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„Fehlende Unterstützung“

Tobias Weger galt bereits als fixer Nachfolger von Klaus Faller als Bürgermeister von Rodeneck. Doch nun hat er seinen Rückzug erklärt. Die Hintergründe.

von Markus Rufin

Rodeneck ist ein politisch ruhiges Pflaster. Zwar gibt es mit den freiheitlichen eine recht gut vertretene Oppositionspartei, aber die Gemeinde ist fest in SVP-Hand. In den letzten 15 Jahren wurde immer Klaus Faller als Bürgermeister gewählt. Große Differenzen oder Streitereien gab es in den letzten Jahren kaum.

Auch die Tatsache, dass Faller heuer aufgrund der Mandatsbeschränkung nicht mehr als Bürgermeister kandidieren darf, sorgte in Rodeneck nicht für Unruhe. Denn mit Tobias Weger schien ein geeigneter Nachfolger gefunden worden zu sein.

Er war der einzige Kandidat, der offiziell ankündigte, als Bürgermeister kandidieren zu wollen und wurde dementsprechend auch offen von einigen wichtigen Entscheidungsträgern unterstützt.

Doch nun ist die politische Lage in Rodeneck auf den Kopf gestellt. Weger hat seinen Rückzug erklärt, damit muss die SVP nun einen neuen Kandidaten finden.

Was war passiert?

In Rodeneck wurden offene Vorwahlen abgehalten. Heißt: Alle Wahlberechtigten konnten Vorschläge einbringen. Mit 55 Prozent war die Wahlbeteiligung überragend und auch das Ergebnis entsprach den Erwartungen der meisten Bürger.

Tobias Weger erhielt nämlich 195 Stimmen und damit klar die Mehrheit. Zweiter wurde Michael Lechner mit 116 Stimmen. Alle anderen Kandidaten hatten wiederum einen klaren Abstand von mehr als 80 Stimmen.

Eine Überraschung gab es aber doch: Michael Lechners 116 Stimmen kamen unerwartet. Nachdem das Ergebnis bekannt wurde, fingen auch schon Spekulationen an. Denn Lechner und Weger sind in gewisser Weise Arbeitskollegen. Beide arbeiten für die Raiffeisenkasse. Während Weger im Verwaltungsrat tätig ist, arbeitet Lechner in einer Filiale.

Eine kuriose Konstellation, vor allem weil Lechner durch das gute Ergebnis bei den Vorwahlen durchaus einen guten Grund hätte, ebenfalls für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.

Der eigentliche Paukenschlag kam dann aber am Donnerstag: Tobias Weger hinterlegte bei Ortsobfrau Irmgard Santer Testor ein Schreiben, in dem er seinen Rückzug für die Bürgermeisterkandidatur bekannt gab:

 

„Nach reiflicher Überlegung ziehe ich meine Bereitschaft, für die SVP in Rodeneck als Bürgermeisterkandidat ins Rennen zu gehen, zurück. Grund dafür ist, dass das Ergebnis meine Erwartungen nicht trifft und ich von vielen Seiten nicht die nötige Unterstützung verspürt habe, um die Zukunft unserer Gemeinde mit Engagement und Herzblut im Positiven zu gestalten.

Somit bleibt dem Ortsausschuss genügend Zeit, eine/n andere/n geeignete/n Bürgermeisterkandidaten/-kandidatin zu finden, welche/r die Geschicke unserer Gemeinde leiten wird.

Ich bedanke mich bei all jenen, die mir in den letzten Wochen den Rücken gestärkt haben und ihren Zuspruch auch nach außen hin verbreitet haben.“

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Kommentare (6)

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  • mimi01

    Eigenintresse der Verwandschaftsclans, welche ihre Privatinteressen realisieren wollen, steht im Vordergrund. Deshalb hat man den Jungen rausgekickt.

  • robby

    Hoffte Herr Weger auf ein „bulgarisches“ Wahlergebnis?

  • kingdonkey

    In erster Linie wurde negativ Werbung von verschiedenen Seiten betrieben um so das Eigenintresse und die Verwandschaftsclans zu weiterhin zu fördern! Wenn junge Kandidaten da die Lust verlieren, ist das nicht verwunderlich..

  • kingdonkey

    In erster Linie wurde negativ Werbung von verschiedenen Seiten betrieben um so das Eigenintresse und die Verwandschaftsclans weiterhin zu fördern! Wenn junge Kandidaten da die Lust verlieren, ist das nicht verwunderlich..

    • yannis

      die Folgen der dörflichen „Inzucht“ wirken bekanntlich lange nach, da hatten jene die nicht zur selben Blutsverwandschaft gehören nie eine Chance und wahrscheinlich auch nie haben werden.

  • farawiw

    Ob nun aus Eigeninteressen, Verwandtschaft, Neid oder Angst vor Veränderung und Objektivität. Fakt ist, dass Rodeneck einen engagierten, kompetenten, jungen, selbstbewussten Mann, der in der Gemeindepolitik und in der Fraktionsverwaltung wertvolle Dienste geleistet hat verloren hat. Schade um so jemanden.

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