) verlängert“, erklärt der Direktor des Landeswarnzentrums, Willigis Gallmetzer. Das hydrogeologische Gefahrenpotential wird heruntergestuft, die Hochwassergefahr wird als niedrig eingeschätzt, die Dämme werden weiterhin beobachtet.

Die Störung ist nach Osten weitergezogen, berichtete der stellvertretende Direktor des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung, Günther Geier, die höchsten Niederschlagsmengen bei diesem außergewöhnlichen Ereignis wurden mit 80 Liter pro Quadratmeter in Platt in Passeier und in Mühlwald verzeichnet. In den nächsten Tagen sind keine großen Niederschläge und zivilschutzrelevanten Wetterereignisse zu erwarten.

Parkplatz bei der Autobahneinfahrt Bozen-Süd

Mit ein Grund für den ungewöhnlich schnellen Anstieg der Pegel war die Vorbefeuchtung des Territoriums, erläuterte der Direktor des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen, Roberto Dinale. Man sei „gut gerüstet“ gewesen, wurde betont, da die Wettersituation gut prognostiziert und auch die Hochwasserwelle durch das Hochwassermodell gut eingeschätzt worden sei.

Die Hauptspitze der Hochwasserwelle ist gegen Mittag in Salurn vorbeigezogen. Die höchsten Wasserstände haben in etwa dem Hochwasserereignis von Ende August vergangenen Jahres entsprochen. Von Norden nach Süden werden die Warnstufe und die Vorwarnstufe innerhalb der kommenden Stunden unterschritten.

„Die Hochwasserschutzeinrichtungen, auch die mobilen, haben ihren Dienst getan und waren notwendig“, unterstreicht der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, Klaus Unterweger. Hilfreich sei auch gewesen, dass die Prognosen punktgenau eingetroffen seien und daher alle vorgewarnt gewesen seien.

Etsch bei Salurn

„Alle Pegel gehen derzeit zurück“, erklärte der Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung, Fabio De Polo. Schäden an mehreren Bächen wurden vor allem aus dem Osten des Landes gemeldet. Derzeit entspannt sich die Lage relativ schnell, die Wildbachverbauung ist bereits in mehreren Orten mit Aufräumarbeiten befasst.

Laut Landesnotrufzentrale wurden seit Mittwoch um 19.00 Uhr bis 11.00 Uhr 85 Einsätze der Feuerwehren in ganz Südtirol gezählt, die Berufsfeuerwehr Bozen war mit den Freiwilligen Feuerwehren Bozen und Gries bei rund zehn Einsätzen, vor allem in der Sill und bei der Autobahneinfahrt Bozen-Süd, berichtete der Offizier der Berufsfeuerwehr, Giuseppe Felis, bei der Lagebesprechung im Lagezentrum.

Hochwasserlage in Klausen

In Klausen ist der Eisack in der Nacht auf heute teilweise über die Ufer getreten und hat Keller überschwemmt. Die Alarmierung der Bürgerinnen und Bürger erfolgte um 5.50 Uhr mit dem Bevölkerungsinformationssystem BIS: Sie wurden aufgefordert, tiefer gelegene Räumlichkeiten zu vermeiden. Derzeit ist die Situation in den Uferbereichen stabil.

Hochwasserlage in Neumarkt

Wie in Klausen wurde auch in Neumarkt die Bezirkseinsatzzentrale BEZ der Freiwilligen Feuerwehr aktiviert, Hochwasserdienst und Deichwachen sind im Einsatz. Die Uferbereiche stehen weiterhin unter Beobachtung.

Brennerstaatsstraße und Bahnlinie bei Blumau weiter gesperrt

Nach Murenabgängen bleiben die Brennerstaatsstraße und die Brennerbahnlinie bei Blumau weiterhin gesperrt, ein Busersatzdienst wurde eingerichtet. Der Abteilungsdirektor des Landesstraßendienstes Philipp Sicher und der Direktor des Landesamtes für Geologie und Baustoffprüfung Volkmar Mair werden die Lage bewerten.

Mittlerweile ist die Situation auf den Straßen wieder relativ ruhig, einige Probleme gab es unter anderem auf den Landesstraßen Mühlwald und Waidbruck-Kastelruth. Die Landesstraße nach Pfunders wurde am Mittag wegen möglicher Rutschungen gesperrt.

DAS HABEN WIR BISHER BERICHET:

Der Landeszivilschutz hatte am Mittwoch die zuständigen Behörden und Einsatzkräfte vorgewarnt, da für die Nacht große Niederschlagsmengen vorausgesagt worden waren, auch die Bevölkerung wurde mit einer Pressemitteilung informiert.

Im Osten des Landes wird am Donnerstag der Pegelstand des Eisacks noch weiter ansteigen, da die Rienz durch die starken Niederschläge, die erst vor kurzem aufgehört haben, sehr viel Wasser führt. Auch mit einer leichten Erhöhung des Pegelstandes der Etsch im Unterland ist gegen 10 Uhr zu rechnen. Die Dämme weisen bis jetzt keine Schwachstellen auf. Die Situation zeigt sich ähnlich wie im August vor einem Jahr. Das Lagezentrum bei der Berufsfeuerwehr in der Agentur für Bevölkerungsschutz ist eingerichtet. Auch die Hochwasserzentrale des Bereichs Wildbachverbauung wurde noch in der Nacht besetzt, wie Direktor Fabio De Polo berichtet. Die Lage wird angespannt bleiben, auch nach dem Durchgang der Hochwasserspitze gegen Mittag, erklärt der Direktor des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen Roberto Dinale, daher ist auch noch am Nachmittag im Unterland Vorsicht geboten.

Foto Landesfeuerwehrverband

Beobachtungen der Flusspegel durch Deichwachen und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren wurden ebenfalls in der Nacht aufgenommen. Landesweit sind derzeit an die 60 Freiwillige  Feuerwehren mit rund 1000 Einsatzkräften im Einsatz.

Die ersten Einsätze erfolgten gegen 21 Uhr im Wipptal. In Klausen werden 200 Freiwillige Feuerwehrleute durch das Weiße Kreuz mit Verpflegung versorgt.

Auch in Bozen standen dei Feuerwehren im Einsatz, so trat eggen 7.00 Uhr der Fluss beim Einkaufszentrum Twenty über die Ufer, allerdings ist die Situation derzeit unter Kontrolle, da ausreichend Auslaufzonen vorhanden sind.

Wildbachverbauung und Landestraßendienst räumen derzeit die Brennerstaatsstraße und die Bahnlinie, die bei Blumau verlegt wurde. Auch auf der Bahnlinie Bozen-Meran ist wetterbedingt mit einigen Zugausfällen zu rechnen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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