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„Mitarbeiter sind Leidtragende“

Seit Mitte März ist das Outlet Center Brenner geschlossen. Das bedeutet auch, dass der gesamte Handel an der Brennergrenze seitdem stillsteht.  Center-Manager Max Wild über die bevorstehende Öffnung.

von Markus Rufin

In den sozialen Medien machte das Outlet Center Brenner bereits Werbung für die Wiedereröffnung. Diese wäre eigentlich für den 4. Juni geplant gewesen. Letztendlich wurde die Wiedereröffnung aber auf den 15. Juni verschoben. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Center-Manager Max Wild macht klar, dass eine Öffnung zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn hat: „Das schlimme daran ist, dass kein Mensch hier ist. Man sieht nur einige Studenten, die zum Shuttle gehen oder zurückkommen.“

Doch das gilt nicht nur für das Outlet Center, nahezu alle Betriebe am Brenner, egal ob Handel oder Gastronomie, warten derzeit noch auf die Grenzöffnung. „Das Outlet Center ist der Grund, weshalb Leute überhaupt von der Autobahn runterkommen und hier stehen bleiben“, erklärt Wild. Als Beispiel nennt Wild die Gastronomie, die vom Outlet Center wohl am meisten profitiert. „Wenn wir nicht öffnen können, können es also auch nicht andere machen.“

Die Hoffnung ist nun, dass die Grenzen zumindest Richtung Südtirol am 15. Juni öffnen. So langsam ist das auch dringend nötig, denn seit dem 11. März, seit dem Beginn des Lockdowns ist das Outlet Center Brenner geschlossen.

In Südtirol dürfte es sich um das Outlet Center um eines der wenigen Kaufhäuser beziehungsweise Handelsbetriebe handeln, die noch nicht geöffnet haben. Max Wild hat dafür auch eine Erklärung: „Geschäfte, die nicht auf einen Zufluss wie am Brenner angewiesen sind, haben einen Heimmarkt, sie sind also nicht nur auf Touristen angewiesen. Im Grunde ist bei uns die gleiche Situation wie bei den Tourismusbetrieben.“

„Die Leittragenden dabei seien aber nicht etwa das Center selbst oder die Pächter, sondern überwiegend die über 400 Mitarbeiter“, meint Wild. Die meisten davon dürften nach wie vor von der Lohnausgleichskasse leben, da jedes Geschäft im Center aber autonom über seine Mitarbeiter entscheidet, kann Wild nichts Genaueres sagen.

Sorgen um die Zukunft macht man sich vorerst aber keine. Auch wenn erst vor zwei Jahren ein Besitzerwechsel stattfand. Damals übernahm ein amerikanischer Fonds das Outlet Center. Wie Wild erklärt, habe dieser Wechsel aber sogar dazu beigetragen, dass die Situation nun stabiler ist: „Die Eigentümer hätten sich schwerer getan, die Schließung zu überbrücken als ein Fonds.“

Auch mit den Pächtern konnte eine „faire und konstruktive“ Lösung gefunden werden. Welche das ist, verrät Wild nicht. Allerdings wurde nicht nur für die Lockdownphase sondern auch für die Zeit danach. Damit könne man sich für die Zukunft richten.

Das ist auch nötig, denn einen großen Ansturm wird es laut Wild nicht geben: „Wir wissen von anderen Outlets, die sich in ähnlichen Situationen befinden, dass wir zu Anfang mit 50 Prozent der vorherigen Besucher rechnen können. Sobald die Tourismussaison im Juli und August beginnt und es keine Rückfälle gibt, werden wir Ende dieses Jahres auf 70 Prozent sein, Ende des nächsten Jahres wären wir auf dem Stand vor der Schließung.“

Dabei wäre das Outlet Center voll auf Rekordkurs gewesen. In den ersten zwei Monaten erwirtschaftete das gesamte Center einen Umsatzwachstum von 20 Prozent.

Wie hoch der finanzielle Schaden durch die Corona-Krise ist, wagt Wild nicht abzuschätzen. Das sei erst Ende des Jahres möglich.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • thefirestarter

    „Die Leittragenden dabei seien aber nicht etwa das Center selbst oder die Pächter, sondern überwiegend die über 400 Mitarbeiter

    So klare Worte hört man selten.
    Die Arbeiter und ihre Familien sind die Leittragenden. Den Betrieben wird geholfen. Auf der der Strecke bleiben die Arbeiter.

    • netzexperte

      @thefirestarter Abgesehen davon, dass den Betrieben nicht oder nur sehr wenig geholfen wird (das ist Fakt!), sind es die Betriebe die den MitarbeiterInnen und deren Familien auch weiterhin ein Einkommen ermöglichen. Betriebe gehören aber nicht alle einem amerikanischen Fonds, sondern ebenso Menschen, die hart dafür gearbeitet haben und es immer noch tun, obwohl sie von der Politik mit Füßen getreten werden.

    • ohnehirnlebtmanbesser

      Oh . Aber die Arbeiter sind doch sicher in der Ausgleichskasse. Hirni

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