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Melkkuh EU

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Südtirol hat bei den EU-Agrargeldern im Vorjahr groß abgeräumt. Rund 60 Empfänger erhielten mehr als 100.000 Euro. Der VOG ist mit über 18 Millionen Euro weiterhin Italiens Nummer 3.

von Heinrich Schwarz

Für Südtirols Landwirtschaft gibt es auf Ebene der Europäischen Union viel Geld zu holen. Das scheint im Vorjahr im besonderen Maße der Fall gewesen zu sein. So gab es 2019 rund 60 Südtiroler Empfänger von EU-Agrargeldern in Höhe von mehr als 100.000 Euro. 2018 waren es rund 40, noch ein Jahr vorher sogar nur rund 20.

Zwei Südtiroler Organisationen gehören gar zu den größten EU-Zahlungsempfängern auf nationaler Ebene: der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) und der Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse (VI.P). Im Vorjahr erhielten die beiden von der EU insgesamt mehr als 28 Millionen Euro an Agrargeldern, rund drei Millionen mehr als 2018.

Die Beitragsdaten des Jahres 2019 wurden nun von der zuständigen italienischen Behörde „Agea“ veröffentlicht. Die EU setzt bei ihren Zahlungen nämlich auf höchste Transparenz – insbesondere bei der milliardenschweren Agrarpolitik. Die Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, Informationen über die Empfänger der Gelder aus den Agrarfonds zu veröffentlichen.

Die Gründe für die Geldzahlungen können je nach Empfänger unterschiedlich sein. So kommen die Agrarausgaben der EU an die Mitgliedsstaaten aus zwei verschiedenen Fonds. Zum einen gibt es den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL), mit dem Direktzahlungen an die Bauern und Marktregulierungsmaßnahmen finanziert werden – zum anderen den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), mit dem Programme der Mitgliedsstaaten kofinanziert werden.

Italien erhält in der Förderperiode 2014-2020 insgesamt 37,5 Milliarden Euro an Finanzierungen im Rahmen der sogenannten „Gemeinsamen Agrarpolitik“ der EU. Für Bauern, Genossenschaften, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen ist also sehr viel Geld zu holen.

Bei VOG und VI.P ist der Betrag jeweils gestiegen. Der VOG mit Sitz in Terlan erhielt im Vorjahr über 18 Millionen Euro und damit rund 1,2 Millionen Euro mehr als 2018. Der Verband ist weiterhin der drittgrößte Zahlungsempfänger Italiens.

Bei den Zahlungen an den VOG handelt es sich um die Beiträge im Rahmen der operationellen Programme, die in der Marktordnung der EU vorgesehen sind. Mit den Beiträgen werden laut VOG unter anderem Investitionen in Strukturen der Genossenschaften bzw. in Marketingmaßnahmen der Erzeugerorganisationen getätigt.

Der Grund für die jährlich unterschiedliche Höhe der Zahlungen ist das sich ändernde Preisniveau. Die Berechnung der Beiträge erfolgt nämlich auf Grundlage des verkauften Netto-Warenwertes der jeweiligen Erzeugerorganisation.

Der Vinschger Genossenschaftsverband VI.P rückte in der Rangliste der italienischen Top-Empfänger vom achten auf den sechsten Platz vor. Er erhielt im Vorjahr rund zehn Millionen Euro und damit fast 1,5 Millionen mehr als 2018.

Die höchste Geldsumme in Italien ging erneut an die „F.In.A.F. – First International Association Fruit“ mit 32,4 Millionen Euro, gefolgt vom Verband „AOP Gruppo Vi.Va.“ mit 23,4 Millionen Euro.

Weitere Südtiroler Empfänger mit hohen Beträgen: Die Vinschger Baumschule Nischler erhielt fast 2,3 Millionen Euro, der Leiferer Betrieb VOG Products, der in der Vermarktung und Verarbeitung von Früchten tätig ist, über 1,7 Millionen Euro.

Dem Südtiroler Apfelkonsortium wurden 927.000 Euro überwiesen, der Firma Alpenfrucht aus Kurtinig 801.000 Euro und der Bergmilch Südtirol 574.000 Euro.

Ebenfalls rund eine halbe Million Euro ging an die Vinschger Obstgenossenschaft OVEG und an den Weinproduzenten Kloster Neustift (siehe auch Grafik mit allen Empfängern mit einem Betrag über 140.000 Euro).

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Kommentare (22)

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  • rumer

    Es wird immer von Geldern für die Landwirtschaft gesprochen, das meiste Geld bekommen aber andere, siehe Baumschule über 2 Millionen. Wofür denn bitteschön???

  • hanf-petergruenfelder

    Das Bild das Herr Schwarz von der EU als großzügigen Geldgeber zeichnet ist etwas verklärt, denn wer gemolken wird, das sind die Steuerzahler!!!

  • silverdarkline

    Die Giftspritzer bekommen natürlich am meisten Geld. Man sieht wer das Sagen hat in der EU-Agrarpolitik.

    • rumer

      @silver
      Ohne Spritzen hätten wir nur halb so viel Lebensmittel in Europa. Die Einfuhren müssten steigen, mehr Regenwald geopfert werden. Klimawandel würde verstärkt.

      • silverdarkline

        Dazu gibt es nur eins zu sagen: Blödsinn hoch zehn!

      • meintag

        Man könnte nur die brachliegenden Ländereien in der EU besser nutzen.
        Der Regenwald wird grossteils dafür gerodet um Massenprodukte für die Massentierhaltung anzubauen.
        Deine Ansichtungen wurden schon vor Jahren widerlegt. Nun aber wird durch die Pandemie offengelegt dass sich Etwas ändern muss

        • yannis

          @meintag,
          Uuuund für die brachliegenden Flächen sorgt die EU auch selbst (Flächenstillegungs-Programme) Erst wird es hoch drei subventioniert wenn in der Folge Überkapazitäten entstehen, werden dagegen Stilllwgungs-Programme erfunden, beides unter Verschwendung von Steuer-Milliarden.

          • meintag

            @yannis
            Erklär Das mal einem rumer. Dieser scheint ein Fall zu sein dass Er mit Regenwald den Wald hinter seinen Bergen meint.

        • rumer

          @meintag
          Im neuesten Mercosur-Abkommen stehen wieder 150.000 Tonnen Fleisch für die EU drin. Dafür muss in der EU einiges an Land „stillgelegt“ und in Südamerika einiges brandgerodet werden. Bolsonaro (ist übrigens ein reiner Italiener) macht nur das, wozu ihn die EU anstiftet.

          • meintag

            Während China letztes Jahr 11 Millionen Rinder aus Brasilien exportiert hat. Wohlgemerkt das ganze Tier, werden für den EU Markt nur Teile vom Rind gekauft. Man sieht hier wäre anzusetzen.
            Bolsonaro aber ist ein Freund der Europäer und wird sogar die nächste Welle der Pandemie für Geld an die Europäer schicken denn im Gegensatz zur USA hat die EU kein Gemeinschaftsdenken wenn es um Importe geht.

      • heustadel

        aber die hälfte landet in Müll

      • yannis

        @rumer,
        Mit diesen Eintrag wird Dein erster Kommentar unglaubwürdig, also kassierst Du scheinbar auch, halt eben nicht über ZWEI Millönchen.

      • n.g.

        Dann hat Covid ja ein Gutes… Menschen reduzieren! Und nur das wird die Lösung vieler Probleme sein. Schon mal dran gedacht das wir einfach zu viele sind? Oh Gott.. das darf man nicjt sagen….

        • meintag

          Ah deshalb ist Alles aus China gekommen. Wir sind logisch Zuviel aber Weder virus noch Kriege führen zu einem minimieren der Erdbewohner. Haben die Deutschen im 2. WK auch nur im unteren Prozentbereich geschafft.

  • tirolersepp

    Fördergelder sinnvoll einsetzen, dankend annehmen, denn die Steuerlast wird in den nächsten Jahren noch erdrückend genug !

  • waldi

    Ja toll, aber immer alle auf die Touristiker fluchen. Die bekommen kein Geld, aber unsere armen Bauern immer. Egal, ob denen ein Furz nicht vom Arsch geht. Aber darüber spricht ja keiner, die Hotelbesitzer waren während Corona die Affen. Obwohl die Bauern fast die einzigen waren, die immer gearbeitet haben. Dafür aber auch die Gelder kassiert.

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