Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » „Weniger als erwartet“

„Weniger als erwartet“

Foto: 123RF.com

Wegen der strengen Kriterien wurden im Überetsch und Unterland nur wenige Kinder für den Notdienst angemeldet. Einzelne Ansuchen mussten abgewiesen werden. 

von Lisi Lang

Der große Ansturm ist ausgeblieben – wahrscheinlich wegen der doch sehr strengen Kriterien. „Wir konnten alle Ansuchen, welche die Kriterien erfüllen, annehmen“, zeigt sich Karin Jost erleichtert. Die Gemeindereferentin von Neumarkt hatte sich trotz der strengen Kriterien allerdings mehr Ansuchen erwartet: „Ich habe wirklich befürchtet, dass wir es mit Platz- oder Personalproblemen zu tun bekommen, aber weder noch ist geschehen“, sagt die für den Kindergarten und das Unterrichtswesen zuständige Gemeindereferentin. 

Nur einzelne Ansuchen mussten in Neumarkt abgewiesen werden, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren. „Ab Montag werden zwischen 40 und 50 Kindergartenkinder und Schüler den Notdienst besuchen“, sagt Karin Jost. Damit gehört Neumarkt zu den wenigen Gemeinden, wo ab Montag mehr als 10 Prozent aller eingeschriebenen Schüler und Kinder die Notbetreuung besuchen werden. 

Auch für den italienischen Kindergarten und die italienische Grundschule gibt es einige Ansuchen, weiß die Gemeindereferentin. „Aber die italienische Schule will noch nicht starten und ich habe auch keine Aussicht, wann sie starten werden“, so Karin Jost, die weiß, dass der Unmut im Dorf deswegen groß ist.

Was die Kriterien angeht, so hat Karin Jost persönlich keine Rückmeldungen von Familien erhalten. „Ich kann es aber komplett nachvollziehen, wenn Eltern sagen, dass Homeoffice und Kinderbetreuung eine extreme Herausforderung sind“, unterstreicht Karin Jost.

In Leifers besuchen ab Montag nur 15 Kindergartenkinder (2 Ansuchen wurden wegen Nicht-Einhaltung der Kriterien abgelehnt) und 26 Grundschüler den Notdienst – das sind weniger als 10 Prozent der Schüler und Kindergärtner der deutschsprachigen Einrichtungen. Trotz der bekannten strengen Kriterien hatte der Vize-Bürgermeister mit mehr Ansuchen gerechnet, auch weil er vorab mehrfach auf den Bedarf angesprochen wurde. 

Es ist aber anders gekommen: „Die Direktoren sind insgesamt der Meinung, dass es besser ist, jetzt erst mit weniger Kindern zu starten“, erklärt Seppi. Immerhin sei diese neue Situation auch für sie eine enorme Herausforderung. „Ich möchte mich daher wirklich bei den Lehrkräften und Pädagoginnen bedanken, die diesen Dienst jetzt freiwillig übernehmen“, betont der Vize-Bürgermeister von Leifers. 

Da sich die Ansuchen in Grenzen halten, konnten alle angenommen werden. Die Strukturen reichen für diese Anzahl auch vollkommen aus, „nur der Schulhof der Grundschule in Leifers muss wahrscheinlich etwas abgetrennt werden, aber das werden wir jetzt in den nächsten Tagen überprüfen“, erklärt Giovanni Seppi. 

Der Vize-Bürgermeister von Leifers weiß, dass vielen Eltern die vom Land beschlossenen Kriterien zu streng waren. „Wichtig ist jetzt mit einer kleinen Gruppe zu beginnen, damit man die Sicherheitsauflagen einhalten kann – und wir dürfen nicht vergessen, dass italienweit nach wie vor alle Schulen geschlossen sind“, unterstreicht Seppi.

Monika Hofer Larcher zeigt sich ebenfalls erleichtert, dass der große Ansturm auf die Notbetreuung ausgeblieben ist, wobei sie sich diesen nach der Veröffentlichung der Kriterien auch nicht erwartet hatte. „Wir haben alle Ansuchen begutachtet und einzelne abgewiesen, weil die Kriterien nicht erfüllt waren“, erklärt die Eppaner Gemeindereferentin. Denn auch wenn die Kriterien eigentlich klar kommuniziert wurden, so hätten einige Eltern im Homeoffice ein Ansuchen gestellt, ebenso wie einige, die zwar noch bis 1. Juni Zuhause sind, aktuell aber noch nicht wissen, ob sie dann wieder in den Betrieb zurück müssen. „Ich kann verstehen, dass es belastend ist Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen“, sagt Monika Hofer Larcher, aber die Kriterien wurden vom Land nun einmal so definiert und deswegen müsse man sich daran halten. 

Wie in Leifers ist auch in Eppan die Zahl der Kinder, die den Notdienst ab Montag beanspruchen können, im Verhältnis gering – nur zwischen 5 und 10 Prozent der Kindergartenkinder bzw. Schüler kehren in die Klassen zurück. Von den rund 480 Kindergartenkindern im gesamten Gemeindegebiet besuchen rund 25 ab Montag den Notdienst, bei den Grundschülern sind es rund 40 von 630 Schüler. „Wir haben erst befürchtet, dass der Platz vielleicht nicht ausreicht, können nun aber sagen, dass wir alle genehmigten Ansuchen unterbringen können“, erklärt die Eppaner Gemeindereferentin.  

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • politikverdrossener

    Lachhammer hat wieder einmal einen Blödsinn versucht zu generieren.

  • tirolersepp

    Do versteat meine Frau mehr – weil wos i zu diesem Thema sog isch sowieso folsch – sog meine Frau !!

  • mimi01

    Welche Mutter würde ihr Kind zu einer Kinderbetreuung bringen, (wo solche Sicherheitsvorkehrungen sind) wenn sie es nicht absolut braucht? Auch eine Erweiterung der Kriterien würde nichts wegen dieser vier Wochen bringen, viele sind nämlich familiär organisiert, vor allem in Dörfern! Aber Hauptsache das Thema immer wieder bringen…i Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so toll ist für ein Kind in eine Notgruppe geschickt zu werden:/ ich erhoffe mir aber Normalität im Sommer und Herbst… Besser wäre es den Familien finanzielle Unterstützung zuzusichern und Elternzeit anzupassen und Babysitterbonus ohne diesen bürokratischen Aufwand bzw. mit Eigenerklärung …

    • noando

      wie sie es sagen: … familiär organisiert – wie es auch herr achammer gestern in der tagesschau sagte: … familien mittlerweile selbst organisiert. ich glaube, mehr noch als die kriterien, war dies ein ausschlaggebender punkt dass nicht so viel angesucht wurde wie angenommen.

      so lange wurde ja drumrum philosophiert, bis sich der großteil bis schulende selbst organisiert haben. wie zur zeit dauernd: wir brauchen zu lange für die organisation der hilfsmittel/hilfestellungen.

  • flottebiene

    Ich glaube die Eltern haben sich bereits organisiert…bis Frau Deeg und Herr Achhammer sich „etwas“ überlegt haben….
    Abgesehen von den Auswahlkriterien…99% der Familien erfüllen diese Kriterien nicht…
    Ich frage mich aber, ob Tagesmütter-die auch jetzt teilweise starten- alle diese strengen Auflagen erfüllen

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen