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Unbedenklicher Gestank

Weil es in der Turnhalle der Grundschule Schabs nach der Sanierung zu starken Geruchsentwicklungen kam, führte die Gemeinde Tests durch. Nun dürfen Lehrer und Schüler wieder aufatmen: Der Geruch ist unbedenklich.

von Markus Rufin

Dass Turnhallen vor allem bei häufiger Nutzung einen Eigengeruch entwickeln, ist bekannt. Dass dieser Geruch aber derart stark ist, dass Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass es sich nicht um schädliche Substanzen handelt, kommt dagegen häufiger vor. So geschehen aber nun in Schabs.

Über den Sommer wurde die Grundschule in Schabs saniert und umgebaut. Im Zuge der Sanierung und des Umbau der Grundschule in Schabs wurde auch der Gymnastikboden der sich im Untergeschoss befindlichen Turnhalle erneuert.

Doch schon bald nach Schulbeginn beschwerte sich das Lehrerkollegium über eine starke Geruchsentwicklung, der offensichtlich vom neuen Boden kam. Das ging sogar so weit, dass die Lehrer bedenken hatten, dass sich der Geruch auf die Schüler oder Lehrpersonen auswirken könnte. Es handelte sich dabei nicht um einen beißenden Gestank, sondern eher um einen chemischen Geruch.

Die Gemeinde versicherte zwar, dass es sich beim verwendeten Material des neuen Turnhallenbodens um europaweit verwendete und zertifizierte Produkte handelt, die auch in Südtirol bereits vielfach in öffentlichen Sportstätten und Schulen verbaut wurden, die Gemeinde ging dennoch auf Nummer sicher und ging dem Gestank auf dem Grund.

Wie der zuständige Gemeindereferent Georg Zingerle betont, stand dabei stets die Sicherheit der Schüler im Vordergrund: „Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen, wir haben aber zeitgleich auch immer vermutet, dass die Geruchsentwicklung natürlich ist.“

Um sämtlichen Ängsten und Unsicherheiten gerecht zu werden und etwaige Fehler beim Verarbeiten der Materialien und damit verbundenen chemischen Reaktionen ausschließen zu können, wurden im Dezember die Luftwerte in der Grundschule in verschiedenen Räumen sowie der Turnhalle selbst gleich dreimal untersucht.

Wie sich nun herausstellt, können Lehrer und Schüler getrost auf- beziehungsweise einatmen: Sowohl im überprüften Klassenraum der 3. Klasse der Grundschule als auch in der Turnhalle selbst, wurde in allen drei Untersuchungen festgestellt, dass die Konzentration an flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen als auch Isozyanaten weit unter den Richtwerten liegen und damit die gesamte Struktur ohne jegliche gesundheitliche Bedenken genutzt werden kann.

Die Verantwortliche Dr. Maria Grazia Zuccaro vom Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Gesundheitsbezirkes Brixen erteilte die entsprechende gesundheitliche Unbedenklichkeit, und empfiehlt, alle Räume, wie auch bei jedem herkömmlichen Schulbetrieb angeraten, vor Unterrichtsbeginn und in den Pausen ordentlich zu lüften.

Bleibt die Frage zu klären, woher der Gestank kommt beziehungsweise kam. Denn wie Referent Zingerle erklärt, ist es gelungen, die Geruchsentwicklung zu stoppen. Daher glaubt er auch, dass es sich um völlig normale Entwicklungen handelt: „Das war zwar nicht zu überriechen, aber durch die Einbringung des Bodens entstand dieser Geruch. Genau dasselbe passiert, wenn das Haus geweißelt wird. Durch den Niederdruck war bis Dezember zudem keine gute Durchlüftung möglich.“

Nun aber ist das Problem gelöst. Zingerle zeigt sich darüber erfreut: „Das Wichtigste ist, dass die Unbedenklichkeit der Nutzung aller Räume der umgebauten Grundschule nun endgültig festgestellt werden konnte. Einer uneingeschränkten Nutzung der Turnhalle steht nun nichts mehr im Wege.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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  • rota

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