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Druck auf die Politik

Foto: Handelskammer

Die Handelskammer sieht in der umstrittenen Grödner „Studie“ eine „wichtige Entscheidungshilfe“ für die Politik.

Obwohl Experten wie Bernd Gänsbacher die Ergebnisse der privaten Grödner Studie in Frage stellen, sieht die Handelskammer in den Grödner Tests eine „wichtige Entscheidungshilfe“ für die Politik.

Antikörperschnelltests am Beispiel von St. Ulrich sollten umgehend der gesamten Bevölkerung zur Verfügung gestellt und flächendeckend eingesetzt werden, fordert die Handelskammer, deren Präsident bekanntermaßen einer der größten Wirtschaftstreibenden im Lande ist.

Was die Handelskammer nicht sagt: Viele dieser Schnelltests sind absolut unzuverlässig. Die große Gefahr ist: Viele Menschen könnten sich bei positiven Antikörper-Tests fälschlicherweise in Sicherheit wiegen.

Die Handelskammer schreibt:

Die Südtiroler Wirtschaft will und muss sobald wie möglich wieder arbeiten, der entstandene Schaden ist schon zu groß. Dafür braucht es aber Planungssicherheit. Zu diesem Zweck müssen nicht nur Patienten mit Symptomen auf Covid 19 getestet werden, denn dies reicht bei weitem nicht aus. Die Schnelltests, die in St. Ulrich eingesetzt wurden, haben ergeben, dass fast 49 Prozent der 456 Getesteten bereits immun gegen den Corona-Virus sind. Bei 80 Prozent spricht man von Herdenimmunität, das heißt der Virus rottet sich selbst aus, weil er keine Ansteckungsmöglichkeiten mehr findet.

Die Handelskammer fordert bereits seit Wochen den Einsatz von Antikörpertestsfür eine repräsentative Bevölkerungsgruppe. Nun ist es höchste Zeit, dassumgehend die Mittel aufgebracht werden und die Organisation für die Anwendung solcher Tests für die Gesamtbevölkerung erfolgt.

Es ist bekannt, dass Südtirol mehr Tests durchführt als die umliegenden Regionen, mit der Ausnahme von Tirol. Es wurden auch bereits Antikörperschnelltests vom Sanitätsbetrieb bestellt. Diese sollen zunächst für die Mitarbeiter des Weißen Kreuzes und das Sanitätspersonal sowie in den Altersheimen zum Einsatz kommen.

Dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein, es braucht eine große Anzahl Antikörperschnelltests, damit weite Teile der Bevölkerung flächendeckend getestet werden können. Auch Betriebe könnten auf diese Weise ihre Mitarbeiter/innen auf freiwilliger Basis testen. Damit kann verhindert werden, dass man die gesamte Bevölkerung isolieren muss und gesunde Personen zuhause einsperrt, ohne dass sie einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und ein Einkommen erwirtschaften können.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • gredner

    Die Gefahr, dass sich Menschen in Sicherheit wiegen ist gering. In Gröden jedenfalls bleiben die Einwohner weiterhin zuhause oder tragen Gesichtsmasken – egal ob sie positiv oder negativ getestet wurden.

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