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Kommt Klopp?

Kein Trainingslager der Topmannschaften in Reischach: Bayern München hat sich die Anlage zwar angeschaut, aber schlussendlich abgesagt. Warum man für die kommenden Jahre nicht nur auf die Bayern, sondern auch auf Liverpool oder Real Madrid hofft. 
von Silke Hinterwaldner 
Reischach hat die Tradition lange gepflegt: Seit vielen Jahren kommen jeden Sommer große Fußballteams in den Ort am Fuße den Kronplatzes. Dort finden sie alles, was sie brauchen: gut ausgebaute Sportstätten, perfekt gemähten Rasen und schöne Hotels.
Der AS Rom kam viele Jahre lang jedes Jahr, auch Inter Mailand kam immer wieder nach Reischach zurück. Im Jahr 2016 hatte die Eurac eine Studie zur wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit von derlei Trainingslager veröffentlicht. Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, dass ein paar Tage mit den Profikickern von Inter Mailand zwar rund 800.000 Euro kosten, im Gegenzug aber eine Wertschöpfung von elf Millionen Euro generieren.
Nun wurde das Trainingsareal in Reischach im vorigen Jahr noch einmal ausgebaut. Die Vorstände der Tourismusvereine hatten sich gemeinsam mit der Gemeinde darauf verständigt, keine kleinen Mannschaften mehr zu beherbergen, sondern ausschließlich auf die wirklich Großen zu setzen. Lange Zeit hoffte man so auf einen echten Knaller: Eine Delegation von Bayern München war bereits nach Reischach gekommen, um möglicherweise das Trainingslager in diesem Sommer dort zu absolvieren. Aber daraus wurde nichts. Schlussendlich entschied die Mannschaft, in diesem EM-Sommer zu Hause zu bleiben. Eine Absage kam dann auch noch von Real Madrid. Die Schulden sind zu hoch, Trainingslager muss ausfallen. Und: Der Team-Manager von Liverpool will in den nächsten Tagen kommen, um eventuell ein Trainingslager für das kommende Jahr ins Auge zu fassen. Heuer kommt niemand mehr.
Martin Huber lässt sich deshalb aber nicht von seinem Weg abbringen. Er sagt: „Erstmal ist es ungemein wichtig, dass wir auf dem Radar der großen Mannschaften sind. So können wir für die Zukunft etwas machen.“ Die Topmannschaften sind aus der Sicht des Standortmanagers auch nicht alle gleich wichtig. Denn: Während ein Team wie Bayern München viele potentielle Gäste anspricht, sind aus Spanien oder England eher weniger Touristen zu erwarten.
Entsprechend werden die Verträge mit den jeweiligen Mannschaften ausgehandelt. „Bei Bayern München“, fügt Huber mit einem Lächeln hinzu, „wäre ein Trainingslager hier in Reischach auch eine tolle Aktion für die vielen Südtiroler Fans. Da wollen 20.000 Leute zu den Trainings kommen. Das wird für Stau auf der Straße führen.“
Er ist überzeugt davon, dass Reischach alle Voraussetzungen für die Beherbergung der Topmannschaften mitbringt. Ganz bewusst verzichtet man dabei auf weniger wichtige Mannschaften. Zum einen, weil die Vereine nicht immer Zeit zur Mitarbeit haben. Zum anderen, weil auch die Hotels im Juli meist schon gut gebucht sind.
TV-Präsident Martin Huber bedauert den Ausfall des Trainingslagers in diesem Sommer kaum. Er schaut lieber in die Zukunft.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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