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„Gift für den sozialen Frieden“

Das Katholische Forum sorgt sich nach der Demo der „Freien (Wut-)Bürger“ über die Verrohung im öffentlichen Diskurs.

Im Katholischen Forum ist man besorgt.

Der Grund: Die Töne und Botschaften auf der Demo der „Freien (Wut-)Bürger“ am Samstag vor dem Landtag.

Die medial übermittelten Bilder von der Versammlung der „Freien Bürger“ vor dem Landhaus am vergangenen Sonntag sind noch frisch. Erinnerungen an die Erstürmung des Kapitols in Washington Anfang Jänner tauchen auf. Gemeinsam ist beiden Anlässen eine offen zum Ausdruck gebrachte Wut. Zielscheibe der Wut sind „die da oben“, verantwortlich für alles, was nicht gut geht, so das Katholische Forum in einer Aussendung.

In der Stellungnahme heißt es außerdem:

Die derzeitige Situation der anhaltenden Pandemie ist schwierig, ja für bestimmte Berufsgruppen, für Familien, für Kinder und Jugendliche oder Arbeitslose extrem schwierig. Wie durch ein Vergrößerungsglas werden soziale Nöte, Brüche und Verwerfungen in dieser lang andauernden Krise mit einer kaum gekannten Deutlichkeit sichtbar.

Der Unmut der Betroffenen ist verständlich, das Vertrauen in die Kompetenz der Politik scheint mehr und mehr zu schwinden.

In dieser schwierigen Situation erscheint uns der gesellschaftliche Zusammenhalt als eine Grundvoraussetzung, um die großen Herausforderungen, die diese Pandemie zweifellos für alle darstellt, bewältigen zu können.

Von Wut und Hass erfüllte Tiraden gegen demokratisch gewählte Personen und Institutionen, menschenverachtende Botschaften in sozialen Medien und digitalen Foren sind Gift für das zerbrechliche Netz des sozialen Friedens. Dafür gibt es keine Rechtfertigung.

Das Katholische Forum, die Vereinigung von fünfzehn Laienorganisationen, sieht die zunehmende Verrohung im öffentlichen Diskurs mit großer Sorge.

Demokratie lebt vom Streit und von der harten Auseinandersetzung in der Sache. Rationale Auseinandersetzung erfordert allerdings mehr Anstrengung als emotionale Schuldzuschreibung. Die Pandemie hat uns noch im Griff, doch es wird eine Zeit nach der Pandemie kommen.

Es geht für die politischen Vertreter darum, das Gespräch mit den Entmutigten und Enttäuschten dort nicht abbrechen zu lassen, wo es noch eine gemeinsame Basis für ein Gespräch gibt. Ein Aufruf ergeht aber an uns alle: nicht leichtfertig über mediale Hassbotschaften und öffentliche Hetze hinwegzusehen, sondern zu einer maßvollen und konstruktiven Gesprächskultur beizutragen. Dies ist unabdingbar für das Durchstehen der Pandemie und für ein gutes Leben danach.“

Übrigens:

Für Montag ist auf dem Magnago-Platz die nächste Demo angesagt, und zwar um 09.00, zeitlich mit Beginn der Sondersitzung des Landtages.

B

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