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„Schwule Drecksau“

Der Sexualberater Michael Peintner wurde am Montag wiederholt Opfer homophober Anfeindungen. Er wird nun Anzeige gegen den ihm bekannten Täter erstatten.

von Markus Rufin

Michael Peintner ist einer der bekanntesten Sexualberater in Südtirol. Als solcher kommt er mit Homophobie immer wieder in Berührung. Nun wurde er selbst Opfer von homophoben Anfeindungen.

Was war passiert? An seiner Praxis in Bruneck wurde ein Zettel mit dem Schriftzug: „Schwule Drecksau! Schieb dir deinen Anzeigefinger in den Arsch.“Eine Beleidigung, die für Peintner das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Denn Peintner kennt den Täter, dieser hat ihn nicht nur einmal beleidigt: „Er hat mich auf Facebook mehrmals diffamiert, bisher habe ich keine rechtlichen Schritte dagegen unternommen, doch das geht jetzt zu weit.“Unter anderem forderte der Mann, dass „Schwule wie MP“nach Russland deportiert werden sollen.

Über eine Videokamera, die vor seinem Büro angebracht ist, konnte der Sexualberater den Täter eindeutig identifizieren, am Donnerstag werde er eine Anklage einreichen.

Peintner wisse, dass er sehr exponiert sei: „Ich begleite viele Personen, darunter auch Schwule und Lesben, sowie trans-und intergeschlechtliche Menschen. Dementsprechend setze ich mich auch für Gleichberechtigung ein.“

Dennoch sei er bisher nur selten homophob beleidigt worden: „Für mich war es das erste Mal, aber ich kenne zahlreiche Klienten und Klientinnen, die sogar unter psychischen Schwierigkeiten aufgrund der Anfeindungen leiden. Das beweist, dass Homophobie kein Kavaliersdelikt ist.“

Peintner selbst mache sich zwar grundsätzlich nichts aus Beleidigungen, ihm war es aber wichtig, eine klare Grenze zu ziehen. Daher hat er den Namen des Täters auch öffentlich gemacht. Am Donnerstag wird er Anzeige erstatten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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