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Arbeitslos ins Jahr 2021

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In Südtirol waren im Dezember über 16.000 Personen weniger beschäftigt als vor einem Jahr. Landes-Arbeitschef Stefan Luther über die Zukunftsaussichten.

von Heinrich Schwarz

Nach dem Lockdown im Frühjahr und der Erholung im Sommer erlebte Südtirols Arbeitsmarkt im abgelaufenen Monat Dezember einen weiteren Schock: Die Beschäftigung sank um 7,8 Prozent gegenüber Dezember 2019. Konkret waren im Schnitt über 16.000 Personen weniger beschäftigt, wie aus den gestern veröffentlichten Daten der Landesbeobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt hervorgeht.

Der Rückgang ergibt sich durch den Ablauf von befristeten Verträgen und vor allem durch die fehlenden Neuanstellungen aufgrund der nicht-begonnenen touristischen Wintersaison. Fixe Jobs sind indes in der Regel (noch) sicher, da bis Ende März weiterhin Lohnausgleich und Kündigungsverbot gelten.

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Corona-Krise die Frauen stärker trifft als die Männer: Während es bei den Männern im Dezember einen Beschäftigungsrückgang von 7,3 Prozent gab, waren es bei den Frauen 8,3 Prozent.

Das hat vor allem damit zu tun, dass gerade jene Sektoren, in denen viele Frauen beschäftigt sind, besonders unter der Corona-Pandemie leiden: Gastgewerbe und Handel.

Allein im Gastgewerbe gab es im Dezember einen Beschäftigungsrückgang von 50,8 Prozent, was über 14.000 Personen entspricht. Da die allermeisten Betriebe geschlossen blieben, wurden Saisonmitarbeiter schlichtweg nicht angestellt.

Stefan Luther, Direktor der Landesabteilung Arbeit, merkt dazu an: „Wenn man nur den Zeitraum ab dem 15. Dezember berücksichtigt, in dem normalerweise Hochsaison ist, sind in der Hotellerie sogar 70 Prozent der Arbeitsplätze weggefallen. Und die restlichen 30 Prozent der Beschäftigten, die unbefristete Verträge haben, sind wohl zur Hälfte in Lohnausgleich.“

Auch im Handel macht sich der letzte Lockdown bemerkbar: Etwas mehr als 1.000 Beschäftigte fanden im heimischen Handel zuletzt keine Arbeit mehr. Das ist ein Minus von 3,4 Prozent. „Viele Geschäfte leben vom Tourismus und haben entsprechend wenig zu tun“, erklärt Luther.

Ein fettes Minus von 7,9 Prozent gab es auch im Bereich „Verkehr und Lagerung“. In diese Kategorie fallen unter anderem die Aufstiegsanlagen in den Skigebieten, die ebenfalls keine Saisonmitarbeiter angestellt haben.

„Und im Bereich ‚andere Dienstleistungen‘, der ebenfalls ein Minus von 823 Beschäftigten verzeichnet, ist etwa der Skiverleih enthalten. Es sind also alle Bereiche stark betroffen, die mit dem Tourismus zusammenhängen“, erläutert Stefan Luther.

Im Aufwind war im Dezember hingegen das Bauhandwerk mit einem Beschäftigungszuwachs von drei Prozent bzw. 264 Personen. Abteilungsdirektor Luther erklärt: „Normalerweise wird die Bauwirtschaft Ende Dezember auf ein Minimum heruntergefahren. Das war diesmal nicht der Fall – es wurde mehr gearbeitet als üblich.“

Eine kontinuierliche Zunahme der Beschäftigung gibt es seit Beginn der Corona-Pandemie im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Dezember steht ein Plus von 470 Beschäftigten (plus 2,1 Prozent). Es handelt sich insbesondere um neues Personal zur Pandemie-Bekämpfung.

Was die Zukunft bringt, ist kaum vorhersehbar. Zu groß ist die Unsicherheit über die Entwicklung der Corona-Pandemie, die Lockdowns, die Grenzöffnungen, den Erfolg der Impfungen. „Für die nächsten drei Monate“, sagt Stefan Luther, „sollte man deshalb noch bescheidene Erwartungen haben. Aber in Richtung Sommer bin ich optimistisch, dass wir vieles wettmachen – wenn auch nicht alles, denn es wird Reibungsverluste geben: Bestimmte Personengruppen werden entlassen oder keine Chance haben, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Mit diesen Personengruppen werden wir uns in der Arbeitsvermittlung beschäftigen müssen.“

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