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„Es wird interessant“

Alessandro Huber

PD-Landessekretär Alessandro Huber wirbt bereits für die Unterstützung der SVP für ein römisches Anti-Salvini-Bündnis.

TAGESZEITUNG Online: Herr Huber, mit welchem Gefühl verfolgen Sie die aktuelle Regierungskrise in Rom?

Alessandro Huber: Ich befinde mich derzeit auf einem Meerurlaub und verfolge ständig, was in Rom passiert. Ich bin mit mehreren Abgeordneten und Senatoren meiner Partei in Kontakt und kann feststellen, dass die Chancen für eine neue Regierung mit der Fünf-Sterne-Bewegung täglich steigen.

Es setzt sich also die Linie von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi durch, der unbedingt Neuwahlen und damit einen wahrscheinlichen Wahlsieg von Lega-Innenminister Matteo Salvini verhindern will?

Renzi ist ein gewiefter Taktiker, Salvini ist am Dienstag im Senat mit seinem Putschversuch gescheitert. Staatspräsident Sergio Mattarella könnte bald den derzeitigen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte oder eine Person mit der Bildung einer Regierung beauftragen. Der PD wird intern am 21. August seinen Kurs festlegen.

Sie persönlich sind gegen Neuwahlen?

Ja. Würde sofort gewählt, wäre ein Wahlsieg Salvinis wohl sicher. Italien bekäme eine rechtsextreme Regierung, die letztlich im Jahre 2021 den Nachfolger des Staatspräsidenten bestimmen würde. So etwas hat es noch nie gegeben. Es gibt aber auch wirtschaftliche Gründe, die für eine neue Regierung sprechen, die mindestens bis zur Staatspräsidenten-Wahl wenn nicht sogar bis zum Ende der Legislatur im Amt bleiben könnte: Die Vermeidung einer Erhöhung der Mehrwertsteuer, welche für Italien katastrophal wäre.

Was würde dieses Szenario für Südtirol bedeuten?

Es wird auf jedem Fall interessant. Die SVP hat gemerkt, dass sie von der aktuellen Regierung wenig Unterstützung hat. Die Autobahn-Konzession ist weiter blockiert, auch auf dem Gebiet der Sanität ist die Unzufriedenheit groß. Der PD an der Regierung mit Unterstaatssekretär Gianclaudio Bressa war da wesentlich autonomiefreundlicher. Deshalb sollte sich die Volkspartei überlegen, eine neue mögliche Regierung PD/5S zu unterstützen.

Voraussetzungen für einen fliegenden Wechsel auch in der Südtiroler Landesregierung sehen Sie derzeit nicht?

Das hängt nicht von uns alleine ab, da wir ja mit einem Mandatar zu klein für eine alleinige Regierungsbeteiligung sind. Auf jedem Fall sollten sich SVP und PD im Herbst zusammensetzen, um über die bevorstehenden Gemeinderatswahlen zu sprechen.

Interview: Thomas Vikoler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (20)

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  • watschi

    bitte geniesst weiterhin euren urlaub am meer und haltet euch von wichtigen politischen entscheidungen fern, nicht auszudenken, was mit italien wieder passieren wùrden wenn dieser PD wieder an die macht kàme.

  • mannik

    „Es setzt sich also die Linie von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi durch, der unbedingt Neuwahlen und damit einen wahrscheinlichen Wahlsieg von Lega-Innenminister Matteo Salvini verhindern will?“

    Die Frage ist doch vollkommen falsch. bei Neuwahlen im Herbst hätte Salvini eher die Nase vorn. Daher will der PD (außer Renzi) Neuwahlen eher verhindern und eine Regierungsumbildung erreichen.

  • andreas

    Selfini hat sich verzockt und glücklicherweise haben wir einen sehr guten Staatspräsidenten, welcher sich nicht für dumm verkaufen lässt und das Wohl Italiens über das einzelner selbstgefälliger Demagogen stellt.

    Wenn sie jetzt noch die Reduzierung der Abgeordneten durchbringen und es sieht danach aus, sind Neuwahlen frühestens in 6 Monaten möglich.

    • yannis

      Es sieht auch danach aus dass in den nächsten Tagen sich das Wetter bessert, wie lange diese Aussicht anhält weis man genau so wenig wie die politischen Aussichten anhalten.

    • yannis

      Ja, ja diese „wir“ hatten in Vergangenheit schon öfters gute Staatspräsidenten und wohl deshalb ist Italien genau das was es ist, ein Pleite Staat, der nur Dank Draghi’s NULL Zins Politik noch nicht ganz ausgeeistert hat.

      • tff

        Herausragende Leute wir Einaudi, Pertini, Napolitano u.s.w.beleidigen, ohne
        zu wissen wer sie waren, können nur ignorante rechte Armleuchter wie Sie zusammen bringen. Die Null Zins Politik wird ja nicht wegen Italien gemacht sondern um die gesamte europäsche Wirtschaft anzukurbeln. Aber dies ist
        wohl für ihr Kleinhirn zu kompliziert um es zu verstehen.

        • yannis

          >>>> Die Null Zins Politik wird ja nicht wegen Italien gemacht……

          und wie der „Zufall“ es will ist der NULL-Zins Macher ein Italiener.

          >>>>sondern um die gesamte europäsche Wirtschaft anzukurbeln……

          diese Kurbel , kurbelt mittlerweile ab ! in Italien schon seit der Zeit des Renzi Clan´s

          >>>>>Herausragende Leute wie Staatspräsidenten……

          spielen absolut keine entscheidende Rolle, sie spielen im Staat nur die Rolle des König´s der Neuzeit, somit völlig egal ob da Franz, Hias, Luis oder sonst wer da im Palast einen Haufen Steuergeld kostet und auf seinen WICHTIGEN Dienstreisen viele Tonnen Kerosin unnötig verheizt, aber gleichzeitig die „Greta“ toll findet.

        • kurt

          @tff
          Da hilft dir kein Großhirn wenn es leer ist !!!!.

  • yannis

    Aha, ich der Herr PD Landessekretär wirbt bei der Lega-SVP um Unterstützung, damit zeigt sich mal so richtig was für ein Puff der ganze Laden ist.

  • checker

    Soll am Meer bleiben…PD ist eine zerstrittene Partei die mehr Schaden angerichtet hat als jede andere Partei vorher…Mehrwertssteuer nach oben (und wenn es eine Tecnoregierung geben wird, heisst dies nochmals 3,5 Prozent plus). Bei solchen Zahlen, verliert jeder Bürger hunderte Euro an Kaufkraft jährlich, ist mir ehrlich gesagt die Autonomie erst einmal Schnuppe. Denn den Schaden habe ICH und zwar sofort. Ich hoffe dies verstehen die ganzen Schafe da draussen endlich.
    Ob es mit Salvini besser ist? Eher nicht, denn das ganze System das wir haben, krankt in sich und die wahre Macht haben sowieso andere in der Hand (Zentralbanken, EU, Konzerne, Geldgeber).
    Also, alles nur Scheinkämpfe

    • tff

      Als der PD mit Prodi regiert hat wurde die Verschuldung auf 116% gedrückt,nun sind wir dank Berlusconi, Bossi und Salvini wieder auf über 130 %. Der Salvini hat sich ja jetzt wieder gedrückt vor der Verantwortung der MWST Erhöhung und des
      Finanzgesetzes für 2020.

  • ostern

    Der PD hat uns in die heutige Situation gebracht!
    Und das nicht seit gestern. Seit intern zerstritten wie keine andere Partei .
    Habt den italienischen Staat finanziell leergeräumt. Was wollt ihr noch?

    • george

      Nein, Berlusconi, Lega Lombarda u. co. waren das!

      • ostern

        @george
        und wer hat uns die ganzen Ausländer gebracht?
        Und vor Berlusconi war der PD, bzw. Margherita usw am Werk.
        Die Herrn D’Alema , Andreotti usw. sind wohl nicht mehr in Erinnerung?
        Bitte eine etwas objektivere Stellungnahme.

        • george

          @ostern
          Meine Erinnerung ist bestens, ich kenne die gesamte italienische Geschichte von Cavour herauf bis heute. Ihre Kenntnis scheint aber Mängel aufzuweisen. Gegenfrage: Ab wann liegt Italien haushalterisch am Boden, wohl erst nach Andreotti, D’Alema? Wann ging es so stark bergab und jetzt noch mehr? Wer hat das ganze Malheur bzgl. Migranten eingebrockt und ab wann gibt es dieses Migrantenproblem? Wo bleibt die Objektivität, wenn ‚ostern‘ von „ganzen Ausländer“ schreibt? Migranten ist nicht gleich Ausländer! Es gibt keine „ganzen“ Ausländer? Welche wären dann „halben“ Ausländer? ‚ostern‘, bezeichnen Sie die Sachverhalte und die Objekte richtig oderlassen Sie es lieber bleiben.

          • kurt

            @george
            Nicht die Sachen die dir nicht passen einfach verdrehen ,es gibt keine halben oder ganze Ausländer es ist die Masse die wir ertragen müssen das sind Sachverhalte .euer „Gutmenschen“ getue könnt ihr euch sonst wo hinstecken .
            Das das Migrantentum ein florierendes Geschäft ist für die „Rettungskapitäne“ ist euch bei eurer Naivität noch nicht aufgefallen.

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