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Der 5-Sätze-Krimi

Andreas Seppi

Der Höhenflug von Andreas Seppi bei den Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier der Saison, endet in der 2. Runde.  Der 35-jährige Kalterer musste sich am Donnerstagmittag dem Schweizer Superstar Stan Wawrinka, nach 3:38 Stunden Spielzeit, in fünf Sätzen mit 6:4, 5:7, 3:6, 6:3, 4:6 geschlagen geben.

Seppi und Wawrinka standen sich heute zum 15. Mal in ihrer Karriere gegenüber. Der Kalterer ist derzeit die Nummer 85 der Welt, der Schweizer die Nummer 15. Die Bilanz lag vor dem heutigen Spiel bei vier Siegen und neun Niederlagen aus Sicht des Überetschers. 2003 gewann Seppi beim Challenger von Lugano, 2006 bezwang er ihn gleich zweimal (Hamburg und Nottingham). Das letzte Mal standen sich der Südtiroler und Wawrinka im Jänner 2017 kurioserweise bei den Australian Open gegenüber, wobei sich der Schweizer in drei Tiebreaks durchsetzen konnte. Den letzten Sieg feierte Seppi hingegen vor sieben Jahren, als er sich beim Masters 1000 in Rom mit 6:7(1), 7:6(6), 7:6(6) durchsetzen konnte, nachdem er im dritten Satz 2:5 hinten lag und sechs Matchbälle abwehrte.

Der 34-Jährige Wawrinka, der 2014 auch schon die Australian Open gewinnen konnte, erwischte einen Traumstart und ging gleich mit 3:0 in Führung. Seppi kämpfte sich aber mit dem Rebreak zum 2:3 zurück. Der „Azzurro“ machte kaum Fehler und nahm Wawrinka im neunten Game erneut den Service zum 5:4 ab. Auf eigenem Aufschlag machte Seppi den Sack zum 6:4 zu.

Der zweite Spielabschnitt war ebenfalls sehr ausgeglichen, nur Seppi musste im sechsten bzw. achten Game insgesamt vier Breakbälle abwehren. Der Kalterer nutzte hingegen seine einzige Breakchance im neunten Spiel eiskalt zum 5:4 aus. Auf eigenem Service zeigte Seppi aber Nerven und kassierte das Rebreak. Wawrinka erhöhte auf 6:5, nahm dem Südtiroler im darauffolgenden Spiel erneut den Aufschlag zum 7:5 ab und glich in den Sätzen zum 1:1 aus.

Wawrinka zeigte jetzt sein bestes Tennis und zog im dritten Satz mit einem weiteren Break auf 4:2 und anschließend auf 5:3 davon. „Stanimal“ ließ auf eigenem Service nichts anbrennen und nutzte seinen ersten Satzball zum 6:3. Im vierten Satz musste Seppi beim 3:3 insgesamt vier Breakchancen abwehren, brachte seinen Aufschlag aber irgendwie trotzdem durch. Gleich danach war es dann der Kalterer, der Wawrinka zum 5:3 breakte und dann mit einem Ass den Satz zum 6:3 zumachte.

Auch der entscheidende fünfte Satz war an Spannung kaum zu übertreffen. Im siebten Spiel nahm Seppi Wawrinka den Service zum 4:3 ab, kassierte im Gegenzug aber das Rebreak zum 4:4, nachdem er einen Ball zum möglichen 5:3 ausließ. Diesen Rückschlag konnte Seppi nicht verkraften: Wawrinka ging mit 5:4 in Führung und setzte sich gleich darauf, immer auf Aufschlag des Südtirolers, mit 6:4 durch.

79.347 Euro Preisgeld und 45 ATP-Punkte

Trotz dieser Niederlage kann sich Andreas Seppi mit 79.347 Euro Preisgeld und 45 ATP-Punkten trösten. In der Weltrangliste rutscht der Kalterer, der 90 Punkte aus dem Vorjahr verteidigen musste, jedoch um neun Positionen auf Platz 94 ab. Seppi kehrt jetzt wieder in die USA zurück, wo er im Februar an den ATP-Turnieren von New York (10. bis 16. Februar) und Delray Beach (17. bis 23. Februar) teilnimmt. Anfang März wird Seppi erstmals Vater, während dieser Pause bekommt er die übliche Injektion in die Hüfte und bereitet sich dann für die Sandplatz-Saison im April vor.

 

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • owl

    Schade, da war mehr drin.
    Trotzdem Super-Leistung der beiden Südtiroler Tennisprofis!

    Übrigens: der Titel „5-Stunden-Krimi“ sollte wohl eher „5-Satz-Krimi“ heißen, denn gespielt wurden nur gut 3 ½ Stunden 🙂

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