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Neuer Dekan

Marco Gobbetti

In der Fakultätsratssitzung vergangene Woche setzten die Professor*innen ein klares Zeichen: 32 von 34 möglichen Stimmen gingen an Prof. Marco Gobbetti als neuen Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik. Damit folgt der Experte in Lebensmittelmikrobiologie ab Oktober 2020 auf Prof. Stefano Cesco, der sich gemäß Statut nach einer zweimaligen Amtszeit nicht mehr für das Dekanat bewerben konnte. Mit der Ausgestaltung der neuen Ingenieursfakultät am NOI Techpark erwartet Prof. Gobbetti ein Großprojekt.

Angetreten war Marco Gobbetti mit einem klaren Signal: programmatisch will er die Fakultät bis zur Teilung der derzeitigen Struktur in eine agrarwissenschaftliche und eine Ingenieursfakultät in Forschung wie Technologietransfer stärken, strukturell setzt er in den kommenden zwei Jahren auf ein eingespieltes Team – als Prodekan für Forschung wird ihm weiterhin Matthias Gauly, Professor für Nutztierwissenschaften, zur Seite stehen, als Prodekan für Didaktik Andrea Gasparella, Professor für angewandte Bauphysik. Beide hielten bereits in den vergangenen drei Jahren neben Prof. Cesco diese Funktionen inne.

„Die vergangenen sechs Jahre waren arbeitsintensiv aber nicht minder befriedigend, konnten wir doch in dieser Zeit einen neuen Bachelor, drei Master, einen Executive Master und zwei Doktoratsprogramme auf den Weg bringen und somit die Studierendenzahl von 240 auf 700 Studierende fast verdreifachen“, fasst der aus Udine stammende Professor für Agrarbiochemie Stefano Cesco seine Zeit an der Spitze der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik zusammen. „Dass dies gelingen konnte, ist auf eine exzellente Teamarbeit zurückzuführen. Dabei denke ich an meine drei Prodekane in diesen Jahren – die Professoren Fabrizio Mazzetto, Andrea Gasparella und Matthias Gauly – aber auch an die konstruktiven Ideen meiner Professorenkollegen und den Rückhalt seitens des Verwaltungsteams. Ich hatte mir für meine Jahre das Thema Konsolidierung auf die Fahnen geschrieben, und hoffe, dass es mir gelungen ist, die Ideen und Projekte meiner Professorenschaft stets in bestmöglicher Weise zu lenken und umzusetzen.“

Dies sei sehr gut gelungen, wie Professor Marco Gobbetti in seiner programmatischen Rede gegenüber dem Fakultätsrat unterstrich. Er bescheinigte der Fakultät, ihre Rolle im lokalen, nationalen und internationalen Kontext in den vergangenen Jahren gefestigt zu haben, sowohl in Bezug auf Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten als auch in Zusammenarbeit mit den Unternehmern. „Die Teilung der derzeitigen Fakultät in zwei neue für Ingenieurwesen und für Agrarwissenschaften ist in Planung. Ich erachte dies als Chance, die es zu ergreifen gilt, jedoch im Zeichen einer vollständigen und transversalen Anerkennung der gegenwärtigen Ressourcen und des Potenzials unserer Fakultät“, sagt Prof. Marco Gobetti mit Blick auf das größte Projekt seiner künftigen Amtszeit. „Diese Perspektive ist mit dem endgültigen Transfer der vielfältigen Forschungsaktivitäten in den NOI Techpark verbunden. In diesem Zusammenhang gilt es, rein logistische Aspekte zu perfektionieren und Governance-Aspekte in den Fokus zu rücken, die die Interaktion zwischen Forschungssektoren und Technologietransfer begünstigen müssen. Letztgenannter Punkt wird grundlegend für die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der Universitätsstrukturen, also auch unserer Fakultät, sein. Die Verbindung mit dem Privatsektor muss einerseits den Wissenstransfer und die Vertrauensbildung fördern und andererseits eine Quelle von Investitionen für Innovation und den Erwerb junger Humanressourcen sein.“

Prof. Marco Gobbetti, Ordinarius für Agrarmikrobiolgoie, ist einer der führenden Experten in Italien in der Lebensmittelmikrobiologie (Google Scholar listet ihn im Fachgebiet „Food Microbiology“ weltweit auf Platz 1). Der aus Perugia stammende Gobbetti lehrte von 2000 bis 2016 an der Aldo-Moro-Universität Bari, bevor er 2017 nach Bozen an die Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der unibz wechselte. Gobbetti ist Mitglied im vom Ministerrat eingerichteten Ausschuss für Biosicherheit, Biotechnologie und Biowissenschaften (Comitato per la Biosicurezza, Biotecnologie e Scienza della Vita) und war bis 2019 Mitglied des Consiglio Universitario Nazionale. Er blickt auf über 400 wissenschaftliche Publikationen zurück und ist für mehr als 120 Projekte im Bereich des Wissenstransfers verantwortlich, die von italienischen wie internationalen Firmen aus dem Lebensmittel- und Arzneimittelsektor finanziert wurden. Er hat bisher acht Patente angemeldet, vier davon für Konsumprodukte. Er forscht zu Transformationsprozessen in Lebensmitteln durch den Einsatz von Mikroorganismen, und zu biotechnologischen Strategien für die glutenfreie Lebensmittelproduktion. Im Detail geht es um die Fermentierung bei der Produktion typischer Getränke und Lebensmittel wie Ofenbackprodukte, Käse und Milchgetränke, Wurstwaren und Bier mit dem Ziel, deren sensorische und ernährungstechnische Eigenschaften aufzuwerten, die Konservierung mit natürlichen Methoden zu verlängern und einen Mehrwert über Nebenprodukte zu schaffen. In seiner Zeit in Bozen hat er den Master Food Sciences for Innovation and Authenticity eingerichtet und ein Netzwerk mit Industriegrößen wie Barilla oder den Konsortien Grano Reggiano und Prosciutto di San Daniele geknüpft.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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