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Begegnungen und Emotionen

Nach der langen Zwangspause geht am 21. Oktober die Tanzsaison InDanza des Trientner Kulturzentrums S. Chiara weiter. Das Aufführungskonzept von Emanuele Masi sieht zwischen 21. Oktober und 1. Dezember 6 Aufführungen in Trient, Bozen und Rovereto vor – darunter 3 italienische Erstaufführungen und 2 Uraufführungen.

Erneut zeigt sich der zeitgenössische Tanz als Brücke zwischen nationaler Produktion und lokalen Instituten und Künstlern – angereichert mit Werken international renommierten Choreografen. „Wieder regelmäßig ins Theater gehen zu können, ist etwas Wunderbaress“, betont der künstlerische Leiter InDanza, Emanuele Masi. In einem von Ungewissheiten geprägten Klima sind im Rahmen von InDanza 2020 Künstler international ausgezeichnete Künstler zu sehen, die auch vom heimischen Publikum sehr geschätzt werden wie Emio Greco, Marco Goecke, Marcos Morau oder Maguy Marin. Zeitgleich schenkt Masi der italienischen Choreografie und Produktion besondere Aufmerksamkeit mit den Gastauftritten der Ensembles von Michele Merola (associate artist des Trienniums 2018-2020), von Mauro Asstolfi und der Spellbound Dance Company und dem Nuovo Balletto di Toscana von Cristina Bozzolini. Letzteres beehrt InDanza mit der Uraufführung von „Bayadére-Regno delle Ombre“ (Reich der Schatten); Dessen Choreograf Michele di Stefano hat im Rahmen der Biennale von Venedig den silbernen Löwen für die Innovation erhalten. Im Hinblick auf die Kontinuität wird auch auf die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und Künstlern gesetzt, wie dem MART, in dessen Sälen beim  Aperitivo InDanza das poetische Solo „Sycho“ von Itamar Serussi Sahar gezeigt wird. Das Musikerduo Guarino wird für die Uraufführung von Michele Merolas „Pastorale“ – das die Tanzsaison in Trient eröffnet – am Klavier Beethovens 6. Symphonie ausführen.

Noch einmal präsentiert sich InDanza seinem Publikum als Ort der Begegnungen und der Emotionen. Als Ort, der aktuellen Tendenzen Raum bietet ohne die Meilensteine der Vergangenheit zu vergessen, wie beispielswiese das zeitgenössische Meisterwerk Duo d’Eden von Maguy Marin, das bereits von den Ètoiles der Paris Oper interpretiert worden ist und ein außergewöhnlicher Pas de Deux von Adam und Eva ist; oder das visionäre Remake des bekanntestes Aktes des Ballettklassikers La Bayadère – Il Regno delle Ombre/ das Reich der Schatten – von Michele di Stefano für das herausragende Nuovo Balletto di Toscana.

Die Eröffnung der Tanzsaison erfolgt am 21. Oktober am Teatro Sociale in Trient mit der MMContemporary Dance Company von Michele Merola. Die Erstaufführung des Diptychons umfasst die neue Arbeit „Pastorale“ von Merola und „Duo d’Eden“ von Maguy Marin, das in das Repertoire der MMCDC aufgenommen wird. Beethovens’s 6. Symphonie wird dabei in einer Transkription für zwei Klaviere von den Brüdern Giancarlo und Stefano Guarino dargeboten. Merolas Pastorale verspricht bukolische Tänze in intimer Gemeinschaft mit der Natur – ganz im Sinne des herausragenden deutschen Komponisten, dessen 250-jähriges Jubiläum in diesem Jahr gefeiert wird.

Am 10. November kommt das Stuttgarter Ensemble Gauthier Dance mit dem brandneuen Stück ans Stadttheater Bozen (20.30 Uhr): Exklusiv nach der Uraufführung im Oktober zeigt Gauthier Dance in Bozen Marco Goeckes neues Stück „Do you love Gershwin?“ Einige der bekanntesten Werke von Gershwin dienen als Grundlage für einen mitreißenden Tanzabend – dargeboten von 14 Tänzerinnen und Tänzern – und dem Wunsch, sich in Gershwins Unbeschwertheit zu verlieren.

Am 20. November feiert Mauro Astolfi mit seinem Spellbound Contemporary Ballet am Auditorium Fausto Melotti (21.00 Uhr) sein 25jähriges Jubiläum mit einem mehrteiligen Abend: „Spellbound25“ umfasst 4 neue und sehr unterschiedliche Choreografien, die eigens für das ‚Jubiläum‘ entstanden sind. Marcos Morau hat mit „Marte“ seine erste Arbeit für Spellbound geschaffen; In das Repertoire wird auch Marco Goeckes Kultsolo „Äffi“ aufgenommen, das bereits im Rahmen des Festivals Tanz Bozen zu sehen war; Mauro Astolfi selbst hat für Maria Cossu, die langjährige Tänzerin seiner Kompanie, das Stück „Unkown Woman“ kreiert sowie das Ensemblewerk „Wonder bazaar“ für neun Tänzerinnen und Tänzer.

Zur Einstimmung sind die Zuschauer beim Aperitivo InDanza in den Ausstellungsräumen des Mart dazu eingeladen, dem Solo „Sycho“ des israelischen Künstlers Itamar Serussi Sahar zu folgen.

Mit einer Uraufführung geht das Programm am 30. November im Teatro Sociale Trient (20.30 Uhr) weiter: Das Nuovo Balletto di Toscana zeigt „Bayadère – das Reich der Schatten“ aus der Feder von Michele di Stefano. Di Stefano schaut dabei weniger auf die exotischen Elemente in Marius Petipas Meisterwerk, sondern konzentriert sich auf die Zeitlosigkeit des Klassikers und dessen Überwindung im 3. Akt, dem Reich der Schatten. Die kaum wahrnehmbaren Seelen, die dem Krieger Solor nach dem Rauchen der Wasserpfeife im Traum erschienen, sind das Stichwort für eine abstrakte, zeitgenössische und psychedelische neue Vision. Und an Überraschungen wird es trotz der musikalischen Entscheidung, die Originalpartitur von Ludwig Minkus beizubehalten, nicht fehlen.

Das Triennium InDanza 2018 – 2020 endet am 1. Dezember im Stadttheater Bozen mit „Blasphemy Rhapsody“ von Emio Greco und Pieter C. Scholten für ihr Ensemble ICK Amsterdam. Die Rhapsodie für sieben Tänzer ist während der Zeit des Lockdowns zu den Klängen von Pizzica und Charleston entstanden; Zwei von Raum und Zeit getrennte Tanzgattungen, die das Konzept der Ausdauer vereint. Dieselbe Ausdauer, die wir alle brauchen, um einmal mehr die Verletzlichkeit des Lebens akzeptieren zu können. Ein kollektives Ritual über Leere und Distanz, getanzt zur Housemusik der ausgehenden 90er Jahre mit Daft Punk und „Around the World“.

Tickets sind an der Kasse des Stadttheaters Bozen erhältlich;

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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