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Die grüne Liste

Die Bozner Grünen haben im Kapuzinerpark ihre Liste für die Gemeinderatswahlen vom 20. und 21. September vorgestellt.

Die Bozner Grünen haben ihre Liste für die Gemeinderatswahlen vom 20. und 21. September vorgestellt.
Eine progressive, ökologisch orientierte, mehrsprachige, feministische, antifaschistische Liste, die stark auf junge Menschen setzt, so hieß es auf der Pressekonferenz.

Die Bozner Grünen verzichten bei den Gemeinderatswahlen auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten. Sie setzen auf bekannte Namen – und alte Haudegen.

Obwohl der in abgelaufenen Amtsperiode vor allem durch Abwesenheit bei den Sitzungen des Gemeinderates glänzte, steht Norbert Lantschner, vor vier Jahren Bürgermeisterkandidat der Bozner Grünen, plötzlich da bei der Kandidatenpräsentation für die Wahlen am 20. und 21. September. „Er war zuletzt mehrmals bei Sitzungen und hat auch Reden gehalten“, verteidigt Fraktionssprecher Tobias Planer Lantschners Kandidatur.

Planer wird ebenfalls wieder antreten, so wie die Grünen überhaupt auf bekannte Namen setzen. Auf eine eigene Bürgermeisterkandidatur verzichten sie diesmal, stehen offenbar voll hinter Bürgermeister Renzo Caramaschi, dessen wirtschaftsfreundlichen Verve sie sich in den vergangenen vier Jahren nicht widersetzen konnten oder wollten. „Die Grünen haben sich bei 1,2 Prozent der Beschlüsse enthalten“, verkündet Caramaschi freudig.

Spitzenkandidatin ist die grüne Verkehrs- und Umweltstadträtin Maria Laura Lorenzini, sie hält bei der Präsentation im Kapuzinergarten ein Buch über den vor 25 Jahren verstorbenen Über-Grünen Alexander Langer in der Hand. „Er hat einen ökologischen Paradigmenwechsel gefordert, wir sind hier, um ihn umzusetzen“, doziert Lorenzini. Sie sieht die Rolle ihrer Partei in Bozen als „propositiv“, „wir sind immer für, nie gegen etwas“.

Die grüne Liste umfasst stattliche 38 Kandidaten, je zur Hälfte italienisch- und deutschsprachig (was bei den interethnisch ausgerichteten Grünen eigentlich keine Rolle spielen sollte), sieben Kandidaten sind Young Greens.

Und dann sind da noch zwei ältere Herren, die als Unabhängige auf der grünen Liste kandidieren: Ex-PD-Stadtrat Mauro Randi und Projekt-Bozen-Gründer Rudi Benedikter, zuletzt Stadtviertelrat in Gries-Quirein. Projekt Bozen ist damit endgültig Geschichte, Benedikter will sich dafür einsetzen, dass „das Trio Benko-Haselstiner-Gostner“, das bekanntlich den Bozner Flughafen übernommen hat, „in die Schranken gewiesen wird“.

Die Spitze der Liste besteht aus 5 Kandidaten*innen:

1° die scheidende Stadterätin für Umwelt, Mobilität und Chancengleichheit Marialaura Lorenzini
2. der Fraktionssprecher Tobe Planer
3° die stellvertretende Fraktionssprecherin Chiara Rabini
4° der Gemeinderat und Klimaexperte Norbert Lantschner
5. die Co-Sprecherin der Bozner Grünen und Umweltexpertin Sonja Abrate

Gefolgt von den beiden unabhängigen Kandidaten für den 6. und 7. Platz Rudi Benedikter, Präsident des Bezirks Gries – Quirein (Projekt Bozen) und Mauro Randi, scheidendes Gemeinderatsmitglied.

Vom 8. bis 14. Platz die Kandidaten*innen der Young Greens Southtyrol Majda Brecelj, aktivistin von fridays for future und Jugendarbeiterin, Markus Cappello, Arbeitsforscher, Musiker und Experte zum Thema leistbares Wohnen, der bei der heutigen Pressekonferenz im Namen der Young Greens gesprochen hat, der Physiker Raphael Cavallari, die Sozialarbeiterin Sara Maoual, Zeno Oberkofler Musiker und Aktivist, Katharina Tschigg, Forscherin und Expertin für Umweltkommunikation und der italienisch-deutsche Umweltingenieur Pascal Vullo. Eine vielfältige Gruppe, die entschlossen und stark engagiert und motiviert ist, Veränderungen zu bringen und etwas zu bewirken.

Unter den KandidatInnen sind auch die Co-Sprecherin der Bozner Grünen Rosina Ruatti, Lehrerin und in der Umweltbildung tätig, die scheidenden Stadtviertelräte Ulli Spitaler und Elena Pugno, die pensionierte Inspektorin Erica Fassa, die Gewerkschafterin und Lehrerin, scheidende Gemeinderätin von Bruneck, Cornelia Brugger, Thomas Rainer, Kulturarbeiter, in der Weiterbildung aktiv, Valter Rigon, ein Pensionist im Ehrenamt tätig und im Bezirk Casanova sehr aktiv, Christine Janssen, Expertin für Inklusion, der Rechtsanwalt Stefano Solfrini, Antonio Favari, Telekommunikationsexperte, die Lehrerin Rossella Finato, der Informatiker für digitale Nachhaltigkeit Markus Egger, Samir Ben Haj Hassed, Sozialarbeiter, Renato Palaia ehemaliger Büroleiter in der Provinz, Abdushi Sadet ehemaliger Vizepräsident des Beirates für Migranten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • tiroler

    #Klimaexperte Lantschner, der mit Abwesenheit glänzt. Vor lauter Fachwissen aus der Klimahausagentur geflogen. Der ist lustig

  • gestiefelterkater

    „Grün macht den Unterschied“?
    Ach, sind denn nicht alle gleich? Die Grüninen kämpften doch bisher für den Totalen Einheitsbrei.
    Der Sauerstoffmangel wegen Coronawindel scheint ihnen doch etwas zugesetzt zu haben.

    • watschi

      kater, schau dir doch mal ihre wahlpropaganda an. antifaschistisch? muss man das heute noch dazusagen? sogar die Lega ist antifaschistisch. dann feministisch? ist ja toll, radikal auch noch den mànnern gegenùber und „die stark auf junge menschen setzt. ok, wir habens kapiert, die alten sind denen wohl eher egal. und so eine partei soll man wàhlen? pfui teibel

  • robby

    So gefallen mir die Grünen am besten: mit einem Knebel am Quatschen gehindert.

  • ahaa

    Das Foto, symaptisch sind alle gleich… Affen machen alles nach, lernten wir im Kindergarten.

  • novo

    Ach so geht in Südtirol Demoktatie: Man verbietet den politisch Andersdenkenden den Mund.
    Gut Marktwirtschaft heißt in Südtirol ja auch, das Land anbetteln.
    Ja, sogar aus dem Salvini, macht man hier im Forum, einen Antifaschisten.
    (Matteo Salvini vuole ‚Pieni poteri‘. Come disse Benito Mussolini.)

    • summer

      @novo
      Wer miserable Opposition macht, ist selber schuld, dass man sie nicht ernstnimmt.
      Wer destruktive Oppositionspolitik macht, hat keine alternativen Lösungen.
      So gesehen ist der selbstgewählte Maulkorb ein sprechendes Bild.
      Und ja: Salvini ist ein Faschist, da brauchen Sie gar nicht diesen furchtbaren Spruch wiederholen, denn der hat mir letztes Jahr gereicht, um zu wissen, was er ist.

  • novo

    @summer
    Ist die Regierung wirklich um so viel besser als die Opposition?

    Ich finde der Kompatscher wird aufgerieben zwischen den Interessen der Bauern und jenen der Gastwirte und der Handelskammer (nur die Steuerzahler werden vergessen).
    Kaum pariert er nicht, kommt schon die „Anschiss“ aus dem Weinbergweg und er muss sich den Partikularinteressen dann doch wieder beugen!

    • summer

      @novo
      Dieses Dilemma sehe ich auch genauso und da haben Sie vollkommen Recht.
      Natürlich auch manche armselige LRäte und den Weinberg.
      Aber genau in einem solchen Zustand hätte die Opposition eine gemähte Wiese.
      Aber der LH macht letztlich eine gute Arbeit und deshalb habe ich mehr Respekt vor der Landesregierung im Moment als vor der Opposition.

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