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„Sternstunde der Demokratie“

LH Kompatscher mit Staatspräsident Mattarella auf Schloss Tirol

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher hat in seiner Rede auf Schloss Tirol das friedliche Zusammenleben und einen respektvollen Dialog angemahnt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich zu Beginn seiner Ansprache die große Ehre, Staatspräsident Sergio Mattarella und Bundespräsident Alexander Van der Bellen, die beiden Staatsoberhäupter der Signatarstaaten des Pariser Vertrages, auf Schloss Tirol begrüßen zu dürfen. Die Teilung Tirols vor 100 Jahren und die Annahme des Südtirol-Pakets vor 50 Jahren hätten für die Geschichte Tirols eine einschneidende und zeitenwendende Bedeutung.

Paketnacht: „Sternstunde der Demokratie“

In seinem Rückblick hob der Landeshauptmann die wichtigsten Eckpunkte der Geschichte Südtirols seit 1919 hervor. Dabei bezeichnete er die „Paketnacht“ vor genau 50 Jahren als „eine Sternstunde der Demokratie“. „Die Ernsthaftigkeit und innere Überzeugung, aber auch der Respekt vor der jeweils anderen Meinung und das Annehmen und Mittragen des Ergebnisses, das im historischen Handschlag zwischen Silvius Magnago und Peter Brugger seinen bildlichen Ausdruck fand, können uns Nachgeborenen Vorbild und Lehre sein“, betonte Kompatscher.

Autonomie weiterentwickeln

„Die Südtirol-Autonomie ist uns nicht in den Schoß gefallen!“, unterstrich der Landeshauptmann in seiner Rede. „Sie ist das Ergebnis von zähen Verhandlungen.“ Die Autonomie müsse auch heute ständig weiterentwickelt und an neue Erfordernisse angepasst werden. Der Landeshauptmann zeigte sich gegenüber den beiden Staatsoberhäuptern zuversichtlich, dass es möglich sein werde, in der bewährten Praxis des bilateralen Einvernehmens zwischen Italien und Österreich auch künftig die nötigen Anpassungs- und Erneuerungsmaßnahmen umzusetzen.

„Ebenso bin ich zuversichtlich, dass auch wir selbst noch bestehende Kontroversen in unserem Land, die für das friedliche Zusammenleben hinderlich sind, überwinden können, wenn wir dies in einem respektvollen Dialog miteinander tun. Auf diese Weise wird es uns gelingen, Südtirols Autonomie auch in Zukunft als wirksames Schutz- und Entwicklungsinstrument zu bewahren, welches es uns weiterhin erlaubt, die Identitäten zu stärken und gleichzeitig den Mehrwert der vorhandenen Vielfalt zu nützen“, zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher optimistisch.

„Südtirol steht heute dank seiner Autonomie kulturell und wirtschaftlich gut da“, sagte Kompatscher in seiner Rede. Es habe sich bestätigt, dass die Schutzinstrumente wie Gleichstellung der Sprachen, Stellenproporz, muttersprachlicher Unterricht allen drei Sprachgruppen die notwendige Gewissheit geben, nicht übervorteilt zu werden. Dieser Schutzund diese Sicherheit seien die solide Basis für ein Aufeinanderzugehen, das aus einem friedlichen Nebeneinander ein sich wertschätzendes Miteinander werden lasse, unterstrich der Landeshauptmann.

Aus Vergangenem Lehren ziehen

„Diese positive Entwicklung wird aber nachhaltig gestört, ja aufs Spiel gesetzt, wenn es immer wieder ein Zündeln und gegenseitiges Provozieren gibt“, merkte Kompatscher an. „Wenn derzeit noch nicht gänzlich zur Zufriedenheit gelöste Fragen, wie beispielsweise die Toponomastik oder der Umgang mit Symbolen der belasteten und belastenden Vergangenheit dafür verwendet werden, Trennendes vor das Verbindende zu stellen, Missgunst und Hass zu schüren, Feindbilder zu kreieren und um radikale Justament-Standpunkte zu vertreten, dann haben wir aus unserer Geschichte nichts gelernt. Positive Entwicklungen und Lösungen hat es für Südtirol immer nur gegeben, wenn nicht das Recht des Stärkeren, physische oder verbale Gewalt, sondern Dialog, Verständigungswillen, Respekt und Kompromissbereitschaft herrschten.“ Der Landeshauptmann wünschte sich, dass „Südtirol, aus Vergangenem seine Lehren zieht und zuversichtlich nach vorne blickt.“

In seiner Rede betonte Arno Kompatscher weiter, dass die Autonomie Südtirols keine Territorialautonomie, sondern eine Autonomie zum Schutze der deutsch- und ladinischsprachigen Volksgruppen sei. „Gleichzeitig ist sie unser gemeinsames Gut, das keine Volksgruppe für sich zu vereinnahmen hat“, so Kompatscher. „Die Autonomie ist ein gemeinsames Haus, in dem nicht die einen Hausherrn und die anderen bloß Gäste sind. Die große politische Herausforderung, der wir gemeinsam gegenüberstehen und der wir uns zu stellen haben, ist es, Schritte nach menschlichem Maß zu setzen und politische Entscheidungen nachvollziehbar zu machen, ohne dabei dem banalen Populismus Tür und Tor zu öffnen.“

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung auf Schloss Tirol wurde das Besuchsprogramm der beiden Staatsoberhäupter nach einem Landesüblichen Empfang in Meran mit dem gemeinsamen Besuch der Gedenktafel an Franz Innerhofer, das erste Südtiroler Opfer des Faschismus, in Bozen sowie der Niederlegung eines Kranzes an der Mauer des Bozner NS-Durchgangslagers im Gedenken an die Tausende Opfer beendet.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (20)

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  • reinhold

    Eine Sternstunde für die Demokratie wäre es gewesen, wenn die Südtiroler hätten abstimmen dürfen.
    Die vielgepriesene Autonomie wird ständig verletzt und ausgehöhlt.
    Die dynamische Autonomie, Vollautonomie und andere Erfindungen der SVP sind reine Wählertäuschung.
    Südtirol wird von Italien ausgenommen und ausgenutzt, die vielen verschenkten Millionen zeigen das

    – unwirksame Abkommen mit dem Staat (2011-2014 über 3200 Millionen)
    – jährliche Abgaben an den Staat (800 Millionen pro Jahr bis 2018)
    – jährliche Abgaben an den Staat (476 Millionen pro Jahr ab 2018)
    – der SEL Skandal (Millionengrab)
    – der Flughafen (Millionengrab)
    – der SafetyPark (Millionengrab)
    – das Milliardengrab BBT (MILLIARDENgrab)
    – die Wasserstoffanlage und –Busse (Millionengrab)
    – die Müllverbrennungsanlage (Millionengrab)
    – der Thermen Hotel Skandal (Millionengrab)
    – die Air Alps Beteiligung & Subventionen (Millionengrab)
    – Stiftung Vital (Millionengrab und Vetternwirtschaft)
    – die vielen Protzbauten überall (Millionengrab)
    – der Technologiepark (Millionengrab)
    – der Stein-an-Stein Skandal (Millionengrab)
    – die unnützen Landesgesellschaften (BLS, TIS, NOI, IDM, usw.) (Millionengräber)
    – die defacto Schenkung von Wohnungen ans Militär (Millionengrab)
    – Steuergeldverschwendung Kulturhauptstadt 2019 (Millionengrab)
    – Schadensersatzzahlungen der Therme Meran (Millionengrab)
    – E.ma.con Pleite (Millionengrab)
    – sinkende Renten und Verlust von Rentengeldern (300 Millionen im Jahr)
    – die Konzessionsvergabe der Ahrstufen
    – der SE Hydropower Skandal
    – der Unwählbarkeit von Kandidaten Skandal
    – die Verbandelung mit allen Verbänden und Vereinen
    – der Wanzen-Affären Skandal
    – der Turbo-Staatsbürgerschaft-für-SVP-treue-Ausländer Skandal
    – der Toponomastik Skandal
    – der Mussolini Relief und Siegesdenkmal Skandal
    – die vielen Bürgermeister-Skandale
    – der Treuhandgesellschaften Skandal
    – der Sonderfonds Skandal
    – die ungerechtfertigten Privilegien und Dienstwagen
    – die unverschämten Politikergehälter und -Pensionen
    – die weitverbreitete Vetternwirtschaft
    – die Behinderung der Direkten Demokratie
    – der Kuhhandel bei der Parteienfinanzierung
    – der WOBI Skandal
    – der Kaufleute-Aktiv Skandal
    – der Ausverkauf der Heimat
    – der allgegenwärtige Postenschacher
    – der verbilligte Immobilien für Durnwalder Skandal
    – der Egartner Skandal
    – der skandalöse SMG Vertrag zugunsten Christoph Engl
    – der Wahlkampf von mit Steuergeldern finanzierten Verbänden und Vereinen
    – der Zarenbrunn-Deal (Russen Kuhhandel des EX LH)
    – unerlaubte Wahlwerbung am Wahltag
    – Politikerrenten Skandal (ausgedacht & abgestimmt von SVP) und Rekurse
    – Unverschämte Vorschußzahlungen Pensionen (Versuch die SVP Kasse zu sanieren)
    – Arbeitslosengeld für Pensionsmillionäre & Systemprofiteure (Laimer, Rainer, Munter,…)
    – Millionen Euro Schulden der SVP
    – Finanzierung von Wahlwerbung für Marie Ida Måwe aus SVP Parteikasse
    – gebrochenes Wahlversprechen Mindestpension
    – ESF Gelder Skandal
    – Rekurse der Ex-Mandatare und immer noch SVP Mitglieder
    – gebrochenes Versprechen GIS
    – gebrochenes Wahlversprechen kleine Krankenhäuser
    – Wählertäuschung Doppelte Staatsbürgerschaft
    – Versagen bei Sicherheit und Einwanderung
    – Wahllüge „Vollautonomie“
    – Brennercom Skandal
    – Forellen-Skandal (Millionengrab)
    – weitere Steuergeldverschwendung Flughafen (auch nach Referendum)
    – Schließung Geburtenabteilungen (gebrochenes Wahlversprechen)
    – Manipulationen beim Autonomiekonvent Skandal
    – Zustimmung zur Verfassungsreform
    – MEMC/Solland (Millionengrab)
    – SAD Skandal (Millionengrab)
    – SVP Basiswahl Farce
    – Unterstützung autonomiefeindlicher PD Kandidaten bei Parlamentswahlen
    – Skandal „Südtirol-Image-Beauftragte“ Puglisi (Freundin von PD Bressa)
    – Chaos in der Sanität (Proporz, Mehrsprachigkeit, Wartelisten, Bedingungen)
    – Arbeitsvertrag & Abfindung Schael
    – Steuergeldverschwendung Pressesprecher
    – Farce um SVP Wertekatalog
    – Koalition mit Rechtspopulisten
    – Wählertäuschung Doppelpass
    – uvm.

  • josef.t

    Hätte eine andere Partei „etwas“ besser gemacht, wäre sie auch
    gewählt worden ? Die Opposition wurde für ihre „Versprechen“ ,
    Jahrzehnte lang mit stattlichen Salären bedient ?
    Wofür hingegen die SVP mindestens etwas geleistet hat, auch bei
    so einigen Ungereimtheiten und nicht immer glücklichen
    Entscheidungen…..

  • sabine

    und die Begnadigung für den Pustra Bua? hab ich da was versäumt?

  • zusagen

    Die einen feien und die Bürger stehen im Regen und warten vergebens auf den Bus

  • nadine06

    Danke SVP geht es uns sehr gut . Danke : josef.t der das versteht und und dazu steht . Den anderen Schreiberlingen : Ihr habt nichts verstanden und bei eurer Einstellung werdet ihr wohl nie etwas verstehen.Hallo ..

  • herrbergsteiger

    „Paketnacht“ vor 50 Jahren, war laut LH Kompatscher
    „eine Sternstunde der Demokratie“.

    Den Tiroler Adler stecken die Italiener von einem kleinen Käfig in einen größeren, und schon ist das eine Sternstunde.
    So einfach ist das für den Vorzeigedemokraten Kompatscher.

    Was wäre das dann für eine Stunde, wenn die Südtiroler selber bestimmen könnten, was sie sich von einer Sternstunde der Demokratie wünschen dürfen?

    LG, Ihr Sterndeuter!

  • kritiker

    Die Südtiroler können bei jeder Wahl wählen. Meines Wissens hat die Mehrheit der Südtiroler bis jetzt immer autonomiefreundliche Parteien gewählt.

    • asterix

      @Kritiker, die Südtiroler haben noch nie frei gewählt. Dafür sorgt schon die Gehirnwäsche der Medien vom Weinbergweg. Und auch das Theater heute hätten sie sich ersparen können. Reizthemen wurden vorsichtshalber ausgeklammert um die gute Freundschft nicht zu gefährden.

      • andreas

        Bei solchen Aussagen kann ich mir beim besten Willen bei dir, in Ermangelung von Substanz, keine Gehirnwäsche vorstellen.
        Aber seinen wir froh, dass öffentliche Institutionen bei Anstellungen auch soziale Aspekte berücksichtigen.

  • goggile

    unfassbare zustände in Südtirol. ein komplett nicht funktionierender Wetterbericht! es wurden nach den Unwettern keine niederschläge vorausgesagt. nun hat es jeden tag geregnet. ein kompletter Skandal. schande!

    • andreas

      Frag im Weinbergweg nach, die sind in Südtirol fürs gute und fürs schlechte Wetter zuständig.

      Sprachlich hast du dich aber stark verbessert, bravo, ich wusste doch, dass es etwas bringt, die erste Klasse der Volksschule nachzuholen.

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