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Der Wolf-Plan

ARGE ALP – Arbveitsgemeinschaft Alpenländer
Konferenz der Regierungschefs in Salzburg
Im Bild beim Gruppenfoto im Mirabellgarten Salzburg v.l. Landeshauptmann Günther Platter (Tirol), Alan Christian Rizzi (Lombardei), Norman Gobbi (Tessin), (Landeshauptmann Wilfried Haslauer (Salzburg), Christian Rathgeb (Graubünden), Arno Kompatscher (Landeshauptmann Südtirol), Benedikt von Spyk (St. Gallen), Markus Wallner (Landeshauptmann Vorarlberg),
Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr 30.9.2020

Die Regierungschefs der Arge Alp forderten auf ihrem Gipfel in Salzburg Lockerungen beim Wolfsschutz.

Eine verstärkte Zusammenarbeit und länderübergreifende Unterstützung beim Meistern der Corona-Krise: Dies ist einer der drei wesentlichen Beschlüsse der heutigen Konferenz, zu der sich die zehn Regierungschefs Arge Alp am Mittwoch in Salzburg getroffen haben.

Unter anderem wollen sich die Länder im Falle Lieferengpässen in der Corona-Pandemie medizinische Geräte und Verbrauchsgüter gegenseitig bereitstellen und bei vorübergehenden Überlastungen der Krankenhauskapazitäten Intensiv-Patienten aufnehmen. Beim Grenzmanagement sowie bei der Kommunikation und Prävention im öffentlichen Gesundheitswesen wollen die Regierungschefs noch enger zusammenarbeiten.

Das internationale Contact Tracing soll durch technische Hilfsmittel und Kompatibilität der unterschiedlichen Apps effizienter werden. Die Regionenvertreter verständigten sich darauf, dass es eine einheitliche und objektivierte Vorgehensweise bei der Definition von Risikoregionen und für Covid-Maßnahmen im Wintertourismus geben soll. Dazu wird eine Expertengruppe der Arge-Alp-Länder gebildet, um zu gemeinsam anerkannten Standards zu gelangen.

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer sagte in seiner Funktion als Arge-Alp-Vorsitzender:„Die politischen Fragestellungen sind in unserer Gruppe meist dieselben. Gemeinsam bewegen wir mehr.“ Die Länder seien daher übereingekommen, als umfassenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie eine vertiefende Kooperation im Krisenfall anzustreben.

Südtirols Landeshauptmann plädiert ebenfalls für gemeinsame Lösungen: „Auch zur Definition von Risikogebieten brauchen wir einheitliche und objektivierte Standards in Europa, um protektionistische und kirchturmpolitische Vorgehensweisen auszuschließen.“

Ein Plan für den Wolf

Beim Thema Wolf forderten die Regierungschefs der Arge Alp die Europäische Kommission einhellig auf, zum Schutz der alpinen Land- und Almwirtschaft den Schutzstatus des Wolfs in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie neu zu bewerten und genügend Geld zur Verfügung zu stellen, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren. An die EU-Kommission gerichtet sprachen sie sich weiters dafür aus, ein gesamteuropäisches Monitoring und eine wildökologische Raumplanung für den Wolf einzurichten. Wie Südtirols Landeshauptmann nach der Versammlung erklärte, sei diese Neubewertung des Schutzstatus des Wolfes aufgrund der eingetretenen Entwicklung dringend notwendig: „Dies entspricht auch dem Grundsatz der Gleichbehandlung der EU-Mitgliedsstaaten.“

Nachhaltigkeit und Regionalität im Tourismus

Eine weitere in Salzburg verabschiedete Resolution hat nachhaltigen Qualitätstourismus im Alpenraum zum Ziel. Regionalität, Tourismusgesinnung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Stärken benannt, die weiter auszubauen sind. Bemühungen um nachhaltige Mobilität sollen mit geringen CO2-Emissionen insbesondere bei An- und Abreise kombiniert werden. Bemühungen um nachhaltige Mobilität können auch mit geringen CO2-Emissionen insbesondere bei An- und Abreise kombiniert werden.

Neue Projekte von Kulinarik bis cleverer Verwaltungsarbeit

Auch fünf neue gemeinsame Projekte wurden heute in Salzburg in Auftrag gegeben. Sie beschäftigen sich mit alpiner Kulinarik, mit der Heilkraft der Alpen, einer Internationalen Sommerakademie für alpines Bauen und Siedlungsentwicklung sowie „Smart Working“ in der öffentlichen Verwaltung.

Der Klang der Alpen

Wie berichtet, gab es zum Auftakt der feierlichen Vorsitzübergabe eine Uraufführung: Erstmals erklang die Arge-Alp-Fanfare, eine Komposition des Südtiroler Jazz-Saxophonisten und Arrangeurs Valentin Gasser. Wie eine Hymne soll die Fanfare künftig als imageprägender Bestandteil der Arge Alp fungieren und bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Vorsitz geht an Lombardei

Der Vorsitz des Zusammenschlusses der zehn Alpenländer Bayern, Graubünden, der Lombardei, Salzburg, St. Gallen, Südtirol, Tessin, Tirol, Trentino und Vorarlberg wechselt jährlich. Bei der coronabedingt vom Juni auf heute verschobenen Zusammenkunft der politischen Entscheidungsträger übergab Landeshauptmann Wilfried Haslauer den Vorsitz, den Salzburg im Vorjahr von Südtirol übernommen hatte, an die Lombardei. Die Südtiroler Landesregierung dankte den Salzburgern für die Arbeit: „Wir danken den Gastgebern und Vorsitzenden der Arge-Alp für die konstruktive und gute Zusammenarbeit und freuen uns auf die Kooperation mit der Lombardei.“

Im Anhang die Erklärung zu Covid-19 und die Resolutionen zu Wolf und Tourismus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (9)

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  • tirolersepp

    Ja ja die xte Resolution – Entscheidungen braucht das Land –

    DANKE an die Jägerschaft – sie entscheiden !

  • thefirestarter

    bla bla bla…
    mehr Geld für die Bauern…
    bla bla bla

    Europa- Brüssel entscheidet.

  • gestiefelterkater

    Immer am Fordern, dabei wissen die Hampelmänner doch nur zu genau, dass sie das auszuführen haben, was immer es auch sei, was ihnen befohlen wird.

  • drago

    Toll! Für alle Wirtschaftszweige haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Arbeitsbedignungen und die Konkurrenz geändert und sie mussten sich anpassen oder zusperren. Nur unsere Schafbauern wollen an den alten Vorgangsweisen festhalten und nichts tun, außer natürlich abschießen. Alle Maßnahmen, die in der richtigen Zusammenstellung anderswo geholfen haben, können bei uns nicht angewandt werden.
    Übrigens: in Österreich werden pro Sommer mehrere Hunderttausend Schafe auf die Almen getrieben (naja, gefahren); ca. 150 sind Wolf und Bär zum Opfer gefallen. Das sind dann weniger als ein Promille. Übrigens: wieviele Schafe versteigen sich, stürzen ab oder fallen anderen Beutegreifern zum Opfer? Sage nur wildernde Hunde.
    Aber die Lösung ist natürlich alles abschießen. Unter anderem weil sich sonst die Touristen fürchten und nicht mehr kommen. LOL

  • novo

    Auch ich möchte mich bei der Jägerschaft bedanken, dass sie Luchs und Adler erlegt haben. Endlich kann man ohne Angst durch Südtirols Wälder streifen!

    Wie heißt doch gleich der Vorsitzende des europäischen Jagdverbandes?
    Er soll eine Zeitung besitzen, die jeden zweiten Tag gegen den Wolf hetzt. Entschuldigung habe mich verschrieben, soll heißen: Für die Umwelt im Schnalstal wirbt!

  • franz1

    Der Wolf würde sich schon jetzt ins Fäustchen lachen, würde er die Parade, den (nutzlosen) Auftritt dieser Herren verfolgen…….

    • reindl

      Franz1
      du hosch vergessen: „““der Auftritt dieser NICHTRAGENDENMASKEN“““Herren verfolgen, ober ins vorschriften mochen, sel kennen sie, und de????????? tian wias ihmene grod virkimp

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