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Die Pensplan-Analyse

Laura Costa

Das Zusatzrenten-Institut Pensplan verzeichnet trotz Corona-Notstand keinen Zuwachs bei den Ansuchen um Auszahlungen. Bei den Neueinschreibungen gibt es aber einen deutlichen Rückgang.

Wie haben die Mitglieder der regionalen Zusatzrentenfonds auf die Krise reagiert? Dieser Frage ist die regionale Gesellschaft für die Förderung der Zusatzvorsorge, Pensplan, nachgegangen und hat einen Vergleich zwischen den Bewegungen im Zeitraum März bis Mai diesen Jahres und jenen im Vergleichszeitraum der beiden Vorjahre angestellt.

Analysiert wurden die Daten in Bezug auf Ansuchen um Auszahlungen aus dem Zusatzrentenfonds sowie Übertragungen und Wechsel der Investitionslinien. Aus dem Verhalten der Mitglieder will Pensplan Rückschlüsse für die Planung künftiger Informations- und Unterstützungsmaßnahmen ziehen. Auch die Entwicklung der Neueinschreibungen wurde unter die Lupe genommen.

Keine voreiligen Entscheidungen

Dabei hat sich gezeigt, dass die Mitglieder der Zusatzrentenfonds im Zuge der Krise vorerst vorsichtig reagiert und keine voreiligen Entscheidungen in Bezug auf ihre Vorsorgeersparnisse getroffen haben.

Die Zahl der Ansuchen um Auszahlung der Zusatzrente ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren um ein Drittel zurückgegangen. Um einen Vorschuss haben sogar 50 Prozent weniger Mitglieder angesucht, und das unabhängig von der Art des Vorschusses (Gesundheitsausgaben, Erstwohnung oder sonstige Erfordernisse).

Dies wertet Pensplan insofern als positiv, da gerade in turbulenten Zeiten voreilige Entscheidungen in Bezug auf das Ersparte im Zusatzrentenfonds dazu führen können, dass Verluste realisiert werden. Dabei sei die Zusatzrente eine langfristige Investition, die vorübergehende Schwankungen im Laufe der Zeit in der Regel immer wieder wettmache.

Dieses Bewusstsein scheine bei den Mitgliedern der regionalen Rentenfonds vorhanden zu sein, nicht zuletzt aufgrund der Informationsarbeit, die Pensplan im Frühjahr gezielt zu diesem Thema geleistet habe.

Andererseits tendieren Menschen laut Pensplan vielfach dazu, finanzielle Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben: ein Verhaltensmuster, das sich in diesem Fall positiv ausgewirkt habe.

Auch bei den Ansuchen um Übertragungen und Wechsel der Investionslinien wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang verzeichnet. Die Mitglieder der Zusatzrentenfonds haben sich infolge der Krise im Großen und Ganzen also nicht dazu verleiten lassen, voreilig ihre Investionslinie zu wechseln, um zum Beispiel von einer risikoreichen Anlageform auf eine vorsichtigere umzusteigen.

So sind die Ansuchen um Wechsel der Investitionslinien im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent zurückgegangen, jene um Übertragungen des Rentenfonds sogar um 50 Prozent.

Rückgang bei den Neueinschreibungen

Wenig erfreulich ist für Pensplan hingegen die Entwicklung bei den Neueinschreibungen in den ersten Monaten des Jahres. Nach den hervorragenden Ergebnissen in den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Neueinschreibungen in den ersten Monaten dieses Jahres um rund 50 Prozent gesunken: „Vermutlich eine Folge der coronabedingten wirtschaftlichen Krise, die auch vor der Region Trentino Südtirol nicht Halt gemacht hat.“

Für Pensplan-Präsidentin Laura Costa stellen die Daten eine erste Momentaufnahme dar, wobei sich die Auswirkungen der Krise wohl erst in den kommenden Monaten richtig abschätzen lassen. „Wir werden die Entwicklung genau beobachten, um rechtzeitig zu reagieren und gezielte Informations- und Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Die Zusatzrente ist ein zentraler Pfeiler für die Altersvorsorge und wird in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen, um das System der staatlichen Rente zu ergänzen.“

Mit einer landesweiten Sensibilisierungskampagne will Pensplan deshalb im Herbst auf die Wichtigkeit hinweisen, früh genug an die Altersvorsorge zu denken. Im zweiten Halbjahr sollen darüber hinaus die Daten zu den Beitragszahlungen analysiert werden, um erste Rückschlüsse in Bezug auf die möglichen Auswirkungen der Arbeitsmarktkrise zu ziehen.

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