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„Der ganze Hang ist weg“

Nach dem Erdrutsch an der Bahnlinie in Oberolang haben sich Alfreider und Bessone  ein Bild von der Lage gemacht. Die Arbeiten laufen. Indessen geht die Pustertaler Staatsstraße zweispurig auf.

Nach zwei Erdrutschen und großen Gesteinsbrocken auf mehreren Bahnabschnitten ist derzeit nicht absehbar, wann die Bahnlinie im Pustertal, auch nur teilweise, wieder in Betrieb gehen kann.

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, der für Geologie zuständige Landesrat Massimo Bessone, Bürgermeister Georg Reden, Vize-Landesgeologe Claudio Carraro und Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Oberolang haben sich am Mittwoch ein Bild von der Situation in Oberolang geamcht, wo gestern ein Erdrutsch die Bahnlinie unterbrochen hatte.

Die Aufräumarbeiten laufen soweit möglich auf Hochtouren. Die Lage im Pustertal ist laut Landesrat Alfreider insgesamt weiterhin schwierig. „Die Techniker und Mitarbeiter in der Landesabteilung Mobilität sind dabei, den Schienenersatzverkehr bestmöglich zu organisieren“, verweist Alfreider auf die Bemühungen für Ersatz für die ausfallenden Züge zu sorgen. Täglich nutzen in den Morgenstunden über 2000 Menschen – darunter Schüler, Pendler und Senioren – den Zug im Pustertal, um an den Arbeitsplatz, in die Schule, ins Krankenhaus oder andere Einrichtungen zu gelangen. „Wir arbeiten intensiv, um die Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren“, betont Alfreider.

Die sichtlich gut gelaunten Landesräte beim Lokalaugenschein

Derzeit verkehren Busse zwischen Franzensfeste und Innichen mit geplanten Abfahrtszeiten jeweils zur Minute .50. im Stundentakt. Zusätzlich werden Busse bei Verspätungen eingesetzt. Bis Montag wird der Ersatz-Fahrplan umgesetzt und mitgeteilt, heißt es aus dem Landesamt für Personennahverkehr.

Zivilschutz, Feuerwehren und alle Einsatzkräfte in Südtirol, vor allem auch die Geologen hätten in den vergangenen tagen hervorragende Arbeit geleistet, sagt Landesrat Bessone. „In Situation wie dieser in Oberolang braucht es die Zusammenarbeit aller, um die Bahnlinie rasch wieder funktionstüchtig zu machen, vor allem aber müssen wir die Sicherheit gewährleisten, weshalb die Einschätzung der Geologen umso wichtiger ist“, unterstreicht Bessone. Nach dem Lokalaugenschein gelte es nun, rasch alle notwendigen Schritte dafür zu setzen, so Bessone.

Geologe Carraro erläutert, dass der Erdrutsch durch Wasserinfiltration entlang der Eisenbahnachse zustande gekommen sei. Der gesamte Hang unter der Bahnlinie ist laut Geologen abgerutscht und muss nun wieder befestigt werden, indem Material eingelagert und Drainage-Vorrichtungen eingebaut werden. Für diese Arbeiten braucht es einige Wochen Zeit. Was die Gesteinsabbrüche auf die Gleise in Vintl betrifft, sind diese bereits entfernt, konnte der Geologe berichten. Dort kann die Bahn durch den Bau eines Dammes geschützt werden.

Für die Eingriffe ist der italienischen Schienennetzbetreiber RFI zuständig, der diese in Zusammenarbeit mit dem Land abwickeln muss. Einige dafür notwendige Flächen sind in Privatbesitz.

Verbessern wird sich inzwischen aber die Mobilität auf der wichtigsten Straßenroute im Pustertal, auf der Staatsstraße. Dort wurde im Auftrag der Landesabteilung Tiefbau in den vergangenen Stunden an der Abbruchstelle am Kniepass eine 60 Meter lange Mauer zur Stabilisierung gebaut. „Sobald wir das positive Gutachten der Geologen haben, geht die Straße zweispurig auf, damit zumindest der Verkehr auf der Straße wieder normal verläuft“, sagt Alfreider. Die Straße wird voraussichtlich am Nachmittag zweispurig geöffnet.

 

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