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Fahnen im Wind

Der Ex-Abgeordnete Bernhard Zimmerhofer ärgert sich, weil sich die Gemeinde Ahrntal eine neue italienische Fahne spendiert und sie vor dem Gemeindehaus in Steinhaus platziert hat.

Bernhard Zimmerhofer ist zornig: „Pünktlich zum Gedenkjahr 100 Jahre Annexion Südtirols gibt es eine anachronistische Aktion in der Gemeinde Ahrntal. Die SVP Gemeindeverwaltung Ahrntal setzt ein unüberlegtes Zeichen, spendiert und platziert freiwillig und auf Kosten der Steuerzahler eine große italienische Staatsfahne vor dem Gemeindehaus in Steinhaus“, schreibt der ehemalige Landtagsabgeordnete der STF in einer Aussendung.

Die Gemeinde Ahrntal sei damit nicht die einzige im Lande! „Solche unüberlegten Aktionen der Gemeinden untergraben den Wunsch der Bevölkerung nach einem Europa der Regionen ohne Nationalstaaten und nach einem Zusammenwachsen der Tiroler Landesteile, so wie es auch von vielen Volksvertretern im sogenannten Süd-Tirol Konvent festgeschrieben wurde.“ Auch der Landeshauptmann habe erst kürzlich im Zuge einer Gedenkfeier am Brenner davon gesprochen, „dass wieder zusammenwächst, was zusammengehört“.

Erschwerend zu dieser Aktion der Gemeinde komme – immer laut Zimmerhofer – hinzu, dass es immer noch politisch verfolgte Bürger gibt, die seit den sechziger Jahren bis heute nicht in ihre Heimat einreisen dürfen − und einer davon kommt aus der Gemeinde Ahrntal.

„Siste signa“, also „Zeichen setzen“, so haben es schon damals die Faschisten auf den Faschistentempel in Bozen geschrieben. „Nun sind es offensichtlich die eigenen Leute, die Zeichen setzen, ohne lange über die Botschaft, die dahintersteckt, nachzudenken“, so Zimmerhofer.

Auf einen Beschwerdebrief der Süd-Tiroler Freiheit habe die Gemeindeverwaltung nur ausweichend geantwortet.

In der Aussendung schreibt Zimmerhofer:

Die Sachlage ist im Gesetz D.P.R. Nr. 121 vom 7. April 2000 klar festgelegt: Die Staatsfahne ist nicht zwingend vorgesehen solange die Gemeinde Ahrntal nur die Tiroler Fahne (weiß-rot) aushängt und nicht den offiziellen Banner des Landes (Schriftzug Autonome Provinz Bozen, usw.), dann reicht die Tiroler Fahne und es muss keine andere Fahne ausgehängt werden, z.B. die italienische und die Europafahne!

Einen Ordnungsruf von Seiten der Landesleitung der SVP wird man wohl auch in diesem Fall nicht erwarten können. Zu oft haben sich Funktionäre schon auf haarsträubende Weise gegen alle Bedenken staatlichen Institutionen angebiedert. So zum Beispiel ein SVP Bürgermeister von Innichen, der sich nicht zu schade war, Kränze am faschistischen Beinhaus niederzulegen.

Natürlich wird es wieder Stimmen geben, die meinen, es gäbe Wichtigeres als sich um solche Dinge zu kümmern. Denen sei gesagt, dass es für die andere, sprich italienische Seite offensichtlich nichts Wichtigeres gibt! Bestes Beispiel ist die jüngste Polemik um die Ersetzung des Begriffs ,Alto Adige‘.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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