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Die Beauftragung

Hofburggarten Brixen

Der Brixner Stadtrat hat das Büro André Heller nun offiziell mit der Gestaltung des Hofburggartens beauftragt. Außerdem wurde mit der Diözese ein Furchtgenuss-Vertrag genehmigt. Was das für das Projekt bedeutet.

von Markus Rufin

Vor über zwei Jahren stellte der österreichische Künstler André Heller sein Exposé zur Gestaltung des Hofburggartens Brixen vor. Seitdem ist die Umsetzung des Projektes nicht nähergekommen. In den letzten Jahren wurden vor allem Vorbereitungen getroffen. So ist das Projekt nun offiziell ein Landesprojekt.

Nun aber scheint es aber voranzugehen. Bei der Stadtratssitzung am Mittwoch wurde nämlich das Büro André Heller offiziell beauftragt. Doch was bedeutet das für das Projekt?

An sich nicht viel, wie Bürgermeister Peter Brunner erklärt: „Der Stadtrat hat mehrmals den Auftrag erhalten, das Büro zu beauftragen. Das wurde nun umgesetzt. Nun kann mit der Planung weitergemacht werden.“

Der Auftrag umfasst die gesamte Planung und Begleitung der Bauarbeiten, geht aber auch darüber hinaus. Denn auch drei Jahre nach der Eröffnung wird Hellers Team der Gemeinde und dem Land beratend und begleitend zur Seite stehen. Insgesamt erhält das Büro dafür 1,2 Millionen Euro.

Neben der Grundidee, dem künstlerischen Konzept und der gärtnerischen Gestaltung kümmert sich das Büro auch um die Geländemodellierung, das Beleuchtungskonzept und um die Entwürfe der einzelnen Gebäude, die im Hufburggarten stehen werden.

Freie Handhabe wird Heller aber nicht haben. Insgesamt sind für den Hofburggarten nämlich zehn Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen auch lokale Künstler und Gärtner beauftragt werden. „Diese Aufträge können auch vorgezogen werden“, so Brunner.

Neben der Beauftragung stand aber auch ein weiterer Beschluss zum Hofburggarten auf der Tagesordnung. Mit der Diözese wurde nämlich ein Vertrag für den Fruchtgenuss ausgearbeitet, der ebenfalls genehmigt wurde. Dieses Fruchtgenussrecht läuft über 30 Jahre.

Damit ist zum einen der Zugang durch die Hofburg und den Innenhof zum Garten gesichert. „Dadurch soll die Symbiose zwischen Hofburg und Hofb0ruggarten als solche weiterhin bestehen bleiben“, meint der Bürgermeister.  Zum anderen gilt dieses Recht auch für einige Flächen im Norden. Auch dort könne ein Zugang geschaffen werden.

Die Diözese erhält für 30 Jahre 45 Euro pro Quadratmeter für das Fruchtgenussrecht. Das sind insgesamt 1,3 Millionen Euro. „Das Fruchtgenussrecht gilt, sobald die Bauarbeiten starten. Bis dahin gilt noch der Mietvertrag“, erklärt Bürgermeister Brunner.

Wann genau die Arbeiten zur Neugestaltung des Hofburggartens beginnen können, steht noch nicht fest. Allerdings hofft die Gemeinde bereits im Herbst das Vorprojekt vorstellen zu können.

Vorher wird es noch eine „enge Abstimmung“ mit dem Amt für Denkmalpflege geben, so Brunner: „Das Büro liefert die Grundidee, aber es gibt eine starke Kooperation mit unseren Technikern. So sollen alle Ideen auch von uns ausgearbeitet werden. Es hat bereits ein positives Gutachten mit Auflagen zu einer Skizze gegeben. Diese Auflagen sind umsetzbar, das Konzept und die Grundidee sollen aber beibehalten werden.“

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Kommentare (12)

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  • leser

    Eine frage gibt es da schon
    Wenn man der kirche so hohe zuwendungen gibt, heisst dass dass der hochburggarten durch den eintrittzahlenden steuerzahler finanziert wird
    Einen gewinner gibt es schon

    • kirke

      Die sind übergeschnappt. In ihrem Tourismus Wahn werfen sie mit unserem Geld um sich, obwohl wir alle aus dem letzten Loch pfeifen.
      Leute, wundert euch nicht, wenn der größte Baum im Park in Kürze für euch verwendet wird.

  • erich

    Da kann man nur sagen diese Asgeier von Kirche. Erst haben sie diese Gründe am Sterbebett mit dem Himmelversprechen eingetauscht, dann werden die Steuerzahler gemolken. Gerecht wäre eine Enteignung zum Katasterwert.

  • pingoballino1955

    Die Sanität habt ihr TOTGESPART,und für so einen EXORBITANT TEUREN Blödsinn habt ihr Geld????

    • asterix

      @pingopallino1955, stimmt. Ich hoffe nur die Brixner präsentieren dem Bürgermeister bei den Wahlen im Herbst die Rechnung. Es ist schon einmal ein Brixner Bürgermeister über ein Monsterprojekt gestolpert. Dieses überteuerte Projekt gehörte sofort versenkt und um einem drittel der Kosten eine Naherholungszone für die Brixner gemacht. So ähnlich wie in Innsbruck oder der Englische Garten in München.

  • george

    Das Gewinnerprojekt aus dem Wettbewerb hätte nicht einmal ein Drittel gekostet und wäre für Brixen und die Umwelt dort weitaus verträglicher gewesen. Die Regierenden scheinen auch aus der „Coronakrise“ nicht gelernt zu haben, dass nicht alles so wie vorher weitergehen kann.
    Geld scheint bei einigen politisch gefärbten Vorhaben keine Rolle zu spielen, wenn die Lobby dieser Herren es will, unabhängig ob es für die Allgemeinheit gut, weniger gut oder gar nicht gut ist. Nur die Sicht dieser Lobby hat Aussicht auf Verwirklichung, allerdings die Kosten trägt dann immer die einfache Bevölkerung als Steuerzahler und Konsument.
    eine

  • paolomar

    Ein Wahnsinn dieses Projekt. Abgesehen davon, dass es mit 10 Mio einfach zu viel kostet, aber derzeit in allen Zeitungen mit unserem Steuergeld für das „lokale Denken und Handeln“ werben und dann einem ausländischen Künstler so viel Geld in den Rachen werfen, während die heimischen Künstler grad am Hungertuch nagen und mit diesem Projekt schon ausgeboten worden sind (nachdem man ihnen den Zuschlag gegeben hatte).

    Und der Kirche den Hofburggarten sanieren und in 30 Jahren saniert übergeben samt 1,3 Mio mehr auf dem Kirchenkonto. Ein Wahnsinn.. Leute wacht endlich auf und seht, was die SVP mit uns allen treibt, auf lokaler Ebene genauso, wie auf Landesebene. Künstler, wehrt euch, steht endlich auf und sagt was.

  • einbrixner

    In Zeiten wie diesen, sollte das viele Geld sinnvoller eingesetzt werden. Bitte liebe Politiker und Touristiker lernt aus der Corona-Krise.

  • wollpertinger

    „Außerdem wurde mit der Diözese ein Furchtgenuss-Vertrag genehmigt“, heißt es in diesem Artikel. Dass die Diözese jetzt auch noch die Furcht genießen darf, finde ich schon etwas übertrieben.

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