Du befindest dich hier: Home » Südtirol » „Großer Unmut“

„Großer Unmut“

Bislang konnten die Gemeinden alle auf ihrem Verwaltungsgebiet eingehobenen Strafgelder behalten. Nun fordert das Land rückwirkend bis zum Jahr 2012 satte 50 Prozent der Bußgelder, die entlang der Staats- und Landesstraßen einkassiert wurden, zurück.

von Erna Egger

„Diese neue Forderung sorgt bei den Bürgermeistern für großen Unmut“, nimmt Klausens Bürgermeister Peter Gasser vorweg, „besonders weil das Geld rückwirkend eingefordert wird.“

Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindenverbandes, weiß vom Zorn der Gemeindeverwalter: „Da die Gelder rückwirkend eingehoben werden sollen, müssen einige Gemeinden hohe Summen berappen.“

Worum geht es?

Der geschäftsführende Direktor der Abteilung Straßendienst, Philipp Sicher, hat am 2. Dezember 2020 ein Schreiben an alle Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern geschickt.

Der Inhalt: Das Land fordert rückwirkend bis zum Jahre 2012 satte 50 Prozent aller von den Stadt- und Ortspolizisten kassierten Strafen entlang der Landes- und Staatsstraßen rückwirkend ein.

Sehr viele Gemeinden haben gerade in den letzten Jahren auf diesen Fahrbahnen bei gefährlichen Abschnitten Speed-Check-Boxen aufstellen lassen, um Fahrzeuglenker zu zwingen, ihre Geschwindigkeit in diesen Zonen zu drosseln. Der Dienst wird von Stadt- und Ortspolizisten durchgeführt. In manchen Gemeinden hagelte es vielzählige Strafen, sodass den Gemeindeverwaltern sogar vorgeworfen wurde, sich mit den Verkehrskontrollen eine gute Einnahmequelle geschaffen zu haben, um die Haushalte zu sanieren.

Nun wird den Gemeinden rund 50 Prozent dieser Einnahmen wieder genommen.

 

LESEN SIE MEHR IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (23)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • batman

    Auf die Frage, warum es soviel Böses in der Welt gibt, sagte WOODY ALLEN:

    WIE ICH DIE MENSCHEN KENNE, WUNDERT ES MICH WARUM ES NICHT NOCH MEHR BÖSES AUF DER WELT GIBT.

  • zusagen

    Lächerlich vom Land da schmarotzen zu wollen. Warum stellen die nicht eigene Speedcheckbox auf. Wäre nur sinnvoll bei so vielen Fahrern die sich nicht unter Kontrolle haben. Aber da will keiner sich auf eine Konfrontation mit den Rasern einlassen. Ich denke zudem dass so mancher Landesbeamte und Landespolitiker selbst in die Raserfalle getappt ist, fühlt sich in seiner Ehre verletzt und ist jetzt auf einen Racheakt aus

    • schwarzesschaf

      Das Land braucht Geld Corona frisst ein Loch in die Kasse und das ist der Unterschied von Land und Gemeindestrasse und wieso muss der Dorfsheriff auf der landstrasse knipse, ja weil da die leute schneller fahren, obwihl im Dorf mehr zu verdienen wäre aber da rrifft es die einwohner vom dorf und das kann der Bürgermeister nicht verantworten. Bestes Beispiel Jaufenenstrasse Tirol sein Einigen jahren Dorfkern aussergalb vom Dorf und gestraft werden nur pseier da der Titoler da nicht langfährt

  • zusagen

    Wäre recht interessant wer beim Land auf diese „einfallsreiche“ Idee gekommen ist. Es zeigt sich eindeutig dass nicht im Sinne des Wohlergehens und der Gesundheit der Bürger gedacht wird sondern rein auf die Eitelkeit und das eigene Interresse.

  • andreas

    Die Landesregierung schafft es nicht das versprochenen Geld zu mobilisieren und holt es sich jetzt von den Gemeinden, welche teilweise wirtschaftlich auch nicht sonderlich gut dastehen.

    Wer im Land hatte denn diesen grandiosen Einfall?

  • rota

    Es gibt Staatsstraßen, Landstraßen, Gemeindestraßen und Privatstraßen.
    Bußgelder werden eben anteilmäßig aufgeteilt, oder?
    Hab in den gesamten Fahrjahren zusammengerechnet „nur“ 180 € an Strafen bezahlt, darunter auch einmal Falschparken.
    Durch meine Fehler wurde niemand fett, war sicher mehr Arbeit als Gewinn.

  • bernhart

    Kluge Entscheidung vom Land, finde es gut, dass das Land Strafgelder einfordert, wer macht die Instandhaltung??immer das Land und dafür sollen auch die Gelder verwendet werden.
    Weniger Strafen weniger Geld an das Land.
    Vielleicht wird in Zukunft weniger abkassiert.

    • zusagen

      Anständiger fahren, weniger abkassiert, weniger Reparaturen nach Unfällen, weniger verpestete Luft, weniger Verletzte und Tote usw.
      Sollen die Gemeinden auch noch dafür zahlen dass sie auf euch aufpassen :;

      • n.g.

        @zusagen „Anständiger Fahren“
        Kannst du mir erklären warum ausser für Rennstrecken Autos gebaut werden die schneller fahren als das höchste Limit?
        Ich ja, weils Spaß macht!
        Auserdem, weil solche Autos zugelassen werden, nehmen Regierungen billigend in Kauf, dass es Tote und Verletzte gibt. Jedes Jahr! Das wird dann doch wissendlich in Kauf genommen und man weiss, dass sich nicht alle dran halten. Mit zu schnell fahren gefährde ich nicht nur mich, sondern auch andere. Gibt es viele die zu schnell fahren? JA!
        Und jetzt zur Kerfrage, gibts nen Znterschied dann zu Covid?

  • silverdarkline

    Spart’s mal bei den unsinnigen Beiträgen für die Bauern, aber da traut sich ja niemand. Dann hätte das Land genug Geld

  • cif

    „Das Land fordert rückwirkend bis zum Jahre 2012 satte 50 Prozent aller von den Stadt- und Ortspolizisten kassierten Strafen entlang der Landes- und Staatsstraßen rückwirkend ein.“

    Diese Vorgehensweise ist man eigentlich vom italienischen Staat gewohnt und sollte nicht gängigePraxis werden. Es fehlt jegliche Planungssicherheit.

  • robby

    Ob sich nun diese gemieteten Speedboxen für die Gemeinden noch rechnen? Waren bisher ja ein lukratives Geschäft.
    Mir hat ein Südtiroler Bürgermeister mal erklärt, dass seine Gemeinde mehr Einnahmen aus den Speedboxen als mit der Immobiliensteuer hat.

  • hallihallo

    man muß aber auch sagen, daß viele gemeinden das tempolimit absichtlich tief halten. 50 km/h in ortkern ok, aber daß sich der ortskern mancherorts über kilometer bis zu letzten haus oder hof zieht , ist nicht ok, denn eigentlich ist das kein ortskern mehr.
    blumau hatte vor vielen jahren immer vor dem ort mit 50 km/h gestraft. inzwischen wurde dort das limit vom land angehoben .
    und 60 -70 auf überlandstraßen ist auch nicht ok.

  • bilanz

    Das war doch zu erwarten… der große Raubritter wird doch nicht den kleinen Raubrittern das ganze Geld überlassen… wär ja wohl ein Witz… jetzt werden die kleinen Raubritter halt auf die Gemeindestraßen und Wege aufweichen…

  • paul1

    Für die Gemeinden doch kein Problem, dann wird halt noch mehr gestraft, KLausen ist wohl der Vorreiter!

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen