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Das Tagfalter-Monitoring

Fotos: Uni Ibk

Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen – ihr Vorkommen gibt auch Auskunft über den Zustand unserer Wiesen und Landschaft.

Die Tage werden wärmer, die Wiesen wieder grüner und die ersten Schmetterlinge kommen da und dort zum Vorschein. Kleiner Kohlweißling, Hauhechel-Bläuling und Kleiner Fuchs – das sind die in Tirol und Vorarlberg am weitesten verbreiteten Tagfalter, wie man im soeben erschienen Jahresbericht des Tagfalter-Monitoring „Viel-Falter“ nachlesen kann.

Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen – ihr Vorkommen gibt auch Auskunft über den Zustand unserer Wiesen und Landschaft. Lebendig, vielfältig und reich an bestäubenden Insekten – oder monoton und ausgeräumt. Deshalb werden die Tagfalter in Tirol bereits seit drei und in Vorarlberg seit einem Jahr systematisch beobachtet. Der soeben erschienene Jahresbericht gibt Einblicke in die Vielfalt der heimischen Tagfalter, wie das Tagfalter-Monitoring funktioniert und auch wie man sich als Laie daran beteiligen kann.

„Die Erhaltung der biologischen Vielfalt stellt eine der größten globalen Herausforderungen für das 21. Jh. dar und ist von existentieller Bedeutung für das Leben und Wohlergehen der Menschheit. Schmetterlinge und insbesondere Tagfalter eignen sich aus mehreren Gründen sehr gut als Indikatoren zum Biodiversitäts-Monitoring in Kulturlandschaften“, erklärt Johannes Rüdisser, Biodiversitätsforscher an der Universität Innsbruck. „Obwohl das Insektensterben in den vergangenen Jahren immer wieder breite mediale Aufmerksamkeit gefunden hat, wissen wir über die Verbreitung und insbesondere die Entwicklung des Bestands der meisten Insekten viel zu wenig. Das Viel-Falter Tagfalter-Monitoring leistet Pionierarbeit im alpinen Herzen Europas und liefert uns wertvolle Erkenntnisse“, zeigt sich Tirols Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, die für die Agenden Umwelt- und Naturschutz zuständig ist, begeistert.

In Tirol und Vorarlberg gibt es mit über 170 Tagfalter-Arten fast so viele wie in ganz Deutschland. „Wir haben beim Schutz der heimischen Biodiversität daher auch im europäischen Kontext eine besondere Verantwortung“, betont der in Vorarlberg für die Agenden Umwelt- und Naturschutz zuständige Landesrat, Johannes Rauch. Er ergänzt weiter: „Wir sind damit bei der Umsetzung eines von der EU angestrebten Bestäuber-Monitorings weit voraus.“ Das Viel-Falter Tagfalter-Monitoring ist daher auch Teil des europäischen Netzwerks European Butterfly Monitoring Schemes (eBMS – www.butterfly-monitoring.net) mit 21 Organisationen aus 19 europäischen Ländern, die sich um ein europaweites Tagfalter-Monitoring bemühen.

„Das Viel-Falter Tagfalter-Monitoring in Tirol und Vorarlberg ist auch international ein Vorzeigeprojekt bei dem die Vorteile fundierter wissenschaftlicher Erhebungen mit dem begeisterten Einsatz unzähliger Freiwilliger auf sehr gewinnbringende Art und Weise kombiniert wird.“ freut sich Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich. „Ich hoffe, dass das Monitoring demnächst auf ganz Österreich ausgedehnt werden kann“, zeigt er sich optimistisch.

Das Viel-Falter Tagfalter Monitoring wird unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Ökologie der Universität Innsbruck gemeinsam mit den Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, der inatura, dem Institut für Alpine Umwelt der EURAC, mit Unterstützung der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol, sowie der Stiftung Blühendes Österreich durchgeführt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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