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„Die alte Platte …“


Alternativen? Fehlanzeige. F-Obmann Andreas Leiter Reber wirft der Landesregierung vor, im Kampf gegen Corona die Fehler des vergangenen Sommers zu wiederholen.

Von Matthias Kofler

Andreas Leiter Reber schüttelt den Kopf: „Ich habe den Eindruck, dass die Landesregierung aus den Fehlern des vergangenen Sommers nichts gelernt hat und einfach gleich weitermacht“, sagt der Obmann der Freiheitlichen.

Sein Vorwurf: Statt sich im Kampf gegen das Coronavirus nach alternativen Lösungsansätzen umzusehen, hielten Arno Kompatscher und Co. stur an den bisherigen Instrumenten der Pandemie-Bekämpfung fest. Das habe der LH auch kürzlich im TAGESZEITUNG-Interview deutlich gemacht, als er einen erneuten Lockdown im Herbst nicht ausschließen wollte.

In der laufenden Sitzungswoche im Landtag will Leiter Reber der Landesregierung auf den Zahn fühlen. Der Blaue fragt sich etwa, ob das Land im Herbst – so wie bisher – allein aufgrund eines positiven Ergebnisses eines PCR-Tests eine Quarantäne verhänge, unabhängig davon, wie hoch der CT-Wert bei den Tests ausfällt. „Muss angenommen werden, dass auch im Herbst und im Winter sämtliche Personen mit positivem PCR-Testergebnis als infektiös und krank eingestuft werden? Oder wird auch überprüft, ob die positiv Getesteten tatsächlich erkrankt sind. Werden Wocheninzidenz und Reproduktionsfaktor als feste Kriterien für die Zoneneinstufung bleiben?“, will der Freiheitlichen-Chef von Kompatscher und Co. in Erfahrung bringen.

Wenn die Landesregierung an der bisherigen Strategie festhalte, sei dies ein Zeichen dafür, dass sie nicht zu hundert Prozent von der Wirksamkeit der Impfungen überzeugt sei, befindet Leiter Reber. Immerhin sei mittlerweile der Großteil der älteren Menschen und der Risikopatienten geimpft worden. Doch ein reines Sich-Fixieren auf RT-Wert und Inzidenz führe zwangsläufig dazu, dass Südtirol wieder orange oder rote Zone werde.

Der Freiheitliche schlägt vor, den Hospitalisierungsgrad als entscheidendes Kriterium für etwaige einschränkende Maßnahmen herzunehmen. Auch an den Schulen müssten im kommenden Schuljahr Alternativen zur Maskenpflicht angedacht werden, zum Beispiel der Einbau von Luftfiltern.

Leiter Reber weist auf ein weiteres Problem hin: Aufgrund der Impfpflicht fällt in Südtirol nun Gesundheits- und Pflegepersonal aus, das sich nicht impfen lassen will. Der Blaue will von Sanitätslandesrat Thomas Widmann wissen, wie viele Intensivpflegekräfte und Pflegekräfte seit dem 1. Mai neu eingestellt wurden, um das fehlende Personal zu ersetzen.

Eine weitere Baustelle ist das am 5. März vorgestellte Hilfspaket „Neustart Südtirol“: Frühestens ab dem 28. Juni können Ansuchen zu den Fixkostenzuschüssen gestellt werden. Die Auszahlung soll einen Monat später erfolgen. „Wie rechtfertigt die Landesregierung diesen langen Zeitraum? Und bewertet sie die Abwicklung dieser Landeshilfe für Unternehmen und Selbstständige als effizient?“, schüttelt Leiter Reber den Kopf.

Besonders kritisch bewertet der Blaue den Südtiroler Corona-Pass, der nun nach sieben Wochen eingestellt werden soll. Über eine Anfrage will der Landtagsabgeordnete in Erfahrung bringen, wie viel dieses Instrument das Land bislang gekostet hat, etwa was die Verwaltung oder die Werbung betrifft. Die Landesregierung soll genau aufschlüsseln, ob das Land durch den Sonderweg – in Südtirol durfte die Innengastronomie mit dem Pass fünf Wochen früher als im restlichen Staatsgebiet öffnen – überhaupt einen wirtschaftlichen Gewinn erzielen konnte. Wenn nicht, wäre es falsch, bestimmte Tätigkeiten wie Fitnessstudios oder Feste weiterhin an den Pass zu knüpfen, meint der Freiheitliche. Zudem bemängelt er, dass mit der Abschaffung der kostenlosen Nasenflügeltests indirekter Impfdruck ausgeübt werde. „Ich befürchte, dass die Regierungen in Südtirol, Italien und Westeuropa im Herbst die alte Platte auflegen und erneut die Einschränkung der Freiheits- und Grundrechte im Programm haben werden“, so Leiter Reber.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (22)

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  • batman

    Kontrollgruppe: Süd Dakota

    • mannik

      Die Realität sieht anders aus, als Sie hier anklingen lassen wollen.
      “South Dakota ended 2020 with the second-highest number of population-adjusted coronavirus infections in the country”. “One out of every 9 residents had contracted the virus, and 1 out of every 600 had died of it.” (By February, the numbers showed that 1 out of 8 residents had gotten the virus and 1 of 500 residents had died of it.) und:

      South Dakota currently ranks fifth in total doses of the vaccine administered. The state “is a national leader in vaccine distribution, by all accounts the best way that we can fight this virus over the long-run,” Fury said.
      (Washington Post)
      Ian Fury ist der Sprecher der Gouvernörin von South Dakota Kristi L. Noem.

  • cicero

    Bravo Leiter Reber. Genau das sind die Fragen die wir uns stellen müssen. Sich endlich mit jenen zu vergleichen die ohne Grindrechtseinschänkungen wenigstens gleich gut wenn nicht besser durch die Pandemie gekommen sind.! Die Risikogruppen sind geimpft .!Außer man will Corona ausrotten was unmöglich sein wird.

  • kirke

    Die Typen in Land und Sanität können sich noch auf etwas gefasst machen.
    Das Risiko an der Delta Variante zu sterben ist für Geimpfte mehr als 3x so hoch wie für Ungeimpfte! (Statistik der britischen Gesundheitsbehörden)
    Warum wird diese Impfung weiterhin ausgegeben?
    IHR seid verantwortlich für die TOTEN!

  • derrick

    Wo sind die Ergebnisse der Nahverkehr Untersuchungskommission Herr Kommissionspräsident Reber?

    • mannik

      Es gelingt Ihnen tatsächlich immer die größten Trottel als Quellen heranzuziehen. Respekt, das muss einem erst mal gelingen.

    • cicero

      Genau auf den Punkt gebracht. Was war noch die Begründung für den Lockdown: Ach ja das überlastete Gesundheitssystem. Das wird man doch mit der Impfung der Risikogruppen aus der Welt geschafft haben . Oder zweifelt dem Landeshauptmann selbst dass die Impfung überhaupt wirkt. Ja dann wäre die Impfstrategie zu überdenken. Wieso wird sonst ein neuer Lockdown überhaupt angedacht.?

      • mannik

        Und schon wieder Schmarrn. Sind etwa alle die vor der Impfung auf Intensiv gelandet und auch verstorben sind Menschen gewesen, die zu einer Risikogruppe zählen? Nein. Daher besteht das Risiko nach wie vor, besonders weil die Delta-Variante viel ansteckender ist als die Alpha-Variante. Außer man ist zweimal geimpft, dann ist auch die Delta-Variante relativ harmlos (Martin Moder zuhören). Ein Lockdown wird nicht ausgeschlossen, weil es zu viele Trottel gibt, die sich gegen alle Maßnahmen sträuben.

        • cicero

          Das Durchschnittsalter der an und mit Corona Verstorbenen lag bei 84 Jahren . Die Jüngeren die auf der Intensivstation gelandet sind waren die Ausnahme. Es landen auch andere junge Ausnahmen auf der Intensivstation. Das wird Südtirol wohl noch verkraften können. Oder wäre da mdl ein Intensivstationreport fällig wie in Deutschland wo allerhand Schwindel aufgetaucht ist.

  • mannik

    @batman – Wachen Sie endlich auf. Und bleiben Sie mir bitte mit dem rechtsextremen Antisemiten Ken Jebsen vom Leib. Der Typ ist ein Absahner sondersgleichen auf den nur Bescheuerte hereinfallen.
    Infektionszahlen:
    North Dakota 14.522
    South Dakota 14.073

    Träumer.

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