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Freund. Feind. Kurz.

Das Team K fragt den SVP-Obmann polemisch: „Wo ist jetzt der liebe Freund Sebastian Kurz, den sein politischer Ziehbruder Philipp Achammer brauchen würde?“

Kanzler Sebastian Kurz lässt über die Medien ausrichten, dass die Grenzen zu Südtirol geschlossen bleiben sollen. Die antieuropäische Haltung der österreichischen Bundesregierung tritt hiermit wieder einmal deutlich zutage. Team K: „Wir brauchen ein klares Signal an Europa und das sind offene Grenzen in der Euregio.“

Für das Team K kann nicht toleriert werden, dass in diesem Moment, wo so viele Menschen in Südtirol dringend eine Perspektive und Hoffnung brauchen, ein Sager aus dem Munde des österreichischen Bundeskanzler ohne wissenschaftliche und nachvollziehbare Begründung, den Deckel über dem Brenner zumacht. Denn über den Brenner zu befinden, heißt am Ende auch über Europa und die Zukunft der Euregio zu befinden.         

In einer Aussendung schreibt das Team K:

„Wo ist denn jetzt der liebe Freund Sebastian Kurz? Jetzt wo ihn nicht nur sein politischer Ziehbruder Philipp Achammer brauchen würde, sondern die gesamte Südtiroler Tourismusbranche, die Bürger und Bürgerinnen, die endlich ihren Zahnarzt in Sillian oder Optiker in Innsbruck aufsuchen möchten oder die Menschen, die an die Kraft der Euregio als Werte- und Menschengemeinschaft geglaubt haben? Unvergessen sind die SVP Hochglanz-Inszenierungen im Wahlkampf, mit dem immer-smarten Bundeskanzler in der Südtiroler Provinz nach dem Motto ,Wir sind auf Augenhöhe mit den Mächtigen unserer Schutzmacht‘. Wieviel diese politische Freundschaft wert ist, zeigt sich jetzt in der Krise, keinen Pfifferling nämlich, wenn es um knallharte nationale Interessen geht.“

Die Grenzöffnung Österreichs in alle Richtungen außer in Richtung Südtirol und Italien sei  eine Bankrotterklärung auch der Europaregion Tirol. Das trockene „Nein“ des Bundeskanzlers Kurz zur baldigen Öffnung des Brenners mache das Bemühen der Tiroler, Südtiroler und Trentiner die Krise gemeinsam und länderübergreifend zu meistern mit einem Schlag zunichte. Es bleibe die Euregio als Hirngespinst in den Köpfen und die schönen Sonntagsreden der verantwortlichen Politiker/innen. Das kleine Europa in Europa stehe vor seiner größten Zerreißprobe.

Weiter heißt es in der Aussendung:

„Gerade jetzt, wo wir vor dem Start dieser für Südtirol überlebenswichtigen Sommersaison stehen, ist es unfassbar, dass Kanzler Kurz durch seine Angstrhetorik und seinemNein zur Öffnung der Grenzen, das jeglicher epidemiologischen Faktenlage widerspricht, nicht nur in Österreich Angst und Schrecken verbreitet, sondern nun auch Südtirol. Klar ist das wirtschaftliche Kalkül hinter dem Vorwand der Epidemie: die deutschen Urlauber sollen in Österreich bleiben. Dass dies für Südtirols Tourismus mit einer Katastrophe endet, ist unserer Schutzmacht nicht nur egal, sondern sogar kühl kalkuliert. 

Es ist auch enttäuschend, dass sich der Bundeskanzler unserer vielbeschworenen Schutzmacht auch gegen den Rettungsschirm für Italien und damit auch gegen Südtirol ausspricht. Damit bestätigt sich Sebastian Kurz wieder einmal als einer der größten Europaskeptiker. Und die Grünen in der Bundesregierung schweigen sich dazu wieder einmal aus. 

Das Team K zeigt sich nicht nur wegen der Einschränkung der Reisefreiheit der Urlauber in Sorge, sondern vor allem über die Beschneidung der Bewegungsfreiheit der gesamten Bevölkerung der Europaregion dies- und jenseits der Brenner-Grenze. Nachdem nun fast 3 Monate die Menschen so massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren, Angehörige, Freunde, Dienstleister und sogar die eigenen Kinder jenseits der Grenze nicht besuchen durften, ist die Entscheidung des Bundeskanzlers die Grenzen in Richtung Italien weiterhin geschlossen zu halten mit dem Notstand nicht mehr zu rechtfertigen, sondern einfach nur kurzsichtig, egoistisch und ein Affront gegenüber der Bevölkerung südlich des Brenners. Wir nehmen es dem selbsternannten „Südtirolfreund“ Kurz nicht ab, dass ihm dieses Nein zur Grenzöffnung zwar leid tue, aber er aus Schutz der eigenen Bevölkerung so entscheiden müsse. Die Fakten und epidemiologische Entwicklung sprechen klar eine andere Sprache. Das politische und oft zitierte Zusammenhalten, auch mit seinem SVP-Buddy Landesrat Achammer, in schönen Online-Posts zelebriert, entpuppt sich als inhaltsloses Geschwätz. Und sicher wird ein eventuelles Einlenken der Bundesregierung morgen nicht auf die vermeintliche Südtirol- Freundschaft des Kanzlers zurückzuführen sein, sondern auf die Proteste Italiens und Europas gegenüber diesem eklatanten Bruch der Regeln des gemeinsamen EU-Marktes.“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (24)

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  • thefirestarter

    Südtirol braucht die Unabhängigkeit und zwar jetzt!

    Wir brauchen sie bevor Italien endgültig zum Failed State wird.

    Die Wirtschaftshaie spekulieren schon über den Fall Italiens und den Zusammenbruch der EU. In Kürze wird Italien seine Schulden nicht mehr bedienen können. Ein Staatsverschuldung von 170 % des BIP wird erwartet, zum eine durch die strukturelle Schwäche der ital. Wirtschaft und zum einen verstärkt durch die Covid-Krise.
    Conte & Co. haben alles auf eine Karte gesetzt und wetten darauf das auf Grund der Covid-Krise die EU für Italien einspringen wird. Das wird sie aber nicht, zumindest nicht so wie es sich Conte vorstellt.

    Südtirol hat die Voraussetzungen sich zu retten und zum noch stabilen Mitteleuropa zu gehören, aber dazu muss es jetzt handeln.

  • fcpichler

    Wo bleibt das „ Helft Südtirol“ das vor Jahren im gesamten Tirol auf der Bundesstrasse Innspruck -Brenner an jede Kehre aufgemalet war?Ich wiederhole meine Meinung zu unseren Nachbarn aus dem schönen Österreich: Sie wollen nur das Land Südtirol… die Einwohner sind nicht interessant!

  • watschi

    ach wie sie jetzt auf einmal alle plärren und österreich um
    hilfe betteln. jetzt kommt ihr drauf wie wichtig unser vaterland ist. erst jetzt?

  • tirolersepp

    Abwarten nach dem 15. Juni wirds besser – dann kommt die Pifkewelle – zumindest viele Coronaskeptiker !

  • heinz

    Reinhold Messner lag schon vor Jahren goldrichtig, als er sich weigerte, mit Sebastian Kurz gemeinsam den Ortler zu besteigen. Im Gegensatz zu Angela Merkel, welche wiederholt bewiesen hat, nicht nach nationalistischen Grundsätzen Politik zu betreiben und die sich immer strikt gegen den Rechtspopulismus abgegrenzt hat.

  • wolweg

    Team K ist enttäuschend, wie kann man Gratisgeld für Italien gutheißen? Wirtschaftskompetenz 5, setzen, unwählbar.

    • stefan2

      Wirtschaftskompetenz Lega, forza Italia und Fratelli del Cazzo 2: 2011 Italien an den Rand des Staatsbankrotts gebracht, Null Reformen, vetternwirtschaft usw usw. Unwähl und -brauchbar !

      • wolweg

        @stefan
        da hast du Recht. Aber dass ein Mann aus der Wirtschaft wie Köllensperger, den Italienern Geld nachschmeissen würde, ist unverständlich. Hätte mir mehr Hirn erwartet.

  • orchidee

    Das Team K ist die einzige Partei, die sich Sorgen macht über die gegenwärtige Entwicklung und über das sture Verhalten von Kanzler Kurz… Wo sind unsere Vertreter der Tourismusbranche??? Pinzger, Schuler und do Felthurna Tauber, wie sie alle heißen, wo sind sie? Jeden Tag müssten sie auf der Strasse protestieren! Mit welchem Leichtsinn und mit welcher Hilflosigkeit da alle zuschauen, ist mir ein Rätsel. Lange dauerts nicht mehr, dass die ersten Betriebe nicht nur zusperren, sondern Konkurs anmelden müssen. Wer verantwortet das alles?

    Bravo Paul Köllensperger!!!

  • franz1

    @ orchidee,

    loss dir lai doweil, dei SVPla kriachn olle wide va die Löcho sobold olles a bissl beruhigt isch… Worum? Dei hobn olle kua Rückgrot, nuar kennen sui nit allane stian!

  • unterlandler

    Also so viel Unsachlichkeit und reines Polemisieren hätte ich mir vom Team K nicht erwartet.

    Bis 3. Juni hat Italien Einreiseverbot erteilt (außer aus eindeutigen Arbeits- und Krankheitsgründen). Somit ist jede Polemik und Schuldzuweisung zu früh. Die Entscheidung fällt erst am 03. Juni.

    Die Europaregion zu bemühen ist sehr unsachlich, da die Grenzen in die Zuständigkeit des Staates fallen.

    Italien bekommt sehr wohl Geld aus dem ESM-Rettungsschirm (zur Deckung der Kosten aus der Corona-Krise). Es ist halt nicht geschenktes Geld, wie Italien möchte, sondern billige Kredite. Zudem laufen andere Förderungsprogramme von 300 Mrd. € an. Also Italien bekommt ausreichend Unterstützung (neben den seit Jahren massiven Ankäufen von Staatsanleihen seitens der EZB). Wenn Team K. Eurobonds meint (also der Nachbar soll meine Schulden zahlen, da ich nicht gut wirtschaften will), dann gute Nacht. Vielleicht sollte man mal die Reformvorschläge der EU-Kommission und entsprechende Mahnungen usw., der letzten Jahrzehnte durchlesen. Da würde man das fehlende Vertrauen anderer EU-Länder verstehen, da Italien nahezu keine davon umgesetzt hat.

    Auch die „Italien-First-Methode“ was den geförderten Urlaub im eigenen Land anbelangt, hat einen fahlen Beigeschmack. Hier findet das niemand erwähnenswert; vielleicht aber dann, wenn andere Länder auf die gleiche Idee kommen. Zudem kann angezweifelt werden, dass diese Maßnahme mit dem EU-Regeln konform geht (siehe z.B. die deutsche Autobahnmaut). Wenn ja, dann wird es in vielen italienischen Urlaubsorten auf dem Papier eine („geförderte“) Auslastung von 150 % geben.

    • covid

      Bravo unterlandler, diesem Beitrag stimme ich voll und ganz zu!

    • andreas

      @unterlandler
      Auch andere Länder wollen Urlaub im eigenen Land finanziell unterstützen, das ist jetzt aber nicht wirklich relevant.

      Es geht darum, dass Kurz Italien kontinuierlich schlecht macht und schon darüber schwadroniert, ob er die Grenzen im Sommer überhaupt öffnet.
      Dies schadet Italien und Südtirol wirtschaftlich massiv, da die Leute ja teilweise buchen möchten.
      Der Wastl ist sich sehr wohl bewusst, was die Auswirkungen seiner Aussagen sind.

  • annamaria

    Kurz ist gefährlich!!

  • sepp

    Die lachnummer va südtirol geht in kurz am orsch vorbei und wen olm va rechts gered und gimault werd rechter wie der kurz geht nimmer der monn werd longsam gefährlich für europa

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