Du befindest dich hier: Home » Kultur » Bozen gedenkt der Weißen Rose

Bozen gedenkt der Weißen Rose

Auf dem kleinen Platz nahe der Rombrücke, der nach Hans und Sophie Scholl benannt ist, fand Anfang der Woche eine Gedenkfeier für die zwei jungen Studenten und anderen Mitglieder der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“ statt.

Die zwei Studenten Hans und Sophie Scholl wurden zusammen mit anderen Mitstreitern wegen ihres Widerstrandes gegen das NS-Regime 1943 in München hingerichtet. Der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi legte im Beisein von Vizebürgermeister Luis Walcher, Regierungskommissar Vito Cusumano und dem Präsidenten der Sektion Bozen des Partisanenvereins ANPI, Guido Margheri, an der Gedenkstätte einen Strauß weißer Rosen nieder, als Symbol für den Kampf für Freiheit, Frieden, Demokratie und Menschlichkeit. „Wir haben uns hier heute zu dieser Gedenkfeier versammelt,“ sagte Bürgermeister Caramaschi, „und erinnern uns an Menschen, die auch heute noch große Bedeutung haben. Die „Weiße Rose“ war eine Gruppe von jungen Menschen, die Frieden gefordert, aber den Tod gefunden haben. Es waren intelligente, mutige junge Studenten, die im Februar 1943 an der Universität München Flugzettel verteilt haben, auf denen sie zum Widerstand gegen die NS-Diktatur aufriefen und für Frieden und Freiheit eintraten. Sie träumten von einem Deutschland, das Teil eines geeinten Europas ist. Das NS-Regime aber beendete den Kampf der Studentengruppe jäh, denn die Mitglieder der „Weißen Rose“ wurden verhaftet und hingerichtet. Ich danke der vorherigen Stadtregierung, die diesen Platz 2010 nach den Geschwistern Hans und Sophie Scholl benannt hat. Wir haben mit dem Rektor der Freien Universität Bozen vereinbart, dass die Fakultät für Design einen Gedenkstein entwirft, der dann auf dem Universitätsgelände aufgestellt wird. Denn es waren zwei jungen Studenten, die ihr Leben im Kampf gegen die Diktatur gegeben haben, und die Universität als Ort, wo jungen Menschen leben und lernen und ihre Zukunft mitgestalten, ist auch der Ort, an dem der Taten und Opfer dieser zwei jungen Studenten aus München gedacht werden muss. Wir werden Hans und Sophie Scholl immer im ehrenden Gedenken halten,“ fügte Bürgermeister Caramaschi hinzu, „denn wenn wir heute die Flugblätter lesen, dann wird uns bewusst, wie unverhältnismäßig auf die Forderung nach Freiheit reagiert wurde, nämlich mit der Tötung von jungen Menschen. Wir haben daher die moralische Pflicht,“ sagte Caramaschi abschließend, „uns der Geschwister Scholl und die Mitglieder der „Weißen Rose“ zu erinnern und die Ideale, für die sie gekämpft haben, hochzuhalten, denn sie sind der Kern der Demokratie.“

Vizebürgermeister Luis Walcher sagte, dass „die Geschichte erst 78 Jahre her ist, und München ist nicht so weit weg. Das heißt, und das hoffen wir eigentlich alle, dass sich so etwas nie mehr wiederholt, wo Menschen über andere Menschen bis zum Äußersten gehen, wo einige wenige ein ganzes Volk regieren wollen, und deshalb vielleicht sollten wir heute mehr denn je die Demokratie als einzige mögliche Form eines Miteinander leben und erleben, dass das Opfer dieser jungen Menschen, der Geschwister Scholl und Christoph Probst und vieler anderer nicht umsonst war. Ein Opfer, wo Menschen nicht irgendetwas riskiert haben, sondern das einzige Leben, das jeder von uns hat. Und denken wir noch einmal, wenn wir nicht jeden Tag, jeder einzelne daran arbeitet, den Frieden mit den Nachbarn herzustellen, wenn jeder einzelne nicht jeden Tag daran arbeitet, in einer Gemeinschaft mit anderen etwas weiterzubringen, im gemeinsamen Sinne, dann riskieren wir immer wieder – und die Geschichte hat es gezeigt -, dass solche Zeiten immer wiederkehren, wo man glaubt, dass ein starker Mann alles besser kann und für alle alles besser wird. Diesen Trugschluss sollten wir uns ersparen, denn Menschenleben, wie jene der Geschwister Scholl und von Christoph Probst sollten uns Auftrag sein, die Demokratie zu leben, miteinander zu gestalten und den Frieden als einzige Form dieses Lebens hier in diesem Land, in diesem Europa gemeinsam zu erleben.“

Link zur Gedenkfeier auf der Facebookseite der Stadt Bozen:
https://www.facebook.com/ComunediBolzanoStadtgemeindeBozen/videos/233937901561833

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen