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Die DNA von Ötzis Mutter

Zwei Klassen des Realgymnasiums aus Bozen lernten im Rahmen der „Science week“ am Südtiroler Archäologiemuseum, wie man mit der eigenen DNA Verwandtschaftsgrade zu anderen Weltbevölkerungsgruppen herstellt oder wie sich die eigene DNA zu in der Vergangenheit lebenden Menschen wie zu Ötzi oder dem Neanderthaler verhält.
 
Ihre spannenden Ergebnisse zeigen die Schülerinnen und Schüler der 5. Oberschule am Freitagabend in der Langen Nacht der Forschung im Südtiroler Archäologiemuseum. Der workshop wurde in Kooperation mit dem DNA Learning Center in New York ermöglicht.
 
In einem ersten Teil des Workshops lernten die Klassen, DNA aus den eigenen Backentaschenzellen zu extrahieren und zu vermehren, damit sie überhaupt untersuchbar wird. Nachdem alle DNA-Proben durch ein professionelles Labor sequenziert worden waren, begann die Reise mit unbekanntem Ziel: der Vergleich der eigenen DNA mit der von anderen Bevölkerungsgruppen der Erde einerseits und mit der Vergangenheit in Gestalt des Neanderthalers oder mit Ötzi andererseits. Genauer gesagt, mit der DNA von Ötzis Mutter. Denn zur Analyse wurde nicht die vom Vater vererbte Zellkern-DNA verwendet, sondern die leichter extrahierbare sogenannte mitochondriale DNA, die wir alle von unseren Müttern vererbt bekommen.
 
Die Ergebnisse der Untersuchungen sind prozentuelle Angaben von Verwandtschaftsverhältnissen, die es uns erlauben, die eigene DNA in Verhältnis mit Migrationsbewegungen auf der Erde in Beziehung zu setzen. Oder Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen wie: Stammen wir nun alle aus Afrika oder entstanden die Menschen an verschiedenen Punkten der Erde gleichzeitig? Dies konnten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Datenbanken des DNA Learning Centers und ihren eignen DNA-Sequenzen belegen. Ihre Schlussfolgerungen und die Auflösung eines Rätsels werden einige der Oberschülerinnen am kommenden Freitag 27.9.2019 im Südtiroler Archäologiemuseum im Rahmen der Langen Nacht der Forschung erläutern.
Der außergewöhnliche Workshop konnte über die wissenschaftliche Kooperation des Südtiroler Archäologiemuseum mit dem DNA-Learning Center in New York angeboten werden. Das in den USA bekannte Forschungslabor und Trainingszentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen, Studierenden und Lehrenden das Thema DNA spannend zu vermitteln. Der Einstieg in die Thematik führt über das Thema Ötzi, illustriert durch eine lebensgroße Mumienkopie vom Mann aus dem Eis, die 2016 von Paläokünstler Gary Staab angefertigt wurde und für kurze Zeit im Archäologiemuseum zu besichtigen war.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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