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Die mündliche Matura

Am 16. Juni startet die Matura. Wie die Abschlussprüfung heuer aussehen wird und welche Details noch geklärt werden müssen.

von Lisi Lang

Noch im Herbst hatten einige Maturanten und Lehrpersonen gehofft, dass heuer trotz Corona eine normale Abschlussprüfung stattfinden kann. Mittlerweile steht aber fest, dass es auch heuer keine normale Matura mit schriftlichen und einer mündlichen Prüfung geben wird. „Je länger und intensiver sich der Fernunterricht hingezogen hat, umso klarer war auch, dass es heuer keine normale Maturaprüfung geben wird“, erklärt Werner Sporer, Schulinspektor für die Oberstufe.

Der neue Bildungsminister Patrizio Bianchi hat nun die ersten Details bekannt gegeben, wie die Matura heuer aussehen wird – und es zeigt sich, dass es zu einer Neuauflage der Corona-Matura kommt.

Auch heuer wird es ein großes mündliches Prüfungsgespräch und keine schriftlichen Prüfungen geben. Zudem müssen die Schüler vor dieser mündlichen Prüfung eine schriftliche Ausarbeitung abgeben. „Das kann in die Richtung einer kleinen Facharbeit gehen, es kann aber je nach Schultyp auch eine praktische Ausarbeitung oder ein Projekt sein“, erklärt Werner Sporer.

Das Prüfungsgespräch an sich startet dann mit einer kleinen Präsentation dieser Ausarbeitung, woraufhin die Diskussion über einen Text in Deutsch und Italienisch vorgesehen ist und dann ein fächerübergreifendes Gespräch ausgehend von Impulsmaterial.

Die Bewertung entspricht ebenfalls jener im Vorjahr, genauso wie die Zusammensetzung der Prüfungskommission: Maximal können die Absolventen im mündlichen Gespräch 40 Punkte erhalten, die restlichen 60 Punkte ergeben sich aus dem Schulguthaben. Die Kommission besteht aus internen Mitgliedern des Klassenrates und einem externen Präsidenten.

Noch nicht ganz klar sind hingegen die Zulassungsbedingungen. „Letztes Jahr wurden alle Schüler automatisch zur Abschlussprüfung zugelassen, das soll es so heuer nicht mehr geben“, weiß der Schulinspektor für die Oberstufe. Ob die Zulassung allerdings im Ermessen des Klassenrates liegt oder das Ministerium gewisse Vorgaben macht, steht noch nicht fest. Allerdings dürften die letzten Unklarheiten mit den Ministerialverordnungen geklärt werden.

Der Invalsi-Test, der im letzten Jahr noch im letzten Moment abgesagt werden musste, soll heuer hingegen wieder organisiert werden, allerdings ist eine Teilnahme an diesem Test kein Zulassungsvoraussetzung für die Maturaprüfung. „Man möchte diese Tests heuer grundsätzlich wieder machen, einfach auch um zu sehen, wie sich dieses letzte besondere Jahr auf de Schüler und deren Leistungsniveau ausgewirkt hat“, erklärt Werner Sporer.

Starten wird die Prüfung am 16. Juni. „Das Ministerium hat diesen Termin bestätigt“, sagt Werner Sporer, „und wir gehen davon aus, dass in den ersten Juli-Tagen die letzten Prüfungen abgeschlossen werden.“

In Südtirol zeigt man sich insgesamt erleichtert darüber, dass es zu dieser Neuauflage kommt. „Im Vorjahr gab es im Vorfeld der Matura einige Bedenken und Ängste“, erinnert sich der Schulinspektor für die Oberstufe. „Man muss aber sagen, dass sich dieses Format für diese Sondersituation gut bewährt hat“, so Sporer. Die Rückmeldungen seien insgesamt überraschend positiv gewesen, weshalb auch jetzt die Erleichterung groß ist, dass heuer nicht wieder ein neues Prüfungs-Format kommt.

Die Mittelschulprüfungen sollen heuer im Gegensatz zur Matura etwas anders organisiert werden. Während die „Prüfung“ im Vorjahr coronabedingt in Form einer Online-Präsentation der jeweiligen Abschlussarbeit der Schüler stattgefunden hat, wird die Mittelschulprüfung heuer etwas angepasst. „Für die Mittelschulen soll es ein ähnliches Format wie bei der Matura geben, mit einer schriftlichen Ausarbeitung und einem Prüfungsgespräch“, erklärt Werner Sporer. Die Prüfung werde sicher einfacher und weniger komplex sein, aber vom Format her ähnelt die heurige Mittelschulprüfung der Matura. „Aber auch hier warten wir noch auf Details“, erklärt Werner Sporer.

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Kommentare (4)

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  • klum

    Warum wird der Schulunterricht nicht um mindestens ein Monat verlängert und die Maturaprüfung auf 16. Juli angesetzt? Ist nur so eine Idee, weil man dauernd hört dass alle Beteiligten unbedingt in die Schule wollen und ihnen diese SOO viel fehlt. Ich bin gespannt, ob diese Lust nach dem 16. Juni auch noch SOO groß ist.

  • winter

    Was sollte das bringen? Und wer sind „alle“?

  • drrobotto

    Dann haben wir heuer wieder eine Traummatura: 33% der Schüler 100 Punkte und von denen 66% mit Auszeichnung. Wir sollten das Modell mit Fernunterricht und mündliche Matura beibehalten, wenn die Leistungen dermaßen gut ausfallen.

  • netbleidredn

    Die Lösung:
    Alle Lehrer:
    Umschulen von Melkmaschine auf Computer
    Alle Schulen:
    Umrüsten von Steintafeln auf digitale Tafeln
    Und alle arbeiten 8 Stunden am Tag.

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