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Im Außendienst

Mitarbeiter der Therme Meran kommen ab sofort auf freiwilliger Basis in den Krankenhäusern Meran und Schlanders zum Einsatz.

von Karin Gamper

Corona hat auch die Therme Meran schwer getroffen.

Die Freizeit- und Wellnessanlage in fast 100-prozentigem Landesbesitz ist derzeit wie alle anderen öffentlichen Badeeinrichtungen covidbedingt geschlossen. 

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die etwa 100 Mitarbeiter befinden sich mit wenigen Ausnahmen im Lohnausgleich. „Wir garantieren derzeit nur den Notdienst“, sagt Therme-Direktorin Adelheid Stifter.

Lohnausgleich bedeutet aber auch weniger Lohn. Wer sich das auf Dauer nicht leisten kann, dem steht nun eine Option offen. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, wieder in das Arbeitsleben und zu ihrem normalen Gehalt zurückzukehren. Allerdings nicht in der Therme, sondern in den Krankenhäusern von Meran und Schlanders, wo – ebenfalls covidbedingt – dringend Personal gebraucht wird. „Vorübergehend und auf freiwilliger Basis“, wie Direktorin Stifter unterstreicht.

Die Vereinbarung zwischen der Therme AG und dem Gesundheitsbezirk Meran ist bereits unterzeichnet. Direktorin Irene Pechlaner, die auch im Verwaltungsrat der Therme AG sitzt, hatte die Idee. „Der Gesundheitsbezirk ist mit diesem Vorschlag an uns herangetreten“, berichtet Adelheid Stifter. 

Demnach kommen ab sofort Angestellte der Therme in den Spitälern zum Einsatz, sofern sie dort gebraucht werden und zustimmen. „Es sind bisher vor allem Mitarbeiter im Bereich Küche und Service, die in der Krankenhausmensa eingesetzt werden“, weiß Stifter. Aber auch Reinigungskräfte, Verwaltungsangestellte und technisches Personal könnten je nach Bedarf und Anfrage des Gesundheitsbezirks gerufen werden. Seit Montag haben sieben Mitarbeiter zugestimmt. Ob auch der Sanitätsdirektor der Therme, Salvatore Lo Cunsolo, provisorisch in den Krankenhausbetrieb wechselt, ist noch unklar. Am Mittwoch fanden diesbezügliche Gespräche über seinen möglichen Einsatz statt.

Für Direktorin Stifter ist das Abkommen eine tolle Sache: „Viele unserer Mitarbeiter sind gerne wieder berufstätig und auch froh darüber, wenn sie wieder mehr verdienen“, weiß sie. Der Deal sei ohnehin nur auf Zeit: „Sobald wir die Therme wieder öffnen können, werden wir unsere Leute sukzessive je nach Bedarf zurückholen“.

Formal bleiben die Mitarbeiter Angestellte der Therme. Stifter: „Sie bekommen auch von uns das Gehalt ausbezahlt, welches uns dann vom Gesundheitsbetrieb rückerstattet wird“. 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • kirke

    Die Frage wie man Mitarbeiter oder Steuer bezahlen kann ohne dass gearbeitet wird, stellen sich alle Unternehmen.
    Im öffentlichen Dienst wird diese Frage bald keine Rolle mehr spielen.
    Er ist nicht mehr finanzierbar.

  • tirolersepp

    Bravo Frau Direktorin Irene Pechlaner !!!

  • thefirestarter

    Etwas spät?
    Ich meine, wir hatten eine Krise im Frühjahr, eine ruhige Zwischenphase im Sommer, in der aber die Experten wussten, dass jetzt im Herbst die 2. Welle kommt und jetzt kommt es zur Vereinbarung.

    Es ist ein gutes Beispiel das unsere Sanität / polit. Verantwortlichen bzw. die für sie denkenden Lobbys nicht in der Lage sind oder nicht gewillt sind im Voraus zu reagieren.

    Die Politiker weil es politisch nicht opportun ist,

    die Lobbys weil es wirtschaftlich gesehen ein Verlust ist

    und die Sanität, weil die Führung von den Politikern ernannt wird und tja,

    Rückgrat ist in Südtirol Seltenheitswert.

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