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„Jedes Leben verdient Schutz“

Wie jedes Jahr hat Bischof Ivo Muser auch heuer zum Welttag der Kranken ein Krankenhaus besucht. Unter strenger Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen hat er in der Kapelle des Krankenhauses  Brixen eine Wort-Gottes-Feier gefeiert und dann Kranke auf den Abteilungen besucht.

Die Kirche begeht am 11. Februar den Welttag der Kranken und stellt an diesem Tag das Gedenken an alle von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen in den Mittelpunkt. Bischof Ivo Muser stattet an diesem Tag immer einem der Südtiroler Krankenhäuser einen Besuch ab. Heuer hat er das Krankenhaus Brixen besucht. Bei der Wort-Gottes-Feier in der Kapelle des Krankenhauses sagte der Bischof: „In unserer Gesellschaft gibt es eine schleichende Privatisierung und eine zunehmende Sprachlosigkeit angesichts von Krankheit und Tod. Corona aber zwingt uns, dieses Tabu zu durchbrechen – hoffentlich! Wahrscheinlich wurde schon lange nicht mehr so viel über das Thema ‚Krankheit‘ gesprochen, wie in den vergangenen zwölf Monaten seit dem Ausbruch der Coronapandemie. Ob wir es wollen oder nicht: Niemand kann sich mehr diesem Thema entziehen.“

Weiter Bezug nehmend auf die aktuelle Situation, sagte Bischof Muser: „Was alles auf dem Spiel steht, hat sich in der schweren Zeit des totalen Lockdown gezeigt, als Kranke und Sterbende nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt besucht werden konnten, als die körperliche Nähe zu Trauernden nicht möglich war und Begräbnisse nur im engsten Kreis stattfinden konnten. Die Corona-Pandemie hat schonungslos aufgezeigt, was geschieht, wenn wir in Krankheit und Trauer das Netz der menschlichen Nähe verlieren.“

Aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie zieht der Bischof folgenden Schluss: „Auch heute brauchen wir Menschen, die keine Berührungsängste haben, die den Kranken und Leidenden, den Alten und Sterbenden die Hände auflegen, die ihnen menschliche Nähe vermitteln und so zeigen, dass sie trotz Hinfälligkeit und Gebrechlichkeit ihre Würde und ihren Wert haben.“

Der Bischof ging auch auf das Zusammenwirken von Medizin und Seelsorge ein: „Die Kirche sieht keinen Gegensatz zwischen medizinisch-ärztlicher und seelsorglich-geistlicher Betreuung der Kranken; beides gehört vielmehr untrennbar zusammen. Gott will das Leben des ganzen Menschen mit Leib und Seele. Deshalb – so glauben wir als Christen – erfüllen Ärzte und Ärztinnen und alle, die sich in irgendeiner Weise der Pflege der Kranken widmen, auf ihre Weise einen Auftrag Jesu Christi.“

Bischof besuchte die beiden Covid-Abteilungen

Stellvertretend bedankte sich der Bischof schließlich bei allen, die sich um Kranke, Schwache und Gebrechliche kümmern: „Vom Brixner Krankenhaus aus sage ich mit Überzeugung: Danke allen, die sich gerade in diesen schwierigen Monaten in den Dienst des Lebens und der Gemeinschaft stellen! Danke allen, die in diesen herausfordernden Monaten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altenheimen Großartiges leisten und dadurch zeigen, dass jedes Leben Schutz, Hilfe und Anteilnahme verdient.“

Die ärztliche Direktorin des Krankenhauses Brixen, Elisabeth Montel, bedankte sich bei Bischof Muser für dessen Besuch: „Der Bischofsbesuch ist in dieser recht komplizierten und von der Pandemie gekennzeichneten Zeit für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und vor allem für die Kranken ein außergewöhnliches Geschenk.“​

Nach dem Mittagessen hat sich der Bischof auf die beiden Covid-Abteilungen begeben und hat dort in Begleitung des zuständigen Primars Dr. Othmar Bernhart die einzelnen Patienten in den Krankenzimmern besucht. Anschließend hat der Bischof auch noch der Intensivstation einen Besuch abgestattet und mit dem dort tätigen Personal – u.a. auch der Primarärztin dieser Abteilung Ivana Gutwenger – gesprochen. Zum Abschluss besuchte der Bischof die Patienten der Rehabilitationsabteilung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • manfred

    …..um das eigene Leben und das unserer Mitmenschen zu schützen, sollte die Kirche in dieser Zeit ihren Gläubigen empfehlen, so gut wie möglich daheim zu bleiben und Kontakte zu meiden, anstatt zur Kirche zu gehen, beten kann man auch daheim.

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