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Aus der EU fliegen …

Foto: SSB

Nur mehr Regionalität und merklich weniger nationales Denken und Handeln könne das EU-Projekt noch retten, glauben die Schützen.

Seit Mitternacht sind sie also draußen aus der EU, schreibt der Südtiroler Schützenbund in einer Aussendung. Nicht nur die Engländer und die Waliser, sondern auch die Nordiren und insbesondere die Schotten.

Letztere hatten sich 2014 in einer Abstimmung für den Verbleib bei Großbritannien entschieden. Viele aus Angst, als unabhängiges Schottland aus der EU zu fliegen.

„Nun fliegen sie trotzdem aus der EU – gerade wegen der Zugehörigkeit zu Großbritannien. Und die 62 Prozent der Schotten, die für den Verbleib in der EU gestimmt haben schauen durch die Finger“, so der SSB,. Der Benjamin Franklin zugeschriebene Ausspruch „Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren.“, sei für die Schotten bittere Wirklichkeit geworden.

In diesem Zusammenhang verweist der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes Jürgen Wirth Anderlan auf die Parallelen in unseren Breitengraden. „Südtirol hätte in Italien ungleich weniger Gewicht, wenn es um zukunftsweisende Entscheidungen geht. Zwar stehen ein Austritt bzw. Ausschluss Italiens aus der EU derzeit nicht zur Diskussion, wie schnell aber unvorhersehbare Ereignisse eintreten können, haben die Vergangenheit und insbesondere das Schicksal Schottlands eindrucksvoll bestätigt.“

Während der Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, am vergangenen Mittwoch im Europaparlament in Brüssel dem Projekt EU ein schnelles Ende gewünscht hat, wünschen sich die Südtiroler Schützen um Jürgen Wirth Anderlan als überzeugte Europäer, dass die EU aus den Fehlern der Vergangenheit ihre Lehren zieht.

„Wir glauben nicht an die heilige Kuh der Technokraten in Brüssel, wo die EU-Tintenburgen die Menschen mit Themen wie Pommes Frites-Verordnungen, Glühbirnenverordnung und Gurkenkrümmung bevormunden. Und leider schaut die EU auch bei Demokratiebewegungen weg. Was sich der spanische Staat in Katalonien leistet erinnert an die Türkei. Die EU wendet nicht die Gesetzgebung der Bürger an, sondern nur die Gesetzgebung der Nationalstaaten“, so Landeskommandant Jürgen Wirth Anderlan.

„Mehr Regionalität und merklich weniger nationales Denken und Handeln kann dieses Projekt retten und die Menschen von den Vorteilen einer großen Gemeinschaft überzeugen. Bleibt die EU aber weiterhin lediglich ein urbürokratischer Zusammenschluss von Nationalstaaten, dann könnte es auch für Südtirol irgendwann ein böses Erwachen geben“, so der Landeskommandant abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (21)

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  • mannik

    Die Schützen sind wie meistens daneben. Schon die Aussage „mehr Regionalität und merklich weniger nationales Denken“ ist ein Oxymoron, aber das fällt Wirth-Anderlan offensichtlich nicht auf. Genau so wie die Tatsache, dass die EU-Verordnung zur Gurkenkrümmung zwar 2009 aufgehoben wurde, von den Produzenten aber weiterhin befolgt wird, weil sie diese für sinnvoll erachten.
    Übrigens, Österreich – das Heimatland der Schützen – hat schon seit 1968 eine Gurkenkrümmungsverordnung…

    • quovadis

      Wenn ich die Argumente der Schützen und jene des mannik gegenüberstelle, dann sind die der Schützen bei diesem Thema überzeugender. Und: ich bin alles andere als ein Schütze!

    • leser

      Mannik
      Du kannst mehr regionalität mit weniger nationalem denken auch so verstehen dass man föderalismys als gutes rezept favorieren kann
      In diesem sinne haben die schützen recht
      Wenn man empfängerländer wie polen den präsidenten stellen dürfen und trommlerstaaten wie rumänien oder ungarn beispielsweise mit einem staat wie deutschkand gleichstellt dann ist der geist der europäischen einheit zumindest fragwürdig

      • mannik

        Wären besagte Länder nicht „gleichgestellt“, könnte es nie zu einer europäischen Einheit kommen. Ein Land muss einen Vorteil darin erkennen bei der EU zu sein und auf Augenhöhe verhandeln können. A und B Staaten (wie es noch ist) sind nicht förderlich.
        Dass Länder wie Polen und Ungarn hauptsächlich absahnen stimmt, das muss sich ändern in der durchaus nicht perfekten EU.
        Mit der Interpretation von Regionalität liegen Sie falsch: Mehr Regionalität, das heißt regionalen Eigenheiten noch mehr Gewicht zu verleihen, bedeutet unter Umständen noch mehr kleingeistigen Kleinkrieg innerhalb einer Organisation, die eigentlich Einheit demonstrieren sollte, weil sie sonst von USA und China aufgerieben wird. Die beiden Staaten haben die größte Freude mit solchen Phänomenen wie dem Brexit. Das richtige Schlagwort lautet auch nicht Europa der Regionen sondern Europa der Völker.

        • yannis

          >>>>Dass Länder wie Polen und Ungarn hauptsächlich absahnen stimmt….

          wird denen auch leicht gemacht, bietet von der Layen den Polen doch 100 Milliarden an wenn sie ihre Kohlekraftwerke abschalten, die Milliarden werden sie dankend nehmen, aber abschalten, wofür ? kann man denn wenn Deutschland sich energetisch abgeschaltet hat den Strom zu saftigen Priesen nach Deutschland exportieren.
          Da hat die „Haarfestiger-Werbeikone“ wohl wieder dieselben Berater die sie in Sachen Bundeswehr engagierte.
          Ganz nebenbei. alle Deutschen Stromversorger haben ein Preiserhöhung angekündigt, die für den Durchschnitts-Haushalt rund 100€ /j Jahr ausmachen werden.

    • martasophia

      Seit meiner frühesten Jugend nehme ich die SBB als kleinkariert, ohne Möglichkeit über den eigenen Kirchturm zu schauen, und verbittert aufgrund uralter Ressentiments wahr.

  • watschi

    mannik, warum bist du eigentlich so ein EU lecker? làsst du dich so gerne fremdbestimmen? Ist autonome politik niht besser? selbst denken, selbst handeln?

    • leser

      Watschi
      Beim geist der EU geht es nicht um fremdbestimmung sondern sieh es so dass die alte welt eine position auf dem wrltmarkt haben muss
      Dabei geht es nicht um die krummung der gurke ider um das tragen des schützenhutes

    • mannik

      Watschi, bemühen Sie sich eigentlich wirklich Texte zu verstehen? Ich habe daraf hngewiesen, dass es die Gurkenverordnung gar nicht mehr gibt, sie aber dennoch immer noch als sinnvll betrachtet wird. Anderlan macht sich hingegen darüber lustig. Vertehen Sie, was ich meine?

  • yannis

    Richtige Konsequenz der verantwortungslosen und zukunftsgefährdenden Migrations-„Politik“ (ich meine, „wir schaffen das“ ist ja nunmal keine Politik). Merkel hat somit den ersten Europa-Austritt zumindest gravierend mitzuverantworten. Und das ist ja nur der Kernaspekt einer weitestgehend verfehlten Europa-Politk. Ich wünsche einen guten Start in die neue Freiheit. Wird vielleicht kurzfristig etwas holprig, doch in wenigen Jahren wird England besser dastehen als jeder Einzelstaat in der EU.
    Wenn es jemals eine Chance auf eine europäische Identität gab, verspielten die Brüsseler Bürokraten sie. Ich beneidete die Briten um ihr Referendum, um das Ergebnis und um den Austritt aus der Union. Ich hoffe, dass sie nicht die letzten sein werden und dass die europäischen Völker wieder frei sein können. Mehr ist nichts mehr zu sagen.

    • yannis

      Nigel Farage verrät, was sein Erfolgsgeheimnis war: „Ich wusste immer, wenn wir das Thema Einwanderung verbinden können mit unserer EU-Mitgliedschaft – dann können wir gewinnen“.

      Das zeigt wo die wahre Schuldige für den Brexit sitzt: In Berlin.

      • leser

        Yann8s
        Die migrationspolitik spielt keine rolle und ist nur ein vorgeschobener grind vom hauptproblem abzulenken
        Abet ûberleg dir mal ein mario dragji ehemaliger EZB chef kriegt den bundesverdienstorden
        Als nächstes wird lafarge wohl heilig gesprochen oder
        Abet vielleicht erjennst du due zusammenhänge daraus auch nicht

      • martasophia

        Yannik. Fanatismus macht blind. Hass und Fremdenhass auch.

    • leser

      Yannis
      Erstens ist grossbritanien nich nicht aus der EU ausgetreten da man nich keine einzige verhandlungspunkte abgeklärt hat
      Man muss auch dazu sagen grissbritanien kann such wirtschaftlich gar keine absoaltung von der EU leisten man muss erst sehen welche bedingungen da ausgemacht werden
      Was due europäische identität anbelangt mein lieber yannis empfehke ich dir einmal eine reise nach südamerika in due usa oder nach asien zu machen dann spürst du wie einem europäer respekt entgegen gebracht wird und much hat keiner gefragt ob ich da deutscher italiener oder ein tiroler schütze bin
      Aber wenn du nur ins sarnral fähry dann machst du diese erfahrung nicht

  • prof

    Der zweite von links könnte Manuel Neuer sein, na na konn mir nit vorstellen daß er zu den Schützen beigetreten isch.

  • leser

    Prof
    Anderlan will wohl nicht in due politik gehen oder?

  • ohnehirnlebtmanbesser

    Oh Herr Anderlan. Ihre Rede…..verwirrter Populismus. Lesen Sie Ihre Worte nochmal sehr langsam und konzentriert durch. Ich glaube , Sie werden ùber sich selbst staunen……Hirni

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