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„Informieren Sie sich besser“

Ein angeblich leerstehendes Gebäude in der Bozner Pacinotti-Straße sorgt für Stunk zwischen Landesrat Massimo Bessone und Alessandro Urzì. Die Hintergründe.

von Markus Rufin

Landesrat Massimo Bessone ärgert sich: „Er bezichtigt mich einer unsauberen Antwort, er selbst macht es aber offenbar nicht besser.“Mit „Er“ist der Landtagsabgeordnete von Fratelli d’Italia, Alessandro Urzì gemeint. Und der Grund für den Ärger ist eine Anfrage.

In der Anfrage geht es um ein verlassenes Gebäude in der Pacinotti-Straße in Bozen. Urzì schreibt in der Anfrage davon, dass das Gebäude nach und nach verfalle und von Unbekannten besetzt werde. Zudem seien schwere Gips- und Schuttteile von der Hausmauer abgefallen. Im schlimmsten Fall hätten dadurch sogar Passanten verletzt werden können, meint der Landtagsabgeordnete.

Als sich Landesrat Bessone mit dieser Anfrage beschäftigte, beauftragte er Techniker der Vermögensverwaltung um der Sache nachzugehen. Doch schnell stellte sich heraus, dass das nicht gerade einfach ist. Urzí gab nämlich keine genaue Adresse an. „Es stellte sich heraus, dass das Land kein Gebäude in der Pacinotti-Straße besitzt“, berichtet der Landesrat. „Wir haben nur das Gebäude der Brennercom in der Siemens-Straße.“

Durch einen Facebook-Post hat Bessone aber herausgefunden, dass Urzì ein Gebäude meint, das derzeit umgebaut wird, das aber im Besitz von Paolo Tosolini ist. Dementsprechend muss die Gemeinde eingreifen, falls Sicherheitsmängel auftreten sollten.

In der entsprechenden Antwort liest sich auch eine deutliche Kritik an Urzìs Arbeit heraus. Bessone fordert Urzí sogar dazu auf, sich besser zu informieren bevor er eine Anfrage einreicht. „Um solche Anfragen zu beantworten braucht es Zeit und Ressourcen, die sonst anderweitig eingesetzt werden“, schreibt Bessone.

Urzì seinerseits fühlte sich durch diese Antwort von Bessone angegriffen. In den sozialen Medien beschuldigte er Bessone, nicht genau auf seine Anfrage geantwortet zu haben und stattdessen nur polemisiere. Diese sei sehr wohl dokumentiert gewesen. Außerdem zeigte er nochmals, dass Gips von der Mauer des Gebäudes fällt.

Bessone hat daraufhin einen Lokalaugenschein durchgeführt. Dieser bestätigte aber nur das, was in der Antwort auf die Anfrage geschrieben wurde: Das betreffende Gebäude gehört nicht dem Land und jenes in der Siemens-Straße ist in bester Ordnung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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