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„Breathe!“

Das erste Werk entsteht auf der Blindwand eines Privathauses in der Brennerstraße 8 in Bozen. (Foto: Tiberio Sorvillo)

Der aus Cagliari stammende Künstler Tellas macht den Auftakt zu „Breathe!“, dem ersten großangelegten Straßenkunstprojekt Südtirols.

In den nächsten Monaten werden auf sechs Hausfassaden großformatige Wandbilder entstehen, die dem aktuellen Zeitgeist ein ungewöhnliches Denkmal setzten. Ausgegangen ist das Projekt von OUTBOX – Urban Artin South Tyrol und der Sozialgenossenschaft Young Inside, dank der Unterstützung des Amts für Jugend vom Amt für italienische Kultur der Autonomen Provinz Bozen und der teilnehmenden Gemeinden.

Das erste Werk entsteht auf der Blindwand eines Privathauses in der Brennerstraße 8 in Bozen. Seit 16. April lässt der sardische Künstler Tellas hier fünf Tage lang seiner Kreativität freien Lauf, vor den Augen hoffentlich vieler Neugieriger. Der Entstehungsprozess ist als work in progress fundamentaler Bestandteil des Werks und stellt die Kunst ins Zentrum des gesellschaftlichen Geschehens. Tellas Hauptaugenmerk liegt auf der Wechselwirkung von Stadt und Natur. Wie niemals zuvor haben die letzten Monate zu einem Umdenken geführt, wenn es darum geht, den Wert des städtischen Grüns als Ruhepol und Erholungszone zu schätzen. Die stilisierte Botanik des Künstlers wird zum Emblem der Resilienz, zum Hoffnungsträger im Grau der Pandemie.

Das Wandbild fügt sich in die Serie „Mimesis“ ein, bei der Tellas (*1985) stets auf die Pflanzenwelt im unmittelbaren Umfeld der jeweiligen Wand eingeht. Der Künstler hat sich mit der Vegetation von Bozens Straßen und Plätzen auseinandergesetzt und ist dabei speziell der Frage nachgegangen, welche Pflanzen den Bedürfnissen dieses Ambientes am ehesten gerecht werden. Maulbeer-, Lindenblüten- und Trompetenbäume passen dabei besonders gut zum alpenländischen Klima: Städteplanung im Sinne einer Symbiose zwischen Architektur und Natur, veranschaulicht durch Kunst.

Tellas‘ Stil hat Wiedererkennungswert. Er war einer von 70 Teilnehmern bei „Artmossphere“ in Russland, der ersten Biennale speziell für Street Art. Eine anonyme Hauswand wurde zum Tummelplatz zahlreicher Pflanzenelemente. Ein regelrechter Siegeszug der Botanik, die im Urbanen immer öfters zum Protagonisten des öffentlichen Raums wird. Die Kunst von Tellas hat etwas zutiefst Meditatives, als würde man in das intimste Innere seiner Gedankenwelt vordringen. Es entsteht nicht nur ein zweidimensionales Werk, sondern ein energiegeladener Raum, gefüllt mit lebendigen Möglichkeiten. Dies hat Tellas an zahlreichen Orten unter Beweis gestellt: Von Paris und Moskau über Finnland und Australien bis nach Indien und Litauen reicht sein Aktionsradius – zusätzlich hat er mit namhaften Modehäusern wie Ferragamo und Marni zusammengearbeitet.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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