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Reider wird Pfarrer

Georg Reider

Am Sonntag, 29. September 2019, wird Georg Reider von Dekan Heiner Bludau in das Amt als Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Verona-Gardone eingeführt.

Reider übernimmt den Gedanken der Sorge und der Sorglosigkeit des Wochenspruchs des 15. Sonntag nach Trinitatis für die ihm bevorstehende Aufgabe. „Gemeinde und Gemeindeleitung haben mit Sorge, Planung und Verantwortung zu tun: ohne Einsatz und ohne eine Vision können Kirche und Gemeinde nicht wachsen.“

Für den 64jährigen Südtiroler aus dem Sarntal hat der 29. September eine ganz besondere Bedeutung: Er übernimmt seine erste evangelisch-lutherische Gemeinde. Mit 22 Jahren ist Reider dem Orden der Franziskaner beigetreten, seine theologischen Studien hat er in Brixen, Innsbruck und Rom absolviert.

Er war unter anderem Provinzialoberer der Franziskaner in Südtirol und war acht Jahre Dozent für Religionsdidaktik und Spiritualität an der theologischen Hochschule in Brixen. 2011 ist er aus dem Orden und aus der Katholischen Kirche ausgetreten und Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Bozen geworden. Georg Reider: „Ich habe lange gekämpft, habe versucht, Veränderungen in der katholischen Kirche zu verwirklichen, bis ich eines Tages verstanden habe, dass es die Kirche, die ich suchte, ja schon gibt.“  Im Rahmen der zweiten Sitzung der XXII Synode ist er am 28. April 2018 zum Pfarrer im Ehrenamt ordiniert worden. Seine Berufung zum Seelsorger nun auch in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien leben zu können, ist für ihn Abschluss und Krönung eines langen Weges des Ringens und Kämpfens, eines intensiven, spirituellen Weges.

Bis zu seiner Berufung als Pfarrer der ELKI hat er in Südtirol das von ihm 1995 gegründete Zentrum Tau geleitet, das professionelle Begleitung in herausfordernden Lebens-Situationen anbietet, unter anderem Begleitung durch Krisen und Trauer, Hilfe bei der Suche nach Sinn und Entwicklung und nachhaltiger Lebenskultur. Von Januar bis Ende August 2019 hat er in Vertretung von Pfarrer Bernd Prigge die ELKI Gemeinde Venedig betreut. Georg Reider ist als Südtiroler perfekt zweisprachig.

Die Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien verbleiben zunächst für einen Zeitraum von sechs Jahren, der auf weitere drei Jahre verlängert werden kann. In den meisten Gemeinden werden die Gottesdienste zweisprachig, italienisch deutsch gehalten.

 

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