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Das Buch der hängenden Gärten

Szene aus Daisy Evans Film: Die Protagonistin des Films ist eine junge Frau auf der Suche nach Sehnsucht, Erwachen und Erfüllung.

Arnold Schönbergs Liederzyklus Das Buch der hängenden Gärten wurde im Auftrag der Stiftung Haydn von der britischen Regisseurin Daisy Evans als Kunstfilm inszeniert. Zu sehen im Videostreaming ab 6. Mai.

Zeitgleich mit der Präsentation des Sommerprogramms wird das Video im Rahmen des Opernsaison Once upon a Time am 6. Mai auf dem YouTube und Vimeo-Kanal der Stiftung veröffentlicht und bleibt bis Ende Juni kostenlos verfügbar. https://youtu.be/qCXmnzpMhVI

Für die Kameraführung zeichnet Jas Pitt verantwortlich, es singt die Sopranistin Claire Egan. Pianist und musikalischer Leiter ist Stephen Higgins.

Die Protagonistin des Films ist eine junge Frau auf der Suche nach Sehnsucht, Erwachen und Erfüllung. Regisseurin Daisy Evans lässt sie in den weiten britischen Hügellandschaft und im urbanen London umherirren. Die Umgebung spiegelt die Bewegung und Dramatik des Seelenzustandes wider. Ein ewiges Auf und Ab. Die Frage steht im Raum: Sind wir im Leben allein, dazu verdammt, Höhen und Tiefen in Einsamkeit zu erdulden? Daisy Evans Kurzfilm zeigt eine Frau, die sich nach Gesellschaft sehnt. Ein Zustand, der aktueller kaum sein könnte. Während sich die Protagonistin von einer Emotion zur nächsten hangelt, muss sich das Publikum fragen: Lernen wir von ihren Erfahrungen oder sind wir letztlich doch nur Beobachter?

„Dieser Kurzfilm zeigt die Tiefen einer Seele, die sich nach Gesellschaft sehnt, ein Zustand, in dem sich viele von uns in diesen schwierigen Zeiten wiederfinden. Gipfelstürmer und Absturzgeplagte, die einen Weg zurück ins Leben suchen. Gefilmt in der wunderschönen Landschaft der Cotswolds im Herzen Englands und in London, ist dieser Film ein Fest für Augen und Ohren“, fügt Daisy Evans hinzu.

Das Buch der hängenden Gärten entstand 1909 als Vertonung des poetischen Zyklus‘ von Stefan George durch Arnold Schönberg. Schönberg griff Georges Motiv des lyrischen Ichs auf, das in seinem eigenen Begehren gefangen ist, und deformierte es musikalisch zu einem quälenden Monolog, in dem die poetische Sprache durch die Musik dekonstruiert wird. Die Evokation einer surrealen Landschaft, die dem lyrischen Ich fremd ist, wurde bei Schönberg mit Klaviereffekten aufgegriffen, die im starkem Gegensatz zum Lied stehen. Das Ergebnis war ein instabiler, oszillierender musikalischer Fluss, ganz im Einklang mit dem expressiven Gestus der poetischen Texte, mit einer tendenziell gleichförmigen, rhythmisch abgeflachten Deklamation.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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