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Problem für Apotheken?

Nun werden auch in den Apotheken die ersten ungeimpften Mitarbeiter suspendiert. Wie viele es genau sind, kann man aber nur schwer abschätzen.

In Südtirol ging man bisher davon aus, dass die meisten ungeimpften Mitarbeiter im Gesundheitssektor öffentlich angestellt sind. Doch wie sich nun herausstellt, sind die meisten Privatangestellte.

1.094 Personen, die im privaten Gesundheitssektor, also in den Arztpraxen, Privatkliniken, Physiotherapie-Studios oder Apotheken angestellt sind, haben sich bisher nicht impfen lassen. Auch sie müssen, wenn sie ihren letzten Impftermin nicht wahrnehmen, suspendiert werden.

Bis jetzt blieb den meisten das erspart. Nun ändert sich das aber. Bereits für Dienstag waren die Suspendierungen angekündigt. Aufgrund eines technischen Problems verzögerte sich dies aber. Bis Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wie viele Personen aus dem privaten Sektor suspendiert werden.

Fakt ist aber, dass in den nächsten Tagen die Suspendierungswelle auch auf den privaten Gesundheitssektor zurollt. Wen es dabei am härtesten trifft, ist zwar nicht klar, aber unter anderem müssen auch die Apotheken mit vielen Ausfällen rechnen – schon alleine wegen der Anzahl der Angestellten.

Der Präsident der Apothekerkammer Maximin Liebl erhielt bis gestern zwar erst einen Feststellungsbescheid, aber: „Das heißt nicht, dass es nur eine Person gibt, die ungeimpft ist. Wie viele es genau sind, können wir nicht sagen. Wir haben keine genauen zuverlässigen Daten und, auch wenn man darüber spricht, so kann es sein, dass sich in der Zwischenzeit viele haben impfen lassen. Es ist daher schwierig abzuschätzen, wie viele es genau sein werden.“

Bereits jetzt zeichnet sich aber ab, dass die Suspendierungen für die Apotheken zum Problem werden könnten, denn genau wie in den Krankenhäusern und Altenheimen fehlt es einfach an Personal. „Wir haben zu wenige Apotheker im Land“, berichtet Liebl. „Die Personalsituation ist daher eher schlecht. Wenn noch einige Mitarbeiter fehlen würden, wäre das schlimm.“

Allerdings gelte das nicht für jede Apotheke: „Eine kleinere Landapotheke wird mit Sicherheit mehr Schwierigkeiten bekommen als eine große mit vielen Mitarbeitern.“

Dass gewisse Apotheken geschlossen werden müssen, glaubt der Präsident der Apothekerkammer allerdings nicht, denn er hofft, dass nicht allzu viele Mitarbeiter suspendiert werden müssen: „Dass es bei diesem einen Feststellungsbescheid bleibt, glaube ich nicht, genauso bin ich mir aber sicher, dass es nicht 500 ungeimpfte Apotheker geben wird. Ich hoffe, man kann sie am Ende an einer Hand abzählen.“

Doch selbst wenn Liebls Prognose eintritt, könnte sich das zum Problem entwickeln: „Wenn es viele kleine Apotheken trifft, haben wir ein Problem, wenn es aber mehrere große Apotheken mit mehreren Mitarbeitern trifft, könnten die Suspendierungen auch völlig unproblematisch sein. “Eine genaue Aussage sei daher nicht möglich.

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